Wichtige Bausteine der Diagnosestellung sind die Erhebung der Krankengeschichte und eine gründliche neurologische Untersuchung, welche die bestehenden Funktionsstörungen aufdeckt, beschreibt und versucht einem Schädigungsort im Nervensystem zuzuordnen.
Mittels der evozierten Potentiale können verschiedene funtionelle Systeme des Nervensystems untersucht werden:
Evozierte Potentiale: Durch einen Reiz wird eine Antwort im Nervensystem ausgelöst. Der Reiz kann ein optischer (VEP= visuell evozierte Potentiale), ein akustischer (AEP = akustisch evozierte Potentiale), ein sensibler (SSEP = somatosensorisch evozierte Potentiale) oder motorischer (MEP = magnetisch evozierte Potentiale) sein. Die Entzündung des Nervenhüllgewebes (Myelinscheide) führt zu einer Verzögerung der Impulsfortleitung, die Schädigung der Nervenfaser (Axon) zu einer Deformierung des Antwortpotentials.
Untersuchung des Liquor cerebrospinalis(„Nervenwasser“).
Hier kann die zugrunde liegende Entzündungsreaktion im Nervensystem nachgewiesen werden. Es werden sowohl vermehrte Entzündungszellen als auch eine Eiweißvermehrung bzw. gestörte oder pathologische Zusammensetzung nachgewiesen werden (oligoklonales IgG). Wichtig ist diese Untersuchung auch zur Abgrenzung von anderen entzündlichen Erkrankungen, sie kann aber auch unauffällig ausfallen (bis zu 10% der Betroffenen)
Bildgebende Untersuchungen
Magnetresonanztomografie = Kernspintomografie (MRT)
Das zentrale Nervensystem wird hier in Schichtbildern dargestellt, Es können sowohl entzündete als auch narbige Veränderungen dargestellt werden. Akute Entzündungsherde können mittels Kontrastmittelanreicherung (Gadolinium) identifiziert werden.
Die Diagnosestellung muss den klinischen Verlauf, den körperlichen Befund, das Ergebnis der Kernspintomografie, der evozierten Potentiale und Des Nervenwassers berücksichtigen. Jedes für sich alleine ist nur ein Mosaikstein auf dem Wege zur endgültigen Diagnose.