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Häufig gestellte Fragen

  • 1. Was ist Soziotherapie?

    Soziotherapie beschreibt den Rahmen, in dem therapeutische Maßnahmen angeboten werden – dazu gehören Gruppentherapie, Arbeits- und Beschäftigungstherapie, Freizeitgestaltung, Sport- und Bewegungstherapie, aber auch psychotherapeutische Gespräche. Klienten werden aktiv in den Alltagsablauf einbezogen. Anhand konkreter und alltäglicher Ereignisse werden die Übernahme von Eigenverantwortung und Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Selbstsicherheit, Umgang mit Gefühlen trainiert und weiter entwickelt.

  • 2. Was sind die Ziele einer soziotherapeutischen Behandlung?

    Die wichtigsten Behandlungsziele sind

    • Aufrechterhaltung und Stabilisierung einer abstinenten Lebensweise
    • Rückfallprävention
    • Förderung der Verantwortung für die eigene Gesundheit
    • Akzeptanz und angemessener Umgang mit körperlichen Einschränkungen und chronischen Erkrankungen
    • Verbesserung von Gedächtnisleistungen, Konzentration und Aufmerksamkeit
    • realistische Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit
    • Entwicklung von planvollem, zielgerichteten Handeln und von Durchhaltevermögen
    • Entdecken persönlicher Interessen und Vorlieben
    • Erlangen von mehr Genuss und Lebensfreude
    • Erweiterung der persönlichen Belastbarkeit
    • Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstwert
    • Entwicklung von Sicherheit und Kompetenz im Kontakt mit anderen
    • Förderung von Verantwortung und Eigeninitiative
    • Ermöglichen von Teilhabe an der Gesellschaft
    • Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sowie sozialer und beruflicher Wiedereingliederungschancen
  • 3. Werden die Klienten beruflich wieder eingegliedert?

    Im Vordergrund der Behandlung steht die soziale Wiedereingliederung. In Einzelfällen ist es aber möglich, dass im Verlauf der Therapie eine berufliche Tätigkeit wieder aufgenommen wird.

  • 4. Welche Menschen werden in einem soziotherapeutischen Zentrum behandelt?

    Aufgenommen werden chronisch alkohol- und medikamentenabhängige bzw. drogenabhängige Frauen und Männer, die aufgrund erheblicher körperlicher, psychischer und sozialer Beeinträchtigungen vorübergehend oder dauerhaft Unterstützung dabei benötigen, ihr Leben eigenverantwortlich und abstinent zu gestalten.

  • 5. Welche Diagnosen haben die Klienten?

    Die Hauptdiagnosen sind chronische Alkohol-, Medikamenten- und/oder Drogenabhängigkeit und ein dadurch bedingtes amnestisches Syndrom. Hinzu kommen suchtmittelbedingte Organschädigungen und psychiatrisch-neurologische Folgeerkrankungen.

  • 6. Wie lange dauert die Behandlung?

    Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem individuellen Hilfebedarf und der Entwicklung des Klienten.

  • 7. Was geschieht bei einem Alkoholrückfall?

    Ein Alkoholrückfall während der Behandlung wird als Symptom der Abhängigkeit verstanden. Ziel der Therapie ist es, kritische und Rückfall begünstigende Situationen zu erkennen und zu lernen, angemessen, d.h. ohne Suchtmittelkonsum auf sie zu reagieren.

  • 8. Was findet abends und an Wochenenden statt?

    In der Regel steht diese Zeit zur freien Verfügung und dient der Freizeitgestaltung – jedoch müssen auch abends und am Wochenende bestimmte Aufgaben wie Kochen und Tätigkeiten in der Hauswirtschaft übernommen werden.

  • 9. Können Besucher empfangen werden?

    Besuch ist in der Freizeit jederzeit möglich, nach Absprache auch während der Therapiezeit.

  • 10. Ist Rauchen erlaubt?

    Ja, in entsprechend ausgewiesenen Bereichen. Das Nichtraucherschutzgesetz des jeweiligen Bundeslandes gilt auch für die soziotherapeutischen Zentren.

  • 11. Ist das Mitbringen von Haustieren erlaubt?

    Das Mitbringen eines Haustieres bedarf der vorherigen Absprache mit der Leitung.

  • 12. Wie erfolgt die Zimmerreinigung?

    Ein wichtiges Behandlungsziel in einem soziotherapeutischen Zentrum ist das (Wieder-)Erlernen von lebenspraktischen Fertigkeiten und die Übernahme von Selbstverantwortung. Aus diesem Grund werden die persönlichen Bereiche von den Klienten selbständig gereinigt. Ist dies im Einzelfall nicht möglich erfolgt Anleitung und Unterstützung durch Mitarbeiter.

  • 13. Ist Urlaub möglich?

    Nach vorheriger Absprache mit den Therapeuten kann Urlaub genommen werden. Eine Entscheidung über Art und Dauer eines Urlaubes wird im Einzelfall getroffen.

  • 14. Wie viel Geld steht einem Klienten zur Verfügung?

    Wird die Maßnahme aus Mitteln der Sozialhilfe (teil)finanziert, steht für die persönlichen Bedürfnisse ein monatlicher persönlicher Barbetrag zur freien Verfügung.

  • 15. Ist es möglich, ein Einzelzimmer zu erhalten?

    Ja. Ob ein Einzelzimmer frei ist, kann im Vorfeld mit dem zuständigen Mitarbeiter geklärt werden.

  • 16. Können Paare zusammen wohnen?

    Ja. Auf Wunsch können Paare ein gemeinsames Zimmer bewohnen. Eine Entscheidung wird im Einzelfall und in Absprache mit dem Therapeuten getroffen.

  • 17. Dürfen eigene Möbel mitgebracht werden?

    Die Zimmer in einem soziotherapeutischen Zentrum sind mit Möbeln ausgestattet. Wenn jemand eigenes Mobiliar mitbringen möchte, ist dies vorher mit dem zuständigen Mitarbeiter abzuklären.

  • 18. Was passiert mit der bisherigen Wohnung?

    Die Regelungen sind individuell unterschiedlich. Mit der Aufnahme in einem soziotherapeutischen Zentrum meldet der Klient dort seinen ersten Wohnsitz an.

  • 19. Was ist ambulant betreutes Wohnen?

    Klienten, die abstinent in eigener Wohnung leben, können im Rahmen von ambulanten Eingliederungsmaßnahmen je nach individuellem Bedarf unterschiedliche Arten von Hilfen in der eigenen Wohnung und/oder eine entsprechende Betreuung im soziotherapeutischen Zentrum erhalten.

  • 20. Was ist eine ambulante Tagestruktur?

    Ambulante Tagestruktur bedeutet, dass ein Klient, der abstinent in eigenem Wohnraum lebt, tagsüber strukturierende Maßnahmen in Form von arbeits- und beschäftigungstherapeutischen sowie freizeitpädagogischen Angeboten im soziotherapeutischen Zentrum erhält. Die Art und der Umfang der Maßnahmen richten sich nach dem individuellen Hilfebedarf.

  • 21. Was ist vor einer Aufnahme zu tun?

    Nach vorheriger Vereinbarung findet in der Einrichtung ein erstes Informationsgespräch mit dem Interessenten statt. Gegebenenfalls kann in diesem Termin schon gemeinsam mit ihm ein Hilfeplan erstellt werden. Das weitere Aufnahmeverfahren wird gemeinsam verabredet
  • 22. Was ist ein Hilfeplan?

    Der individuell erstellte Hilfeplan dient als Grundlage zur Hilfebedarfsermittlung des Hilfe suchenden Menschen. Individuelle Hilfeplanung bedeutet, dass alle relevanten Lebensbereiche wie gesundheitlicher Zustand, Umgang mit seelischen Problemen, Alltagsbewältigung, soziale Kontakte, Arbeits- und Belastungsfähigkeit in den Blick genommen werden und daraus der Hilfebedarf abgeleitet wird.

  • 23. Wer ist der Kostenträger?

    Die gesetzliche Anspruchsgrundlage für eine soziotherapeutische Behandlung ist im Sozialgesetzbuch (SGB) XII unter §§ 53, 54 (Eingliederungshilfe) geregelt. Kostenträger sind die örtlichen und überörtlichen Träger der Sozialhilfe. Überschreiten die Vermögensverhältnisse eines Klienten den gesetzlich festgelegten Betrag, kann das Vermögen oder ein Teil der Einkünfte zur Finanzierung der Behandlung eingesetzt werden.

  • 24. Was geschieht mit vorhandenem Vermögen?

    Vorhandenes Vermögen wird, wenn es einen gesetzlich festgelegten Betrag überschreitet, zur Finanzierung der Behandlung in einem soziotherapeutischen Zentrum eingesetzt. Erst danach übernimmt der Sozialhilfeträger die Kosten. Bezieher einer Rente müssen diese ebenfalls bis zu einem gesetzlich festgelegten Betrag zur Finanzierung der Maßnahme einbringen.

  • 25. Welche Qualifikationen haben die Mitarbeiter eines soziotherapeutischen Zentrums?

    In einem soziotherapeutischen Zentrum arbeiten Diplom-Psychologen, Diplom-Sozialpädagogen, Diplom-Sozialarbeiter, Diplom-Pädagogen, Heilerziehungspfleger, Ergotherapeuten, Arbeitstherapeuten- und Arbeitserzieher, examiniertes Pflegepersonal, Hauswirtschafter/innen, und Verwaltungsangestellte. Die medizinische Versorgung wird durch Konsiliarärzte und Fachärzte vor Ort gewährleistet.

  • 26. Gibt es im Bereich Soziotherapie eine wissenschaftliche Begleitung?

    Ja, die Wirksamkeit der Behandlung ist belegt. Die Therapiezentren der AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft legen großen Wert auf die wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit und Weiterentwicklung ihres Behandlungsansatzes. Aus diesem Grund arbeiten sie mit Forschungsinstituten und Universitäten zusammen.

  • 27. Was ist der Unterschied zwischen einer Behandlung in einem soziotherapeutischen Zentrum und einer Entwöhnungsbehandlung in einer Fachklinik?

    Bei einer Entwöhnungsbehandlung steht die medizinische Rehabilitation der betroffenen Patienten im Vordergrund; die Maßnahme ist zeitlich befristet. Kostenträger sind die Rentenversicherung oder die Krankenkassen. Bei Klienten in einem soziotherapeutischen Zentrum sind die Maßnahmen von vornherein auf eine längere Verweildauer ausgerichtet. Ziel ist die soziale Wiedereingliederung. Kostenträger sind die örtlichen und überörtlichen Sozialhilfeträger.

  • 28. Worin unterscheiden sich Soziotherapie und Psychotherapie?

    Der Schwerpunkt in der Soziotherapie liegt in der Förderung und im Training von alltagspraktischen und sozialen Kompetenzen mit dem Ziel, wieder mehr Eigenverantwortung für sich und sein Leben zu erlangen. Im Gegensatz dazu zielen psychotherapeutische Methoden mehr auf das Erkennen psychodynamischer und systemischer Zusammenhänge und dem Erlernen daraus abgeleiteter alternativer Bewältigungsmechanismen ab. Aber auch in einer soziotherapeutischen Behandlung kommen im Einzelfall psychotherapeutische Verfahren bei der Therapie psychischer Probleme zum Einsatz.

  • 29. Was ist der Unterschied zwischen einem soziotherapeutischen Zentrum und einer Adaptionseinrichtung?

    Die Behandlung in einer Adaptionseinrichtung schließt sich an eine Entwöhnungsbehandlung in einer Fachklinik an. Primäres Ziel ist die Unterstützung bei der Wiederherstellung und Stabilisierung der Erwerbsfähigkeit als Vorbereitung auf die berufliche Wiedereingliederung bei bestehender Arbeitsfähigkeit. Die Dauer einer Adaptionsmaßnahme ist in der Regel auf drei bis vier Monate begrenzt. Im Gegensatz dazu erfolgt die Behandlung in einem soziotherapeutischen Zentrum unabhängig von einer vorherigen Entwöhnungsbehandlung. Primäres Ziel ist die soziale Wiedereingliederung, und wenn die Voraussetzungen vorliegen, auch die berufliche Wiedereingliederung. Die Dauer richtet sich nach dem individuellen Bedarf des Einzelnen.

  • 30. Worin unterscheidet sich ein soziotherapeutisches Zentrum von einem Alten- und Pflegeheim?

    Ziel der Behandlungsmaßnahmen in einem soziotherapeutischem Zentrum ist eine kontinuierliche und an den individuellen Möglichkeiten des Einzelnen orientierte Förderung vorhandener Fähigkeiten und Ressourcen mit dem Ziel der sozialen Wiedereingliederung. Die Klienten sind in eine aktive Tagesstruktur eingebunden, haben ihren individuellen Therapieplan und nehmen an unterschiedlichen therapeutischen Behandlungsbausteinen teil.

Weitere Informationen

Leiter Therapiezentrum

Hans-Rainer Hubbes

Hans-Rainer Hubbes

Dipl.-Sozialwirt, M.A., Dipl.-Sozialarbeiter, Psychologischer Psychotherapeut

Kontakt:

Tel. +49 2181 2362-0
Fax +49 2181 2362-40
E-Mail welchenberg-kontakt@median-kliniken.de


Adresse:
MEDIAN Therapiezentrum Haus Welchenberg
Sauerbruchstraße 14
41517 Grevenbroich