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AHG Therapiezentrum Bassenheim aktuell
17.02.2011 – Sucht im Alter: ein unterschätztes Problem


Am 17.02.2011 fand ein Vortrag von Herrn Dipl.-Soz.Päd. Rainer Ernst (AHG Therapiezentrum Bassenheim) zum Thema 'Sucht im Alter' in der Kapelle des Alten- und Pflegeheim St. Martin in Ochtendung statt.


Unter dem Titel 'Darf's ein Gläschen mehr sein' wurde Sucht und Suchtgefährdung im Alter als ein Thema beleuchtet, das heute noch oft von den meisten Beteiligten verschwiegen wird.

Das Älterwerden wird von zahlreichen sozialen und biologischen Veränderungen markiert.
Prägnante biographische Einschnitte im Leben eines Menschen, wie das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben, der Tod des langjährigen Lebenspartners und eigene gesundheitliche Einbußen, die sich im Alter häufen, sind nur einige Beispiele dafür.

Die daraus resultierenden Selbstwertkrisen, die ältere Menschen durchleben, werden durch den Verlust von Aufgaben und Funktionen in einer vom Jugendkult geprägten Gesellschaft verstärkt.
Das negative Image des Alters in der Gesellschaft, welches bei älteren Menschen Gefühle von Wert- und Nutzlosigkeit auslösen können, sowie verstärkte Ängste vor Pflegebedürftigkeit, Einsamkeit, und körperlichen Krankheiten, machen ältere Menschen anfälliger dafür, auf ein Angstlösendes, Schlafanstoßendes Medikament oder Alkohol zurück zu greifen.

Diese durch das Alter ausgelösten Krisen werden bei älteren Menschen, oft schamhaft verschwiegen. In diesen belastenden Situationen ist der Mensch geneigt, Situations- und Zustands verändernde Substanzen zu konsumieren.
Die Suchtprobleme älterer Menschen finden in unserer Gesellschaft wenig Beachtung.
Auch wenn sich verschiedene Institutionen und Organisationen mit älter werdenden und älteren Menschen befassen, bleibt die Lage der abhängigen und suchtkranken alten Menschen unverändert schwierig.

Das soziale Umfeld der älteren Menschen ist heute zum Teil sehr viel kleiner, sodass das Suchtverhalten sich vorwiegend in der Einsamkeit darstellt. Die Scham der älteren Menschen sowie deren Umfeld Hilfe zu benötigen und anzunehmen, macht es den Betroffenen schwer, in Kontakt zu treten oder gar mit Fachleuten zu sprechen.
Das Schweigen und Vermeiden von Schwierigkeiten, führt sehr oft unmerklich ins soziale Abseits. Diesen genannten begünstigenden Bedingungen für eine Suchterkrankung bei älteren Menschen stehen aber auch helfende Faktoren gegenüber.

Bei der Hilfe geht es allgemein darum, den Betroffenen für ihren weiteren Lebensweg Orientierungshilfen an die Hand zu geben.
Hier können einige wirksame Faktoren, die den Gebrauch von Suchtmitteln überflüssig machen können, genannt werden. Entscheidend ist eine intensive, emotional besetzte vertrauensvolle Beziehung zu einer hilfreichen Person.

Die Vermittlung von Hoffnung durch Erfolgserlebnisse fördert Sicherheit und Kompetenz, Probleme eigenverantwortlich bewältigen zu können. Zeit strukturierende und sinnstiftende Tätigkeiten, die eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht, geben konkrete Antworten auf die Frage, ob eine suchtmittelfreie Zukunft lebenswert ist. Allgemein und einfach ausgedrückt kann man sagen: Hilfe wirkt durch Beziehung mit Menschen.

Auf die Frage, wie eine Gesellschaft beschaffen sein müsste, damit ein Mensch auch im Alter ein Mensch bleiben kann, hatte Simone Beauvoir eine bemerkenswert einfache Antwort:
“Er muss immer schon als Mensch behandelt worden sein.“

Weitere Informationen

Leiterin Therapiezentrum

Imke Dreckmann

Imke Dreckmann

Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin  

Spezialisierung:

Supervisorin

Kontakt:

Tel. +49 2625 9302-0
Fax +49 2625 9302-11
E-Mail bassenheim-kontakt@median-kliniken.de


Adresse:
MEDIAN Therapiezentrum Bassenheim
Hospitalstraße 16
56220 Bassenheim