Therapeutische Ausrichtung
Die AHG Klinik Schweriner See arbeitet nach einem integrativ-verhaltenstherapeutischen Konzept.
In den verhaltenstherapeutischen Schwerpunkten sind Ansätze aus anderen psychotherapeutischen Richtungen berücksichtigt.
Anerkannte und bewährte Therapieansätze gibt es aus der Psychoanalyse, der Tiefenpsychologie und der Verhaltenstherapie. Am besten untersucht und nachgewiesen ist die Wirksamkeit kognitiv-behavioraler Therapie. Dieser Tatsache werden wir in unserem integrativ-verhaltenstherapeutischen Konzept in besonderer und bevorzugter Weise gerecht.
Medizinische Betreuung
Bei der Aufnahme erfolgt eine umfassende körperliche, neurologische und psychiatrische Untersuchung. Die notwendigen Laborparameter werden bestimmt und ein EKG abgeleitet. Zusätzliche Untersuchungen werden bei Notwendigkeit von unseren Internisten durchgeführt. Diese Untersuchungen werden auf der Aufnahmestation, der medizinischen Zentrale, vorgenommen. Hier erfolgt auch die Medikamentenausgabe.
In den Wohnbereichen führen die leitenden ärztlichen Mitarbeiter wöchentliche Oberarztvisiten durch. Zusätzlich werden von den Bezugsärzten Sprechstunden angeboten und Akutversorgungen durchgeführt. Notwendige Konsultationen bei anderen Fachärzten werden von der medizinischen Zentrale organisiert. Hier ist insbesondere die enge Kooperation mit niedergelassenen Orthopäden hervorzuheben. Eine zahnärztliche Versorgung ist in Lübstorf vorhanden.
Psychotherapeutische Betreuung
Psychotherapeutische Behandlungen werden in der Klinik ausschließlich von Ärzten und Psychologen durchgeführt. Bereits am Aufnahmetag hat jeder Patient den ersten Gesprächskontakt zu einem Bezugstherapeuten. Im gesamten Behandlungsverlauf bildet der Bezugstherapeuten-Patienten-Kontakt die Verbindung zwischen dem Behandlungsangebot der Klinik und der individuellen Problematik des Patienten.
Nach medizinischer Funktionsdiagnostik und psychologischer Diagnostik erstellt der Bezugstherapeut unter Einbeziehung aller somatischen sowie psychologischen Erkenntnisse eine Verhaltensanalyse und ein funktionales Bedingungsmodell der Gesamtsymptomatik. Beides ist Ausgangspunkt für den gemeinsam mit dem Patienten zu erstellenden Therapieplan. Im Therapieprozess werden die Therapieverlaufsfaktoren systematisch aufeinander bezogen, mit den erarbeiteten Therapiezielen abgestimmt und in konkrete therapeutische Veränderungsstrategien umgesetzt. Therapeutischerseits wird der Patient während der stationären Behandlung darin gefördert, zum Experten seiner eigenen Problematik zu werden und selbst Verantwortung zu übernehmen, um über selbstkontrollierte korrigierende Erfahrungen gewünschte Veränderungen herbeiführen zu können.
Die Wohnbereiche der Patienten
Vom Eingangsbereich aus haben Sie Zugang zu wichtigen Treffpunkten und Funktionsbereichen wie zur Cafeteria, den Speisesälen, der Turnhalle, dem Schwimmbad und den Räumen der Verwaltung und der Ergo- und Arbeitstherapie. Von diesen Bereichen sind die einzelnen Wohnbereiche klar erkennbar getrennt.
Die Räumlichkeiten der Patienten innerhalb der Abteilungen gehören zu einem Wohngruppensystem. So sind die Patientenzimmer um den Therapieraum, die Aufenthaltsräume und das Büro des Bezugstherapeuten gruppiert. Durch diese Strukturierung ist die Überschaubarkeit der Klinik gewährleistet.
Die Abhängigkeitskranken wohnen in Zweibettzimmern, die alle mit WC, Dusche und Telefon ausgestattet sind. Die Abteilung für Psychosomatische Medizin verfügt fast ausschließlich über Einzelzimmer. 12-14 Patienten leben in einer therapeutischen Wohngruppe. Die Patientenzimmer sind über einen gemeinsamen Flur erreichbar. Küche und Sitzecke bilden die Kommunikationszentren im Wohnbereich. Bei Mitaufnahme eines oder mehrerer Kinder als Begleitpersonen bewohnt der Elternteil mit seinen Kindern ein Zimmer. Es stehen zwei Wohnküchen, ein zusätzliches Kinderspielzimmer und ein Spielplatz in den Außenanlagen zur Verfügung.
Das Wohngruppenkonzept
Jede der 16 Wohngruppen versteht sich als eine therapeutische Einheit. Die Patienten einer Wohngruppe leben für die Gesamtdauer des Aufenthalts, abgesehen von der Anfangsphase auf der Aufnahmestation, gemeinsam in einem eigenen Bereich der Klinik. Die Patientenzimmer sind über einen gemeinsamen Flur miteinander verbunden; die Sitzecke bildet das Kommunikationszentrum im dortigen Alltag. In einer Teeküche können Tee, Kaffee und kleine Mahlzeiten zubereitet werden.
Das Leben in der Wohngruppe beinhaltet auch die Verantwortungsübernahme für die kooperative Nutzung aller Einrichtungsgegenstände der Wohngruppe sowie die Beteiligung an Aufgaben, die für das Gemeinwohl in der therapeutischen Wohngruppe und das Zusammenleben in der Klinik wichtig sind.
Somit leben die Patienten einer Wohngruppe in einer wirklichkeitsnahen Umgebung, die der Komplexität unserer Umwelt und deren Erfordernissen am ehesten entspricht, vergleichbar mit familiären und beruflichen Bedingungen. Diese erweisen sich in den meisten Fällen als symptomauslösende und verstärkende Lebensumwelten. In diesem Setting werden in relativ kurzer Zeit die in häuslicher Umgebung vorhandenen Verhaltensweisen, Defizite sowie Ressourcen sichtbar und der psychotherapeutischen Bearbeitung direkt zugänglich gemacht. Veränderungsschritte hinsichtlich einer möglichst effektiven Stressbewältigung, Beziehungsgestaltung oder Problemlösung können in der Wohngruppe auch außerhalb der Einzel- und Gruppentherapie erarbeitet und ausgebaut werden, so dass die Wohngruppenstruktur, insbesondere im Sinne des sozialen Lernens, als ein zentrales therapeutisches Instrument unseres Behandlungskonzeptes wirkt.