Dieses Verhalten ist den Betroffenen selbst oft unerklärlich und nicht einfach als abgeschwächte Form einer Selbstmordtendenz aufzufassen. Untersuchungen über die Ursachen der Selbstverletzungen, weisen auf eine Reihe unterschiedlicher Gründe hin. Nur in den seltensten Fällen handelt es sich dabei um bewusst eingesetzte Versuche, die Umgebung gezielt zu beeinflussen, mehr Fürsorge zu erhalten bzw. andere mit dem Krankenstatus verbundene Vorteile zu erringen.
Die Selbstverletzungen werden oft durch extreme innere Spannungszustände ausgelöst, die stark angstbesetzt sind und nicht selten in Verbindung stehen mit bedrohlichen Erlebnissen, welche die Betroffenen in ihrer Vergangenheit erlitten hatten. Diese Angst- und Spannungszustände gehen manchmal mit einem Entfremdungserleben einher (siehe dissoziative Störungen) welches bewirkt, dass die Selbstverletzungen nicht als Schmerz wahrgenommen werden.
Erst das Fließen von Blut und/oder der schließlich dann doch einsetzende Schmerz bewirken, dass eine innere Alarmierung einsetzt, die zu einer Beendigung der Selbstverletzung führt.
Fortgesetztes Schmerzerleben, Ärger über sich selbst, Reue und auch Scham sind die Gefühle, welche in der Regel nach den Selbstverletzungen vorherrschen. Die Auslöser für das Verhalten sind den Betroffenen jedoch auch im Nachhinein meist nicht bewusst.
Wiederholte bzw. ausgeprägte Selbstverletzungen sind ernst zu nehmende Hinweise dafür, dass ein erhebliches Problem bei einem Menschen vorliegt und sollten umgehend zum Aufsuchen einer Fachperson aus dem psychiatrisch/psychosomatischen Bereich führen.
Menschen mit selbstverletzendem Verhalten können in den psychosomatischen Kliniken der AHG behandelt werden, auch im Zusammenhang mit seelischen Erkrankungen, in deren Rahmen selbstverletzendes Verhalten gehäuft auftritt wie Persönlichkeitsstörungen vom Borderline-Typ, dissoziative Störungen und posttraumatische Belastungsstörungen.
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen inklusive Traumafolgen, Depressionen, geschlechtsspezifische Vorgehensweisen insbesondere pathologisches Glücksspielen bei Frauen, Pathologischer PC-/ Internet-Gebrauch (Computersucht)
Tel. +49 6858 691-0 (Festnetz)
Fax +49 6858 691-420
E-Mail muenchwies@ahg.de
Adresse:
AHG Klinik Münchwies
Turmstraße 50-58
66540 Neunkirchen