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AHG Klinik Schweriner See aktuell - Autorenlesung in der AHG Klinik Schweriner See Lübstorf wurde voller Erfolg
27.03.2009 – Schriftsteller Joochen Laabs begeisterte Publikum
Am Mittwoch, den 25. März 2009 lud die AHG Klinik Schweriner See in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus Lübstorf zu einer Autorenlesung in die Lübstorfer Klinik. Der Ehrengast des Abends war der Schriftsteller Joochen Laabs, der das zahlreich erschienene Publikum mit seinem mit dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichneten Buch „Späte Reise“ vertraut machte. Mit der sympathischen Art des Autors und seinem ironischen, leisen Humor gewann er die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Zuhörer, die voller Erwartung lauschten. Diese Erwartungen wurden zugleich erfüllt, als Joochen Laabs die autobiographisch geprägten Erlebnisse des Roman-Helden schilderte, der sich voller Unbehagen kurz nach der Wende vor Studenten einer amerikanischen Universität wiederfand, um über die DDR zu berichten. An der Tür des Vorlesungsraumes als „Professor“ angekündigt, wurde der Protagonist zugleich auf den Boden der Tatsachen geholt, als sein Gastgeber ihm erläuterte, dass „Professor“ nicht mehr wert sei, als stünde dort „Lehrer oder gar nichts“.
Mittels zahlreicher Metaphern gelingt Laabs die anschauliche Beschreibung der Wendezeit aus Sicht der ehemaligen DDR-Bürger, die als Süßwasserfische nach dem großen Dammbruch in das große Meer fluteten, welches sich dann jedoch als Salzwasser enttarnte. Mit detailreichen Beschreibungen vermittelt der Erzähler die neuen Eindrücke in dem für ihn unbekannten Land USA sowie die erlebte Vergangenheit auf eindrucksvolle Art und Weise. Die sehr reflektierte Darstellung in diesem Buch und die brilliante Erzählweise nahmen die Zuhörer mit auf Laabs „Späte Reise“. Im Anschluss an die Lesung beantwortete der Schriftsteller neugierige Fragen der interessierten Gäste und versprach auf Bitte dieser, sehr bald wieder die Reise in die AHG Klinik Schweriner See nach Lübstorf anzutreten.
Zum Autor:
Joochen Laabs wurde 1937 in Dresden geboren. Er studierte Ingenieurwissenschaften und arbeitete bis 1975 als Fachgruppenleiter in einer Forschungsstelle für Kraftverkehr und städtischen Verkehr in Dresden. Anschließend gehörte er bis 1978 der Redaktion der Literaturzeitschrift „Temperamente“ an. Nachdem die gesamte Redaktion infolge des Biermann-Protestes entlassen wurde, begann Laabs seine Tätigkeit als freier Schriftsteller. Bereits 1970 wurde sein erstes Buch „Eine Straßenbahn für Nofretete“ veröffentlicht. Von 1993 bis 1998 war Laabs Generalsekretär des Ost-PEN, anschließend Vizepräsident des gemeinsamen deutschen PEN. Bereits vor der Wende und zweimal danach war er als „Writer in Residence“ Gastdozent an amerikanischen Universitäten. Laabs veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzähl- und Gedichtbände, darunter „Der Schattenfänger“ (1989), „Verschwiegene Landschaft“ (2001) und „Späte Reise“ (2006). Seit 1975 lebt der Schriftsteller in Berlin und Mecklenburg.