Dr. med. Andreas Sackmann
Facharzt für Neurologie, Zusatzbezeichnung Sozialmedizin, Verkehrsmedizinische Qualifikation
Die AHG Klinik für Neurologie Hilchenbach führt die „Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit“ (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein.
Sie ist seit 2001 international und seit 2004 in Deutschland eingeführt, aber kaum eine Klinik setzt sie um: die „Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit“ (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mit Hilfe dieses Regelwerks kann die Funktionsfähigkeit und Beeinträchtigung jedes Menschen sprachlich einheitlich klassifiziert werden. „Das hört sich komplizierter an, als es ist“, erklärt Marco Baurdoux, leitender Physiotherapeut der AHG Klinik für Neurologie Hilchenbach, „wir haben immer schon analysiert, was ein Patient kann und festgelegt, was wir für und mit ihm erreichen möchten. Allerdings machen wir das in Zukunft mit der ICF einfacher und einheitlicher. So können wir innerhalb der Klinik, aber auch mit Partnern außerhalb der Klinik besser zusammenarbeiten.“
Teilhabe im Mittelpunkt
Neu bei Einführung der ICF ist vor allem, dass abteilungs- und fachübergreifend nicht nur der physikalische „Funktionszustand“ des Patienten, sondern auch die damit verbundenen Begleitzustände – zum Beispiel Auswirkungen auf Familie und Berufsleben – genau beschrieben werden. „Bisher haben wir zum Beispiel als Ziel festgelegt, wie viele Meter ein Patient gehen können soll“, so Marco Baurdoux, „künftig werden wir auch als Teilhabe-Ziel festhalten, dass er selbstständig zum Einkaufen gehen können soll.“ So soll die Behandlung an der AHG Klinik für Neurologie Hilchenbach noch mehr am Lebensalltag des Patienten ausgerichtet werden. Und weil die Ziele in Teamsitzungen einheitlich und abteilungsübergreifend für den Patienten festgelegt werden, können alle in der Klinik besser darauf hinarbeiten.
Umstellung bedeutet viel Arbeit
Drei Arbeitsgruppen mit bis zu zehn Vertretern aus allen Abteilungen der Klinik beschäftigen sich seit Sommer dieses Jahres in Hilchenbach damit, das System einzuführen. Eine Gruppe hat sich das ICF-konforme Aufnahmeverfahren vorgenommen. Eine zweite Gruppe befasst sich mit Teamstrukturen und Fragen der Zusammenarbeit. Und die dritte Gruppe beschäftigt sich mit den Zielformulierungen und versucht, eine einheitliche Sprache für die Klinik zu finden. Auf längere Sicht sollen so das gesamte Berichtswesen wie Aufnahmeberichte und Entlassberichte sowie die gesamte Kommunikation der Stationsteams, der Ärzte, Therapeuten und Pfleger ICF-konform verschlankt und umgestellt werden. Neben der reibungsloseren Zusammenarbeit der Abteilungen hat die Einführung der ICF an der Klinik auch Vorteile für den Patienten. Er kann jetzt noch mehr als bisher direkt von Anfang an seine konkreten Wünsche und Ziele in die Behandlung einbringen.
Facharzt für Neurologie, Zusatzbezeichnung Sozialmedizin, Verkehrsmedizinische Qualifikation
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