Psychisch bedingter Gedächtnisverlust (psychogene Amnesie)
Für manche Menschen ist die Erinnerung an Erlebtes so schmerzhaft, dass sie diese stoppen, wenn sie beginnt ins Gedächtnis zu kommen und stattdessen an etwas anderes denken. In ausgeprägten Fällen wird die Erinnerung so früh „ausgeschaltet“, dass das Wissen um einen bestimmten Sachverhalt der bewussten Wahrnehmung überhaupt nicht mehr zugänglich ist. Schließlich wird noch nicht einmal wahrgenommen, dass da etwas fehlt in dem „Buch der Erinnerung“ eines Menschen. Das Ausradieren wird dabei in einigen Fällen so umfassend vorgenommen, dass nicht nur die Erinnerung an schmerzliche Erlebnisse, sondern auch an alle anderen Ereignisse einer Lebensphase nicht mehr zugänglich sind. Dies kann soweit gehen, dass ganze Lebensjahre aus dem Gedächtnis einer Person gestrichen werden. Ein solches, um wesentliche Teile seiner Geschichte beschnittenes Leben, verarmt in vielerlei Hinsicht.
In Situationen, welche Ähnlichkeiten zu der unterdrückten Vergangenheit aufweisen, können die Erinnerungen jedoch plötzlich wieder auftauchen. Dies geschieht meist bruchstückhaft und führt nicht selten zu großer Verwirrung und zu enormen Ängsten.