In der Physiotherapie kann ein Training der Muskulatur des Beckenbodens hilfreich sein, eventuell unterstützt durch elektrische Muskelstimulation.
Die medikamentöse Therapie besteht aus Medikamenten zur Entspannung der Blasenmuskulatur (Dridase ®, Mictonorm®, Spasmex® oder trizyklische Antidepressiva (Saroten®) sowie den Blasenverschluß hemmenden
(Sphincterhemmende) Medikamenten (Alphablocker: Alna®, Omnic®, Uroxatral®). Bei erhöhter Muskelspannung im Beckenbodenbereich können ebenso Antispastika (Lioresal®, Sirdalud®) helfen.
Harnwegsinfekte sind gezielt nach Erregerbestimmung zu therapieren und ggf. kann eine medikamentöse Prophylaxe durchgeführt werden, welche ein ungünstiges Milieu für das Bakterienwachstum bedingt (Methionin).
Teilweise wird bei zu hohem Restharn eine Entleerung durch einen Katheter notwendig und die Betroffenen müssen das mehrfach tägliche Selbstkatheterisieren erlernen oder eine dauerhafte Ableitung (idealerweise suprapubisch ) wird erforderlich.
- Behandlung von Depressionen
Bis zu 50% aller Patienten leiden unter episodischen Stimmungsschwankungen parallel zu situativen Problemen, andererseits können länger andauernde depressive Verstimmungen eine Behandlung erfordern. Eine psychotherapeutische Behandlung und Angebote zur Selbsthilfe sind wichtige Bausteine zur Minderung des Leidendruckes. Eine antidepressive medikamentöse Therapie sollte immer die Nebenwirkungen der Medikamente berücksichtigen (Müdigkeit, Beeinflussung der Blasenfunktion).