Klinik Schweriner See  
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Behandlung von pathologischem Glücksspielen

Behandlungsschwerpunkt Pathologisches Glücksspielen

In der AHG Klinik Schweriner See werden pathologische Glücksspieler seit 1995 behandelt. Der Behandlungsbedarf für diese Patientengruppe hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Die AHG Klinik Schweriner See hat dem Rechnung getragen, indem sie den Behandlungsschwerpunkt Pathologisches Glücksspielen seit seiner Einführung 1995 mehrfach erweitert und differenziert hat. Inzwischen stehen in den beiden Indikationsbereichen Abhängigkeitserkrankungen und Psychosomatik insgesamt 26 Behandlungsplätze zur Verfügung. Derzeit werden in den beiden Indikationsbereichen Psychosomatik und Abhängigkeitserkrankungen zusammen jährlich etwa 120 pathologische Glücksspieler behandelt.

 

Allgemeines zum Krankheitsbild

Glücksspiele üben auf Menschen seit jeher eine besondere Anziehung aus. Menschen wollen im Spiel den Alltag und seine Probleme vergessen können. Beim Spiel den Zufall und das Glück herauszufordern erzeugt eine besondere Spannung und einen besonderen Kick, der die Welt außerhalb des Spielgeschehens vergessen lässt. Außerdem lockt die Aussicht, schnell und einfach über viel Geld zu verfügen und beflügelt die Träume auf ein besseres und problemfreies Leben.

Doch die Realität des Glücksspielens wird häufig schnell eine andere. Hoffnungen und Wünsche erfüllen sich nicht. Es entsteht ein Druck, verlorenes Geld wieder reinholen zu wollen. Die Möglichkeit, durch das Glücksspiel Sorgen und Nöte vergessen zu können, wird immer häufiger und länger genutzt. Das Leben beginnt sich immer mehr um das Spielen und die Geldbeschaffung dafür zu drehen. Ausreden werden erfunden, um das Spielen zu verheimlichen und um unangenehme Tatsachen zu verbergen. Das Vertrauen anderer Menschen geht zunehmend verloren, Einsamkeit und Verzweiflung breiten sich aus.

 

Behandlungsangebot

Es kostet Kraft und viel persönlichen Einsatz, den Teufelskreislauf des Spielens zu durchbrechen. Um Glücksspieler darin zu unterstützen, mit dem „Zocken“ aufzuhören und ein möglichst zufriedenes spielfreies Leben führen zu können, gibt es in der AHG Klinik Schweriner See ein spezialisiertes Therapieangebot. In der Therapie geht es zunächst darum, für jeden einzelnen persönlich herauszufinden, was ihn zum Spielen treibt und was für ihn die Faszination des Spielens ausmacht, die ihn immer wieder und immer länger spielen lässt.

 

Therapieziele bei der Behandlung von Pathologischem Glücksspiel

In der Therapie wird u. a. an folgenden Zielen gearbeitet, die jeweils auf die einzelne Person abgestimmt sind:

• Kontrolle über die Auslöser des Glücksspielens gewinnen

• Aufbau von Verhaltensweisen, die vom Spielen abhalten

• Erkennen und Verändern von problematischem Verhalten in den Beziehungen zu anderen Menschen

• Überprüfung und Veränderung von Überzeugungen, Gedanken und Phantasien, die mit dem Spielen zu tun haben

• Neues, verbessertes Umgehen mit unangenehmen Gefühlen und Selbstwertzweifeln

• Entwicklung eines neuen, veränderten Verhältnisses zum Geld

 

Therapiebausteine

Die Behandlung von Patienten mit pathologischem Glücksspielverhalten erfolgt im Rahmen eines individuell abgestimmten Behandlungsprogramms. Die Behandlungsdauer beträgt 8 bis 12 Wochen, bei zusätzlicher stoffgebundener Abhängigkeit bis zu 16 Wochen. Die Aufnahme erfolgt in Therapiegruppen, in denen ausschließlich oder überwiegend pathologische Glücksspieler behandelt werden. Das Behandlungsprogramm umfasst Gruppenpsychotherapien zur Glücksspielproblematik sowie psychotherapeutische Einzelgespräche. Je nach persönlicher Problematik kommen weitere Gruppenpsychotherapien zu verschiedenen Problembereichen hinzu.

 

Im Zuge der Sozialberatung werden Schuldenregulierung

und Geldmanagement eingeleitet. Weiter gehören zur sog. multimodalen Therapie:

• Sport- und Bewegungstherapie

• Ergotherapie

• Entspannungstraining

• Partnerseminare sowie Angehörigen- und Familiengespräche

• Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung (z. B. Arbeits- und Belastungserprobung, Bewerbertraining sowie Beratung zur beruflichen Rehabilitation)

• Planung und Einleitung der Weiterbehandlung und Nachsorge

• Medizinische Betreuung und Behandlung sowie bei medizinischer Indikation physikalische Therapie

 

Weitergehende Informationen zur Behandlung von Pathologischem Glücksspiel steht Ihnen hier zum Download bereit.



Weitere Informationen

Chefarzt

Chefarzt Dr. med. Thomas Fischer

Dr. med. Thomas Fischer

Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Sozialmedizin

Spezialisierung:

Angst und Depressionen
Persönlichkeitsstörungen
Gruppenprozesse
Stoffungebundene Abhängigkeit
Abhängigkeitserkrankungen

Kontakt:

Tel. +49 3867 900-0
Fax +49 3867 900-100
E-Mail fkschwerin@ahg.de


Adresse:
AHG Klinik Schweriner See
Klinik für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie und Suchtmedizin
Am See 4
19069 Lübstorf