Dr. med. Andreas Sackmann
Facharzt für Neurologie, Zusatzbezeichnung Sozialmedizin, Verkehrsmedizinische Qualifikation
Die Pflege in der Rehabilitation hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen - Tendenz weiter steigend. Der höhere Bedarf und neue, aktivierende Methoden machen sie zu einem wichtigen Bestandteil der Behandlung.
„Die Pflege in der Rehabilitation gewinnt allein aufgrund der Altersentwicklung der Bevölkerung immens an Bedeutung“, ist Peter Ohrndorf überzeugt, „damit wird sich auch das Berufsbild der Pflegekraft verändern.“ Der Pflegedienstleiter der AHG Klinik für Neurologie Hilchenbach setzt sich aktiv dafür ein, dass die Schwestern und Pfleger, die in Reha-Kliniken arbeiten, die Wertschätzung erfahren, die ihnen gebührt. „Im Vergleich zur Pflege in den Akuthäusern existiert bisher im Reha-Bereich kein ausgeprägtes berufliches Selbstverständnis. Dabei leisten wir hier viel mehr, als die meisten vermuten.“
Peter Ohrndorf möchte das Selbstverständnis der Pflege in der Rehabilitation ändern. Mit Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet setzt er sich in bundesweit arbeitenden Gremien dafür ein, den Wert der Pflege der Bedeutung, die sie im Reha-Bereich für die Patienten besitzt, anzupassen. Entscheidend sei, die reha-spezifischen Kompetenzen der Pflegekräfte weiter zu stärken. „In den Reha-Kliniken spielen neben der traditionellen Grund- und Behandlungspflege ganzheitliche Konzepte eine große Rolle, die den Patienten mit einbeziehen“, so Herr Ohrndorf. Was bedeutet das? „Der Patient hat nichts davon, wenn wir ihn morgens waschen. Wir müssen ihm zeigen, wie er dies selbst erledigen kann“, erläutert der Pflegedienstleiter an einem Beispiel das Prinzip der aktivierenden Pflege. Es gehe darum, alltagstaugliche, lebensnahe Fähigkeiten zu trainieren und die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung des Patienten als Gradmesser gelten zu lassen.“
Dies verlange eine andere Herangehensweise der Pflegenden an die Patienten. „Wir benötigen viel mehr Zeit, viel Geduld, ein hohes Maß an kommunikativen Fähigkeiten und Einfühlungsvermögen“, so Ohrndorf. Mit großem Engagement setzt sich der Pflegedienstleiter dafür ein, dass die AHG Klinik für Neurologie Hilchenbach hier eine Vorreiterrolle einnimmt – zum Beispiel durch die Einführung von ungestörten Patientenkontaktzeiten. „Die Pflegekraft im Reha-Bereich sorgt dafür, dass der Patient ganz allmählich wieder Alltagskompetenzen entwickelt. Das erfordert ein Arbeiten mit den Patienten, aber auch mit den Therapeuten und den Ärzten und den Angehörigen. Die Pflegekraft ist somit eine Art Bindeglied und bestimmt das Tempo und die Intensität, wie die individuell abgestimmten Behandlungskonzepte umgesetzt werden.“
Die Pflege übernehme somit eine Art Lotsenfunktion, mit der damit verbundenen Verantwortung. „Der Wert der Arbeit, die viele Kolleginnen und Kollegen im Reha-Bereich absolvieren, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Und ich bin mir sicher, dass dies über kurz oder lang auch entsprechend anerkannt wird.“
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