Nach einer Diagnostikphase (in welchen Situationen tritt das Symptom auf?, in welchem lebensgeschichtlichen Kontext hat sich die Erkrankung entwickelt?, welche Auswirkungen hat es auf die persönliche Lebenssituation des Patienten und auf seine Bezugspersonen?), wird in einem zweiten Schritt ein persönliches Störungsmodell entwickelt: der Patient soll lernen, sich nicht mehr als „verrückt“ zu definieren, sondern seine Zwangserkrankung als „Krankheit zu erkennen“, von der man sich auch distanzieren kann (z.B. „nicht ich will immer wieder kontrollieren , sondern es ist die Krankheit, die mich dazu antreibt“). Mit Hilfe von Expositions- und Reaktionsmanagementverfahren wird der Patient dann lernen, sich konkreten Situationen auszusetzen und die die hierbei auftretenden unangenehmen Gefühle wie Schuld, Ekel, Angst– auch ohne übertriebene Zwangsrituale- zu bewältigen. Soweit notwendig lernen die Patienten schließlich, den infolge der Symptomreduktion wiedergewonnenen Freiraum gesundheitsfördernd zu füllen.