Dr. med. Hubert C. Buschmann
Facharzt für Neurologie
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wenn die AHG-Klinik Tönisstein zur Doppelveranstaltung, dem dreitägigen Sommerfest und Ehemaligentreffen in Bad Neuenahr einlädt, dann ist das Echo immer enorm. „Über tausend Besucher sind es in wieder“, freute sich Verwaltungsdirektor Klaus Terharn.
Die ehemaligen Patienten aus ganz Deutschland, Belgien und Luxemburg, viele zusammen mit Angehörigen und Freunden angereist, begrüßten im riesigen Festzelt Chefarzt Dr. Hubert Buschmann und Cora Kepka, Leitende Psychologin, der Fachklinik.
Sommerfest, dass war wieder Spaß und Freude für die ganze Familie, mit Zauberei, Pfeilwerfen , Kinderschminken und Tombola. Aber als Treffen ehemaliger Patienten einer Fachklinik für Alkohol- und Tablettenabhängige hatte auch deren Vorgeschichte und nun das Leben nach der Therapie ihren Platz. Und das in einer ausgesprochen familiären Atmosphäre in einer festen und stärkenden Gemeinschaft.
„Angst vor der Angst“, das war das diesjährige Thema. Eine Themenstellung auch für die gut besuchten Arbeitskreise. In unterschiedlichen Facetten beschäftigten sich die Teilnehmer zum Beispiel mit der Angst vor dem Rückfall und warum man sich vor der Angst nicht fürchten muss. Und unter anderem auch mit der Co-Abhängigkeit, der beim Ehemaligentreffen in diesem Jahr ein besonderer Stellenwert eingeräumt wurde.
„Angst muss man nicht haben, wenn man dem Mut hat sich zu verändern und zu einer Gemeinschaft gehört“, so Buschmann vor dem großen Publikum im Festzelt, wo jeder wusste wovon gesprochen wurde. Wenn man oder frau in die Klinik zum achtwöchigen Aufenthalt mit verständlicher Unsicherheit oder gar Angst kommt, weil keiner weiß was ihn erwartet, was sich verändern wird und das beruflich und privat. Doch die Gemeinschaft stärkt im Umgang mit der Angst. „Besonders wenn man gemeinsam über die Angst spricht“, berichtet Buschmann auch seiner ärztlichen Erfahrung. Denn Straucheln ist auch ein Teil der Krankheit, bei der aber immer die dauernde Abstinenz Die Abstinenz ist der völlige Verzicht auf ein Suchtmittel (Alkohol).
In einer Therapie erlernt der Alkoholabhängige nicht, dass er nicht mehr trinken darf, sondern dass er nicht mehr trinken muss. das Ziel bleibt.
Das gilt für den Betroffenen, wie auch den Angehörigen, der als so genannten „Co-Abhängigen“ mit leidet.
Eine Stecknadel hätte man fallen hören, so ruhig wurde es im Festzelt, als Simone S., ehemalige Tönissteiner Patientin, und ihr Ehemann Berthold S., das gemeinsame Leben vor und nach der Therapie aus ihrer eigenen persönlichen Sicht schilderten. Und das sehr offen, ohne Schnörkel und Schuldzuweisungen. Als „Alkoholikerin in der nassen Phase stellte mich mein Mann vor zwölf Jahren vor die Entscheidung Therapie oder ich verlasse dich mit unserem Sohn“, berichtete sie. Sie erzählte von ihrer „Mordsangst“ es auch dieses Mal wieder nicht zu schaffen, ein abstinentes Leben zu beginnen. Aber von Tag zu Tag merkte sie, dass hier Menschen um sie herum waren, „die mich verstanden“. Die sie nahmen so „wie ich war“. Aber sie hat es geschafft, „Weil ich es wollte und aus keinem anderen Grund“, sagte sie fest.
Was er in den letzten zwölf Jahren gelernt hat, das ist das Umgehen mit seinen Ängsten, schilderte er die vergangenen Jahren aus einer Sicht. Die Ängste durften nicht die Kontrolle über sein ganzes Leben übernehmen. Eben Ängste eines „typischen Co-Alkoholikers“. Und Co-Abhängigkeit, das ist für ihn auch eine Krankheit, mit entstandenen Ängsten und psychischen Problemen, die er auch als behandlungsbedürftig ansieht. Er hat ein Buch geschrieben, in dem er seine Erfahrungen schildert wie es ist, wenn man mit einem alkoholkranken Partner zusammen lebt.
Einen bildlichen Eindruck vom Sommerfest können Sie sich hier machen.
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