Fachklinik Tönisstein  
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Presse

Hatten ein aufmerksames Publikum (von links): Barbara Richartz, Ulla Schmalz, Günther Richartz, Kerstin Kluttig, Berthold Student und  Dr.  Martin Wallroth. Foto: Gerrit Mitter
Hatten ein aufmerksames Publikum (von links): Barbara Richartz, Ulla Schmalz, Günther Richartz, Kerstin Kluttig, Berthold Student und Dr. Martin Wallroth. (Foto: Gerrit Mitter)

Aktuelles

AHG Klinik Tönisstein aktuell
07.11.2009 – Selbsthilfegruppentag 2009

Wenn die Hilfe zur Co-Abhängigkeit wird

 

 Selbsthilfegruppen-Fachtagung hatte  Hilfe für mitbetroffene Angehörige zum Thema  

 

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Unter dem herausforderndem Titel „Mitgegangen -Mitgefangen! Was hilft den Angehörigen“, stellte die AHG-Fachklinik  Tönisstein  in Bad Neuenahr bei ihrer alljährlichen Fachtagung für Selbsthilfegruppen die Angehörigen von Suchtkranken in den Mittelpunkt. Und wie das Echo auf die  Einladung zeigte, war das Interesse der unterschiedlichen Selbsthilfegruppen aus ganz Deutschland von Dresden bis München, aber auch Luxemburg und Belgien,  sehr groß. Etwas 100 Vertreter von  Kreuzbund, Guttempler, Blaukreuzgruppen, Anonyme Alkoholiker, Suchthilfevereinigungen und Tönisstein-Freundeskreisen  waren teils von weit her angereist.

Der Hintergrund: In Deutschland leben etwa 5 bis 7 Millionen Menschen in enger Gemeinschaft  mit einem alkoholabhängigen Menschen. In ihrem engagierten Bemühen helfen zu wollen entwickeln sie aber oft Verhaltensweisen die die Abhängigkeit unterstützen. Oft machen sie sich dann vom Verhalten des Süchtigen abhängig. Diese Verstrickung wird als „Co-Abhängigkeit“ bezeichnet. Schon seit ihrer Gründung vor 30 Jahren befasst sich deshalb die AHG-Fachklinik Tönisstein mit den Angehörigen.

Dies stellten in ihrer Begrüßung auch der Teamleiter in der Klinik, Dr. Martin Wallroth, und die Therapeutin Kerstin Kluttig als Moderatorin der Fachtagung, heraus.

In Vorträgen und Workshops wurde die Problematik betrachtet und Erfahrungen ausgetauscht. Mit „Suchterkrankung ist  auch Familienerkrankung“, setzte Wallroth ein Ausrufezeichen.

Die beiden fachkundigen Buchautoren, Ulla Schmalz und Berthold Student,  selbst durch suchtkranke Angehörige betroffen, forderten im Vortrag ein solidarisches Eintreten für die Angehörigen und besonders die Kinder. Student sieht die Co-Abhängigkeit sogar als gleichwertige Problematik wie die Suchterkrankung selbst. Einig waren sie sich mit Wallroth und Kluttig , dass das Suchhilfesystem die Angehörigen viel stärker einbeziehen muss.

Kerstin Kluttig bedauerte, dass es Angehörigen oft schwer fällt in die Selbsthilfegruppen zu kommen. Wenn dann immer wieder gefragt wird, wie man denn seinem kranken Partner helfen kann, wird dann meist wieder die wichtige Frage „wie ich mir als Angehörigen helfen kann“ hinten angestellt. Aber das ist doch gerade die Frage der Co-Abhängigkeit, betonte sie bei der der Fachtagung.

Dr. Bernd Schneider ist ehemaliger Leitender Psychologe der Fachklinik und jetzt Leiter des AHG-Gesundheitsdienste in Koblenz. Im Workshop erarbeitete er mit den Teilnehmern der Fachtagung das Thema „Die Krise bewältigen und mit dem Unmöglichen leben". Mit der Wertung der schwerwiegenden Belastungen für Familien mit einem suchtmittelabhängigen Mitglied. Deutlich wurde, dass diese Belastungen zu  Erkrankungen wie Depressionen und Ängste führen können. In jedem Falle bedarf das Zusammenleben mit einem Abhängigen großer Anstrengungen. Die aber auch dazu führen, dass Angehörigen oft besonders gute Fähigkeiten im Umgang mit schwierigen Lebenssituationen entwickeln können.

 Unter „Erste Hilfe für Angehörige“ bestärkten die Kerstin Kluttig, Barbara und Günther Richartz  die Tagungsteilnehmer, dass Angehörigenseminare  eine große Hilfe sein können.

 

Weitere Informationen

Chefarzt

Dr. med. Hubert C. Buschmann

Dr. med. Hubert C. Buschmann

Facharzt für Neurologie
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Kontakt:

Tel. +49 2641 914-0
Fax +49 2641 914-201
E-Mail toenisstein@ahg.de


Adresse:
AHG Klinik Tönisstein
Hochstraße 25
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler