Schätzungen zufolge sind rund 1,9 Mio. Menschen in Deutschland von Medikamentenmissbrauch bzw. einer Medikamentenabhängigkeit (Tablettensucht) betroffen. Auslöser für einen Medikamentenmissbrauch sind meist schmerzhafte Krankheiten oder schwere seelische Belastungen (s.a. Traumafolgestörung). Denn besonders bei Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmitteln ist der Weg von der regelmäßigen Einnahme bis zur Tablettensucht nicht weit. Das gilt auch für Antidepressiva, Neuroleptika oder Medikamente zur Gewichtsreduktion. Hier erfahren Sie mehr über Symptome, Folgen und Therapiemöglichkeiten.
Ein Hinweis vorab:
Persönliche Beratung und Orientierung bei Medikamentenabhängigkeit erhalten Betroffene und Angehörige bei der AHG-Beratungshotline unter Tel. 01801-244 222 und beratung@ahg.de. Gezielte Therapieangebote bieten die folgenden AHG-Standorte an: Bad Berleburg, Daun, Dormagen, Hardberg, Lübeck, Mecklenburg, Münchwies, Richelsdorf, Römhild, Schelfstadt, Schweriner See, Tönisstein, Am Waldsee, Wigbertshöhe, Wilhelmsheim, Koblenz, Ludwigshafen, Lübeck/Adaption, Bassenheim, Duisburg, Germersheim, Köln, Nürnberg, Stuttgart
Die Diagnose einer Tablettensucht ist schwierig. Oft bewegt sich der Medikamentenmissbrauch im Rahmen der sogenannten Niedrigdosisabhängigkeit. Darüber hinaus sind von Medikamentenabhängigkeit Betroffene vergleichsweise unauffällig und sozial integriert.
Man spricht von Medikamentenmissbrauch, wenn Arzneimittel ohne erkennbare Beschwerden zur Beeinflussung des eigenen Wohlbefindens eingesetzt werden. Typische Hinweise auf eine Medikamentenabhängigkeit sind:
Aufgrund der deutlich erhöhten Unfall- und Sturzgefahr ist Medikamentenmissbrauch mit akuten Risiken verbunden. Vor allem zieht eine Tablettensucht jedoch schwere körperliche und seelische Folgen nach sich.
Mögliche körperliche Folgen von Medikamentenabhängigkeit:
Mögliche seelische Folgen von Medikamentenabhängigkeit:
Reaktionen, Depressionen und Ängste sind ebenfalls typische Folgen einer Medikamentenabhängigkeit.
Auch wenn sich die Folgen des Medikamentenmissbrauchs zum Teil ähneln – Tablettensucht ist nicht gleich Tablettensucht. Verbreitete Formen der Medikamentenabhängigkeit sind:
Seit 1974 ist die AHG auf die qualifizierte Behandlung von Menschen mit Medikamentenabhängigkeit spezialisiert. Heute vernetzt die AHG über 45 Facheinrichtungen in 11 Bundesländern. Damit bietet sie ein umfassendes Spektrum für die Therapie von Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit (Tablettensucht).
Betroffene, die sich von ihrer Tablettensucht lösen und wieder ein unabhängiges Leben ohne Medikamentenmissbrauch führen möchten, finden in den Kliniken der AHG professionelle Hilfe – von der Entwöhnung bis zur Adaptionsbehandlung.