Da die Adaption auf ein normales Alltags- und Berufsleben vorbereiten soll, ähnelt das Wohnen im Haus in Vielem dem selbständigen Wohnen.
Wir teilen die Adaption im AHG Adaptionshaus Lübeck in drei Phasen ein:
Im Mittelpunkt steht in dieser zweiwöchigen Phase das Ankommen im Haus und in Lübeck sowie die Erprobung und Förderung der Erwerbsfähigkeit in der EDV, in Holz-, Metallwerkstatt oder im Außenbereich.
Das Ankommen erleichtert die spezielle Therapiegruppe für die neu aufgenommenen Patientinnen und Patienten. Hier werden die Probleme des Abschieds aus der Klinik und des Ankommens in unserem Haus besprochen. Die Teilnehmer erkunden gemeinsam die Stadt. Es gibt jeden Freitag ein gemeinsames Frühstück mit allen Bewohnern des Adaptionshauses. Hier und in der wöchentlichen „Hausgruppe“ kann man die anderen kennen lernen.
Den Bereich für die interne Arbeitserprobung wählen wir entsprechend der beruflichen Erfahrungen, Wünsche, Fähigkeiten und der Vorarbeit der Fachklinik zusammen mit den Patienten und Patientinnen aus. Hier können sie sehen, was sie (noch) können, und sie können Kompetenzen ausbauen. Wir können die beruflichen Kernkompetenzen erkennen wie Zuverlässigkeit, Belastungsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz. Wir können Stärken und Schwächen erkennen.
Neben der internen Arbeitserprobung ist noch genügend Zeit, in Ruhe das Appartement einrichten, die Mitpatienten kennen zu lernen, sich mit der Stadt vertraut zu machen und erste Erledigungen vorzunehmen, Freizeitaktivitäten zu entwickeln usw. Außerdem wird in dieser Phase die externe Arbeitserprobung vorbereitet.
In der bis zu achtwöchigen Phase steht die Mitarbeit in einer Lübecker Firma im Mittelpunkt. Sofern es keine gesundheitlichen Einschränkungen gibt, sollen die Patienten das übliche Arbeitspensum erfüllen.
Der Arbeitspädagoge stellt Kontakt zu einer der mehr als 50 Firmen her, mit denen wir zusammenarbeiten. Die Patienten stellen sich in der ausgewählten Firma vor. In Einzelfällen suchen sie sich selbst einen Betrieb. Die Spannweite reicht von unterschiedlichen Handwerksbetrieben über den Einzelhandel, Speditionen, Elektronikfirmen und einem Reiterhof bis hin zu Altenheimen, Kindergärten und einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.
Die externe Arbeitserprobung dient vor allem vier Zwecken:
In den letzten Wochen geht es schwerpunktmäßig um vier Angelegenheiten:
Mit der Wohnungssuche haben die meisten Patienten bereits in den letzten Wochen der externen Arbeitserprobung begonnen. In dieser Phase wird die Suche intensiviert. Der Lübecker Wohnungsmarkt ist aktuell relativ entspannt. Alle Patienten der vergangen Jahre, die die Adaption regulär beendet haben, fanden eine Wohnung.
Während der gesamten Adaption ist dies ein wichtiges Thema. Bei einem Teil der Patienten geht es um konkrete Bewerbungen. Es ist ein wichtiger Programmpunkt unserer Adaption, die Bewerbungsunterlagen zu erstellen bzw. auf den neuesten Stand zu bringen. Alle Patienten lernen, wie sie über das Internet Informationen einholen, Arbeitsangebote finden und sich „elektronisch“ bewerben können. Es gibt das Angebot eines Bewerbungstrainings. Patienten können sich über Umschulungen, Weiterbildungen, Ausbildungen, Ausbildungsbeihilfen, Lohnkostenzuschüsse informieren und leiten gegebenenfalls Maßnahmen ein.
Fast alle Patienten benötigen nach der Adaption eine weitere ambulante Unterstützung. Die Spannweite reicht von Selbsthilfegruppen über die Nachsorge und einer ambulanten Psychotherapie bis hin zu einer umfassenden psychosozialen Betreuung für alle Anliegen mit mehreren Stunden pro Woche durch eine professionelle Bezugsperson (betreutes Wohnen in eigenem Wohnraum oder in Clean-WGs).
Wir besprechen mit allen die Zeit nach der Entlassung: Was mach ich in den ersten Tagen nach dem Abschluss der Adaption Was fange ich mit meiner Zeit an, wenn ich arbeitslos bleibe? Wo bekomme ich neue Kontakte? Welche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gibt es? Welche Hilfen gibt es in Notfallsituationen?
Neben den genannten Schwerpunkten sollen alle weiteren Anliegen soweit geklärt und erledigt werden, wie es innerhalb des zeitlichen Rahmens der Adaption möglich ist. Dabei kann es sich um das Aufsuchen einer Schuldnerberatungsstelle handeln, einen Besuch der „Lebersprechstunde“ der Universitätsklinik Schleswig-Holstein, Campus Lübeck wegen einer Interferonbehandlung, dem ersten Kontakt mit dem neuen Bewährungshelfer, dem Auflösen der alten Wohnung und vieles andere mehr.
Bei allen Problembereichen steht der Bezugstherapeut den Patienten zur Seite. Bei einem Patienten geht es um „verwirrte“ Gefühle und problematische Verhaltensmuster, bei anderen Patienten eher um organisatorische Angelegenheiten und bei dritten um aktuelle Konflikte. Obligatorisch ist ein ausführliches Einzelgespräch pro Woche. Bei Bedarf können es wesentlich mehr Gespräche sein. Gerade in der letzten Phase führen wir fast täglich kürzere Einzelgespräche.
Für die Organisation und Durchführung der Arbeitserprobungen und für die Abläufe im Haus steht der Arbeitspädagoge zur Verfügung. Anliegen aus den Bereichen Verwaltung und Geldauszahlung bearbeitet unsere Verwaltungskraft in unserer „Schaltzentrale“. Nach Dienstschluss stehen die Damen der Nacht- und Wochenendbereitschaft mit Rat und Tat zur Verfügung, d.h. wir sind rund um die Uhr erreichbar..
Parallel zu den Einzelgesprächen finden Bezugsgruppentherapie- und indikative Gruppen statt:
An einem Raucherentwöhnungstraining mit zehn Terminen können unsere Patienten kostenlos in der AHG Klinik Holstein teilnehmen.
Psychologischer Psychotherapeut
Tel. +49 451 87396-0
Fax +49 451 87396-50
E-Mail luebeckadaption@ahg.de
Adresse:
AHG Adaptionshaus Lübeck
Rademacherstraße 2a
23556 Lübeck