Psychosomatische Fachklink Münchwies  
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Behandlungsansätze

Therapeutische Leistungen und medizinische Versorgung während der stationären Behandlung

Das therapeutische Basisprogramm absolvieren die PatientInnen beider Abteilungen im Rahmen einer therapeutischen Wohngruppe, zu der jeweils 12 Personen (Männer und Frauen) gehören. Die Gruppe wohnt und lebt zusammen und durchläuft wichtige therapeutische Aktivitäten gemeinsam. Durch diese Form der Therapieorganisation entsteht für die PatientInnen innerhalb der Klinik ein überschaubarer Bezugsrahmen, der die Bildung einer vertrauensvollen Atmosphäre als Basis für die Therapie erleichtert. Das Zusammenleben in der Wohngruppe schafft für den Patienten emotional bedeutsame Situationen, die im wesentlichen gekennzeichnet sind durch soziale Unterstützung, aber auch durch Konfrontationen mit eigenen problematischen Verhaltensmustern. Die Wohngruppe ist somit ein soziales Lernfeld von hoher Echtheit und Verbindlichkeit und ermöglicht die Bearbeitung von Problembereichen wie die Nähe- Distanz-Regulierung, das Spannungsfeld zwischen Autonomie und Abhängigkeit sowie die Fähigkeit zur Voraussicht des eigenen Handelns. Der Patient kann sein Problemverhalten reflektieren und alternative Lösungsstrategien erarbeiten und erproben.

Wesentlicher Bestandteil der therapeutischen Arbeit im Rahmen der Wohngruppengemeinschaft ist die interaktionell problemlösungsorientierte Gruppentherapie, die in der Psychosomatischen Abteilung dreimal wöchentlich und in der Abhängigkeitsabteilung viermal wöchentlich stattfindet. Zusätzlich zu den spezifischen indikationsgeleiteten Maßnahmen dieser Bereiche nehmen die PatientInnen im Wohngruppenverbund einmal pro Woche an Sport- und Bewegungstherapie, Ergotherapie sowie 3-4mal pro Woche an der Patientengruppe teil. Innerhalb dieser Gruppenstunde ohne Therapeut können Eigeninitiative eingeübt, Selbstverantwortlichkeit gefördert sowie die spätere Arbeit in einer Selbsthilfegruppe vorbereitet werden. Einen weiteren wichtigen Bestandteil im Therapieprozess stellen die regelmäßig stattfindenden Einzeltherapiesitzungen mit dem Bezugstherapeuten, sowie die soziotherapeutischen Beratungen mit den Mitarbeiterinnen der Soziotherapie dar.

Zusätzlich zu Einzeltherapie und Basisprogramm wird jeder Patient, je nach individueller Problematik, dem wohngruppen- und abteilungsübergreifenden indikativen Angebot der Klinik zugewiesen, das sich unterteilt in die Bereiche:

  • Themen- und methodenspezifische Angebote

  • Aktivierung und Ergotherapie

Alle Patienten werden von der Eingangsuntersuchung über eine kontinuierliche medizinische Überwachung aller Störungen und Krankheitsbilder hin bis zur Abschlussuntersuchung in der Klinik medizinisch betreut. Bei entsprechender Indikation erfolgt die Überweisung für spezielle Untersuchungen an niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser der Region. Zur apparativen Ausstattung gehören:

  • EKG

  • Belastungs-EKG

  • Langzeit-Blutdruckmessung

  • Sonografie

  • EEG

  • Labor

In der Klinik befindet sich eine physiotherapeutische Praxis, in der alle notwendigen medizinischen Bäder und physiotherapeutischen Maßnahmen durchgeführt werden können.


Die Klinikambulanz

Seit mehr als 10 Jahren verfügt die Klinik über ein ambulantes, nachstationäres Behandlungsangebot. Die Nachsorge nach Entwöhnungsbehandlungen kann von den Deutschen Rentenversicherungen Bund, Saarland, Rheinland-Pfalz, Knappschaft Bahn-See und einzelnen Krankenkassen übernommen werden.

Im Anschluss an eine stationäre Therapie in der Abteilung für psychische und psychosomatische Erkrankungen besteht für Versicherte der Deutschen Rentenversicherungen Bund, Saarland und Rheinland-Pfalz die Möglichkeit einer Kostenübernahme für die Nachsorgebehandlung in der Klinik.

Ambulantes Gruppenangebot

a.) Ambulanzgruppe für Patientinnen und Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen

Im Anschluss an eine stationäre Entwöhnungstherapie kann unter bestimmten Voraussetzungen die ambulante Nachsorge in unserer Klinik durchgeführt werden. Die Ambulanzgruppe "Sucht" ist ein Bestandteil des Weiterbehandlungsangebotes. Hier besteht die Möglichkeit der weiteren Stabilisierung nach Rückkehr in das gewohnte soziale Umfeld.

b.) Übungsgruppe für emotionale Stabilisierungstechniken

Im ambulanten Rahmen besteht, vorrangig für Patientinnen und Patienten, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, die Möglichkeit zur Teilnahme an der "Übungsgruppe für emotionale Stabilisierungstechniken". Hier werden vorhandene Kraftquellen der Patientinnen und Patienten reaktiviert und über imaginative Verfahren, soziales Kompetenztraining, Körper- und Achtsamkeitsübungen neue Ressourcen vermittelt, um den Betroffenen wieder mehr Kontrolle über Gefühle, Geist und Körper zu ermöglichen.

 

IRENA, ARENA und MERENA

(Abteilung für psychische und psychosomatische Erkrankungen)

Die intensivierten, ambulanten Rehabilitations-Nachsorgeangebote einzelner Rentenversicherungsträger sind  jeweils ambulante Behandlungsangebote über maximal 25 Stunden, im Anschluss an eine stationäre Therapie.

Die Maßnahmen richten sich an Patientinnen und Patienten, die in erreichbarer Entfernung zur Klinik wohnen, kurzfristig keinen ambulanten Therapieplatz erhalten oder ein spezifisches Gruppentherapieangebot benötigen. Dieses Nachsorgeangebot gilt auch für Patientinnen und Patienten, die ihre stationäre Rehabilitation in einer anderen Klinik durchgeführt haben.

 

Festigungsseminare

(Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen)

Für ehemalige Patientinnen und Patienten der Klinik finden in regelmäßigen Abständen eintägige, therapeutische Nachsorgeseminare statt, die allerdings bislang noch nicht von den Kostenträgern erstattet werden. Wir beraten Sie gerne während ihres Aufenthaltes bei uns auch über diese Möglichkeit.


Weitere Informationen

Chefärztin

Dr. med. Monika Vogelgesang

Dr. med. Monika Vogelgesang

Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Spezialisierung:

Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen inklusive Traumafolgen, Depressionen, geschlechtsspezifische Vorgehensweisen insbesondere pathologisches Glücksspielen bei Frauen, Pathologischer PC-/ Internet-Gebrauch (Computersucht)

Kontakt:

Tel. +49 6858 691-0 (Festnetz)
Fax +49 6858 691-420
E-Mail muenchwies@ahg.de


Adresse:
AHG Klinik Münchwies
Turmstraße 50-58
66540 Neunkirchen