Dissoziative Absencen
Hierbei handelt es sich um meist eher kurze Phasen der inneren Abwesenheit, in der Menschen aus dem Kontakt mit ihrer äußeren Umwelt heraustreten und sich innerlich zurückziehen. Dabei wirken sie für den aufmerksamen Beobachter abwesend. Manchmal wendet sich ihr Blick nach oben oder schaut wie ins Leere. Was während dieser Zeit um sie herum vor sich geht, merken die dissoziierenden Personen nicht oder nur sehr entfernt, als ob es nichts mit ihnen zutun hätte. Ursprünglich als Ausweichen vor dem bewussten Erleben seelischer Verletzungen zu verstehen, kann ein solches Verhalten sich auch auf weniger gravierende Auslöser ausbreiten und die Menschen in ihrem Alltag erheblich behindern.
In einigen Fällen verkennen die dissoziierten Personen die äußere Realität und verhalten sich so, wie es ihrem inneren Erleben entspricht. Dabei können dann die Überlebensreflexe Flüchten oder Kämpfen, aktiviert werden und es kommt zu einem, für den Beobachter grundlos anmutenden, Fluchtverhalten oder auch zu aggressiven Auffälligkeiten.
Im EEG (Elektroencephalogramm, d. h. der Ableitung von Hirnströmen) sieht man auch während dieser dissoziativen Zustände keine Auffälligkeiten, die für eine Epilepsie sprechen würden.
Manchmal verletzten sich die Betroffenen selbst, um dissoziative Zustände zu beenden (siehe selbstverletzendes Verhaltens).