Dr. med. Andreas Sackmann
Facharzt für Neurologie, Zusatzbezeichnung Sozialmedizin, Verkehrsmedizinische Qualifikation
Sporttherapeut Roman Hochhalter bietet an der AHG Klinik für Neurologie Hilchenbach therapeutisches Bogenschießen an. Der 14.000 Jahre alte Sport fördert die Konzentration und unterstützt gleichzeitig den Erfolg der Therapie. Der Körper findet festen Halt. Der Rumpf ist gedreht, die Rückenmuskulatur gespannt. Roman Hochhalter setzt seinen Bogen an. Er fokussiert das Ziel, eine bis zu 50 Meter entfernt aufgebaute Scheibe mit einem goldgelben Zentrum. Der Schütze verleiht dem physikalischen Prinzip des elastischen Stabes Geltung. Mit der linken Hand fixiert Hochhalter den Bogen, mit der rechten zieht er aus der Schulter heraus die Bogensehne nach hinten. Kräftig. Mit bis zu 50 Pfund Zuggewicht. Der Bogen spannt sich wie eine Feder. Beide Augen wandern zur Zielscheibe, nach kurzem „ankern“ lässt Hochhalter die Sehne los. Potenzielle Energie verwandelt sich in kinetische. Die Sehne schnellt vor, katapultiert den Pfeil mit bis zu 180 Metern pro Sekunde (mps) Richtung Scheibe. Der Pfeil schlägt ein. Zwei Zentimeter von der goldgelben Mitte entfernt. Ein guter Schuss.
„Das Bogenschießen gibt es in der ursprünglichen Form seit fast 14.000 Jahren“, verweist Roman Hochhalter auf die Jagd, „heute hingegen ist es als meditative und konzentrativ anspruchsvolle Sportart sehr beliebt.“ Immerhin ist Bogenschießen olympisch. Seit 1972. Verwendet werden bei diesen Wettkämpfen sogenannte Recurvebögen, an denen Zielvorrichtungen und Stabilisatoren angebaut sind. Ein technologisch hoch entwickeltes Sportgerät, mit dem genaue Treffer auf große Distanzen erzielt werden. Roman Hochhalter favorisiert eher das Ursprüngliche. „Die Präzision kann man auch mit einem traditionellen Bogen erlernen. Das macht gerade den Reiz aus“. Der Sporttherapeut hat vor acht Jahren den Entschluss gefasst, seine Leidenschaft für den Langbogen beruflich auszuleben.
Seit fast einem Jahrzehnt lehrt Hochhalter die traditionelle Kunst im Umgang mit Pfeil und Bogen. In seiner „Highholder´s Bogenschule“ im Insbachtal, in Schulen oder in Kliniken. „Das Schießen eignet sich hervorragend als nichtmedikamentöse Therapie. Mentales Training, Technikschulung, Konzentrationsaufgaben, Dehn- und Kräftigungsübungen, Entspannung und Meditation: In relativ kurzer Zeit stellen sich Erfolgserlebnisse ein und die parallel angeeigneten Fähigkeiten unterstützen den Genesungsprozess und das allgemeine Wohlbefinden“, stellt Hochhalter die Faszination des Sportes heraus. Auch der Spaß komme nicht zu kurz, teilt der Sporttherapeut, der Sportwissenschaft, Pädagogik und Psychosomatik studiert hat, seine Begeisterung für das Bogenschießen auch mit Dr. med. Andreas Sackmann. Der Chefarzt der AHG Klinik für Neurologie Hilchenbach ist angetan von den Möglichkeiten, die sich mit dem meditativen und therapeutischen Bogenschießen erschließen. „Wir wollen den Sport insgesamt verstärkt mit in unsere Therapieplanungen einbauen und so die Chancen nutzen, die die Aktivitäten für unsere Patienten haben können.“ Bogenschießen eigne sich dabei besonders, denn zum Bogen greifen könne jeder. „Es kommt nicht auf die Zugkraft und Geschwindigkeit an, sondern auf Ruhe und Intuition, mit der die Entfernung und die Bogenspannung ab- und eingeschätzt wird. Sinn der Sache ist es nämlich, die Pfeile ihr Ziel finden zu lassen. Wie schnell dies passiert, ist unerheblich.“
Facharzt für Neurologie, Zusatzbezeichnung Sozialmedizin, Verkehrsmedizinische Qualifikation
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