Lebensfalter
vonRoland Fahlenbach ©
Hey, Lebensfalter,
wo fliegst du hin? Was ist Dein Ziel?
Oder gehst es Dir wie mir, mein Alter?
Es bedeutet mir nicht sehr viel.
Lass uns ein Stück zusammen fliegen,
und erzählen aus alten Zeiten,
so von kleinen und großen Siegen,
oder ebensolchen Pleiten.
Geht’s Dir auch manchmal wie mir, mein Freund?
Du sitzt gerad’ auf einem Ruhepol,
hast von so manchen Siegen geträumt,
und fühlst Dich danach nicht wohl?
Ich weiß ja nicht, bei welchem Mensch Du bist,
doch bei meinem…, ich kann Dir sagen,
hat ich so mancher List,
schon schweren Kummer zu ertragen.
Nun weilt er auf solchem Ruhepol,
auf welchem ich einst einmal saß,
fühlt sich im Moment auf diesem wohl,
weil alte Zeit ihn fasst zerfraß.
Er rannte rum und suchte seinen Weg,
doch kam dann die Gelegenheit,
wurden Stolpersteine ihm gelegt,
fand er im Alkohol Zufriedenheit.
So ging’s dann Tag aus Tag ein, das Jahr für Jahr,
nichts änderte sich im Geschehen,
bis er zur Entgiftung war
und manches anders wurd’ gesehen.
Doch nicht sofort hatt’ er begriffen,
wie’s manch einer doch mal schafft,
hat öfters auf dem Weg gelitten,
bis hinter ihm die Drehtür klafft.
Doch mit der Drehtür hier ein Ende
Und das im positiven Sinne,
bracht’ das Verlassen eine Wende
mit neuen Perspektiven drinne.
Mit denen bin ich auf dem Flug,
in der Hoffnung , dass sie fruchten,
der Vergangenheit genug,
in der Zukunft liegen Buchten.
Du, sag mal…, ich erzähl die ganze Zeit
Und Du fliegst stumm neben mir.
Bist wie zu vielem bereit,
drum sage mir, wie geht es Dir?
Hä…? Du kommst gerade von der „10“?
Ich soeben von der Langzeit.
Wird unser Flug so weiter geh’n?
Ja, ist das denn die Möglichkeit?
Was…? Ja, ja,…, so ging es meinem auch,
er hat fast zwei Jahre dafür gebraucht.
Nun ist er clean, soweit man sieht,
doch weiß man nicht was morgen geschieht.
Entferne über ihn die Glocke,
lass allein auf freier Socke,
hat er sich dann noch im Griff,
ist er auf dem richtigen Schiff.
Auf diesem Wege will ich ihn begleiten,
doch vorher schon die Wege ebnen,
die zum Ziele ihn geleiten
in das abstinente Leben.
Der Weg aber dahin ist lang
Und belegt mit so manchen Hürden,
die, wenn die Zeit gekommen dann,
wir überspringen hoch mit Würden.
Was? Du siehst bei Deinem Menschen Parallelen?
Wer sieht die bei seinem nicht?
Bedenke…! Einige im Leben
haben noch klare Sicht.
Hey…, wo fliegst Du hin?
Komm in meiner Höhe mitgeflogen,
oder hat Dich schon der Fürsogsinn
des Menschen angezogen?
Vergiss nie, das Du ein Falter bist
und des Menschen Schicksal lenkst,
wovon der manches bald vergisst,
während Du noch an ihn denkst!