Selbsthilfegruppentreffen in der AHG Klinik Wigbertshöhe
Am 19.2. fand in der AHG Klinik Wigbertshöhe das Jahrestreffen 2008 der Selbsthilfegruppen für Suchtkranke statt.
„ Wie viele Jahre sind sie schon aktives Mitglied in ihrer Selbsthilfegruppe?“ Mit dieser Frage eröffnete der Sozialtherapeut Jean Schwager, zuständig für die Betreuung der Selbsthilfegruppen, die Abendveranstaltung. „ 10 Jahre“, „15 Jahre“, „25 Jahre“… Auch nach z.T. jahrzehntelanger Abstinenz, soviel wird deutlich, ist es für die so Gefragten nach wie vor ein Anliegen, ja eine Notwendigkeit, Woche für Woche die Selbsthilfegruppe zu besuchen. Dies sei, so die einhellige Antwort, der Boden bzw. der notwendige Rückhalt für ein zufriedenes suchtmittelfreies Leben. Eine typische „win-win“ Situation, so Schwager, d.h. dass alle am Geschehen beteiligten profitieren: die abstinent lebenden Suchtkranken, die sich in der Selbsthilfe engagieren, indem sie die Erinnerung an ihre Krankheit und wie es ihnen früher einmal ging wach halten und erfahrene Hilfe weiter geben können, wie auch die vielen Betroffenen, die noch keinen Ausweg gefunden haben, weiterhin Suchtmittelmissbrauch betreiben und daran etwas verändern möchten, vom Angebot der Selbsthilfegruppen profitieren können. Sie finden dort eine erste Anlaufstelle, bekommen Hilfestellung von „ihresgleichen“, treffen auf Menschen, die ihr Schicksal teilen, ihnen Mut machen und durch ihr Vorbild demonstrieren, dass es möglich ist, dem Teufelskreis der Sucht zu entkommen.
Weitere Inhalte der Veranstaltung waren eine Rückschau auf das vergangene Jahr und den Veränderungen in der Klinik, die Verschlechterung der finanziellen Situation der Gruppen (Zuschüsse für die Vereinsarbeit werden gekürzt, während die Unkosten weiter steigen) sowie die Vermittlung von Hintergrundwissen über die wachsende Zahl von Mehrfachabhängigen (insbesondere Alkohol- und Glücksspielsucht) .
Herr Schwager dankte den Teilnehmern, die zum Teil schon seid über 25 Jahren die Klinik besuchen, dort sich und ihre Gruppe vorstellen und damit einen wichtigen Beitrag in der Behandlung der Suchtkranken leisten, für ihr Engagement und ihre Verbundenheit.
Jean-Christoph Schwager, Gruppentherapeut und Koordinator/Ansprechpartner für die Suchtselbsthilfegruppen