Dr. med. Andreas Sackmann
Facharzt für Neurologie, Zusatzbezeichnung Sozialmedizin, Verkehrsmedizinische Qualifikation
Multiple Sklerose ist vielfach ein Buch mit sieben Siegeln. Es kann Jahre dauern, bis die Diagnose feststeht. Die Symptome sind nie eindeutig, der Verlauf der Krankheit ist alles andere als stringent und vorhersehbar. Umso wichtiger ist es, dass diejenigen, die Patienten behandeln und pflegen, die an der Entzündung des Zentralen Nervensystems leiden, sich mit der „Krankheit der 1000 Gesichter“ auskennen. So wie Michael Böcher. Der Pfleger leitet seit zehn Jahren die MS-Station der AHG Klinik für Neurologie Hilchenbach, die dem seit 2007 -von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft anerkannten MS-Zentrum angegliedert ist. „Mit dem Zertifikat ist ausgedrückt, dass wir unserem hohen Anspruch an eine pflegerische Qualität ebenso gerecht werden wie dem Ziel, die psychische und sozialmedizinische Lage der Patienten immer weiter verbessern zu wollen“, verweist Pflegedienstleiter Peter Ohrndorf nicht nur mit Stolz auf die vor drei Jahren erworbene Auszeichnung. Sondern auch darauf, dass damit der hohe Ausbildungsstatus der Mitarbeiter auf der MS-Station dokumentiert ist.
So wie bei Michael Böcher. Berufsbegleitend hat er sich mit Unterstützung der AHG als einer der ersten Pfleger in der Region im Rehabilitationszentrum „Quellenhof“ im süd-deutschen Bad Wildbach und in diversen Praktika im Bergmannsheil in Bochum oder in der Kamillus-Klinik in Asbach innerhalb von 18 Monaten zur MS-Fachkraft weitergebildet. „Inhaltlich ging es um Therapietreue, Patientenbindung, Krankheitsbewältigung, Kommunikation und Dokumentation“, erläutert Böcher, dass leider immer noch viele MS-Patienten mit Fragen zu Therapie und Diagnostik allein gelassen werden. „Es können Lähmungserscheinungen auftreten, Missempfindungen, Inkontinenz, starke Müdigkeit, Spastiken. Damit verbunden sind Ängste, die es aufzufangen gilt. Dazu kommen Fragen zu Leistungen der Krankenkassen, zur Hilfsmittelversorgung oder psychologischen Betreuung“, macht Michael Böcher darauf aufmerksam, dass die Verunsicherungen nur durch Aufklärung und Gespräche ausgeräumt werden können. Als geprüfte MS-Fachkraft fungiere er als ein Krankheitsmanager, um im Austausch mit Ärzten und Therapeuten und unter Einbeziehung des Patienten Behandlungskonzepte zu erstellen, zu hinterfragen, anzupassen und stetig zu verbessern.
„Wir freuen uns, dass wir Dank des Engagements von Michael Böcher die ganzheitliche Versorgung und Beratung unserer MS-Patienten deutlich ausbauen können“, kündigt Chefarzt Dr. med. Andreas Sackmann weitere Qualitätsverbesserungen an. Neben Michael Böcher als kompetenten Ansprechpartner, neben der fachgerechten Aufklärung und Anleitung zur Medikamentenapplikation sowie Miteinbeziehung und Schulung von Angehörigen ist daran gedacht, ein neues Dokumentationssystem einzuführen. „Erfasst werden sollen alle subjektiven und objektiven Parameter, um die Therapie noch besser auf den einzelnen Patienten abstimmen zu können“, möchte Peter Ohrndorf den Vorsprung der AHG-Klinik bei der Versorgung von MS-Patienten weiter ausbauen und anhand der so gewonnenen statistischen Daten mithelfen, der Krankheit das Unvorhersehbare zu nehmen und sie planbarer zu machen.
Facharzt für Neurologie, Zusatzbezeichnung Sozialmedizin, Verkehrsmedizinische Qualifikation
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