Grundlage unseres Patienten- bzw. Krankheitsverständnisses ist ein bio-psycho-soziales, verhaltensmedizinisch orientiertes Ursachen- und Behandlungskonzept.
Menschenbild
Wir fühlen uns einem Menschenbild verpflichtet, das eine respektvolle, offene, vertrauensvolle, emotionale Begegnung als Voraussetzungen jeder psychischen und sozialen Entwicklungs- und Veränderungsmöglichkeit ansieht. Die im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung gemachten Beziehungserfahrungen mit der Bezugsgruppe, dem Bezugstherapeuten und sich selbst stellen für uns den wichtigsten Wirkfaktor der Rehabilitationsbehandlung dar.
In einer haltgebenden Atmosphäre, geprägt von Respekt, Akzeptanz und Annahme ist es das übergeordnete therapeutische Ziel Selbst- und Eigenverantwortung zu fördern und Hilfestellung und Unterstützung dort bereit zustellen, wo sie benötigt wird.
Fachdisziplin Psychosomatik
Die Fachdisziplin Psychosomatik beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche bzw. Psyche und Körper. Es ist ein weiteres wichtiges Behandlungsziel diese permanenten Wechselwirkungen Patienten näher zu bringen, um damit ihr Verständnis von der Entstehung und den Veränderungsmöglichkeiten psychosomatischer Bewerden bzw. Erkrankungen zu verbessern.
Übergeordnetes menschliches Lebensprinzip ist körperliches und psychisches Wachstum. Konflikte und Erkrankung können in diesem Kontext als „Wachstumshinweiser“ verstanden werden, die anzeigen welches Verhalten oder welcher Anteil einer Persönlichkeit weiter zu entwickeln ist, um einen Konflikt zu lösen und seine Wiederholung zu vermeiden.
So kann z.B. eine Depression ihre Ursachen in einer mangelnden Selbstsicherheit haben, die dazu führt sich vor den Ansprüchen anderer nicht ausreichend abgrenzen zu können. In diesem Falle kann eine psychotherapeutische Behandlung das Behandlungsziel formulieren Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein z.B. durch ein Selbstsicherheitstraining zu fördern und zu verbessern.
Behandlungsteam
Das interdisziplinäre Behandlungsteam der Abteilung Psychosomatik besteht aus Fachärzten für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Innere- und Allgemeinmedizin, Diplom-Psychologen (mit verhaltenstherapeutischer Zusatzausbildung), Sport-, Bewegungs-, Ergo- und Physiotherapeuten, Krankenpflegepersonal und Sozialarbeitern. Die Mitarbeiter stehen unter kontinuierlicher fachärztlicher und psychotherapeutischer Supervision und haben langjährige Erfahrungen in der Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen aller Art.
Therapiegruppe
Jeder Patient in der Abteilung Psychosomatik wird bei seiner Aufnahme einer Therapiegruppe mit maximal 11 Patienten zugeordnet. Ein Mitpatient der Gruppe fungiert anfänglich als „Pate“ mit der Aufgabe neue Gruppenmitglieder mit der Klinik und ihren Abläufen vertraut zu machen.
Die Patienten einer Therapiegruppe sind mit ihren Einzelzimmern nach Möglichkeit jeweils auf einem Flur und in räumlicher Nähe zum jeweiligen Gruppenraum untergebracht, um so das soziale Miteinander während der Behandlung zu fördern.
Das Zusammenleben in der Therapiegruppe schafft für den Patienten emotional wichtige Situationen, die gekennzeichnet sind durch soziale Unterstützung, aber auch durch Konfrontationen mit eigenen problematischen Verhaltensmustern. Die Therapiegruppe stellt somit ein soziales Lernfeld von hoher Echtheit und Verbindlichkeit dar, das die Bearbeitung und Weiterwicklung von Problembereichen wie die Regulation von Nähe und Distanz, das Spannungsfeld zwischen Autonomie und Abhängigkeit oder der Fähigkeit zur kritischen Reflektion des eigenen Verhalten und Handelns ermöglicht.
Gruppentherapie
Wesentlicher Bestandteil der therapeutischen Arbeit im Rahmen der Therapiegruppe ist die interaktionell problemlösungsorientierte Gruppentherapie, die in der Abteilung Psychosomatik dreimal wöchentlich stattfindet. Bei einem dieser Termine werden von der Gruppe in Eigeninitiative gemeinsam bestimmte Verhaltensweisen eingeübt, die Selbstverantwortlichkeit gefördert sowie die spätere Arbeit in einer Selbsthilfegruppe vorbereitet.
Einzeltherapie, Behandlungsziele, -maßnahmen, Behandlungsplan
Auf der Grundlage eines verhaltenstherapeutischen Behandlungsansatze wird zu Therapiebeginn im Rahmen der Einzeltherapie gemeinsam eine Verhaltensanalyse erstellt. Diese hält die Entstehung der Beschwerdesymptomatik und die sie aufrecht erhaltenden Bedingungen fest und ist Grundlage für eine psychosomatische Diagnoseerhebung. Die Diagnostikphase kann ergänzt werden durch verschiedene testpsychologische Verfahren. Patient und Therapeut entwickeln anschließend gemeinsam ein psychosomatisches Krankheitsmodel, um vor dessen Hintergrund Behandlungsziele und Behandlungsmaßnahmen zu formulieren und in einem individuell abgestimmten Behandlungsplan zusammenzustellen.
Dieser kann sich zusammensetzen aus Behandlungsterminen in der Ergotherapie, Kunsttherapie, Körpertherapie und Physiotherapie. Eine Vielzahl von Indikativgruppen - Berufliche Konflikte lösen, Stressbewältigung, Training sozialer Kompetenzen, Umgang mit Aggressionen, Positives Denken, Umgang mit Depressionen, Naturerleben, Genußtraining, Stabilisierung bei belastenden Lebensereignissen, Gedächtnistraining, Rückfallvorbeugung, Feldenkrais, Achtsamkeitstraining, Angstgruppe, Raucherentwöhnung, Progressive Muskelrelaxation, Wirbelsäulengymnastik, Feldenkrais für Frauen, Gruppe Problematisches Spielverhalten - informiert und fördert das gesundheitsförderliche Verhalten.
Wenn patientenseitig gewünscht und psychotherapeutisch sinnvoll können Angehörigen- und Paargespräche während der Behandlung durchgeführt werden.
Rehabilitations-Nachsorgeangebote
Ein wichtiger Punkt des Behandlungsplans nimmt auch die Nachsorge und Weiterbehandlungsplanung ein. Vor dem Hintergrund einer zeitlich begrenzten stationären Rehabilitationsmaßnahme ist es im Sinne der Nachhaltigkeit des Rehabilitationsergebnisses wichtig schon währen der Behandlung zu klären, wie es danach weitergehen kann.
Die intensivierten, ambulanten Rehabilitations-Nachsorgeangebote (IRENA oder MERENA) einzelner Rentenversicherungsträger sind jeweils ambulante Behandlungsangebote über maximal 25 Stunden, im Anschluss an eine stationäre Therapie. Die Maßnahmen richten sich an Patientinnen und Patienten, die in erreichbarer Entfernung zur Klinik wohnen, kurzfristig keinen ambulanten Therapieplatz erhalten oder ein spezifisches Gruppentherapieangebot benötigen. Dieses Nachsorgeangebot gilt auch für Patientinnen und Patienten, die ihre stationäre Rehabilitation in einer anderen Klinik durchgeführt haben
Medizinische Versorgung und Behandlung
Alle Patienten werden von der Eingangsuntersuchung über eine kontinuierliche medizinische Überwachung aller Störungen und Krankheitsbilder hin bis zur Abschlussuntersuchung in der Klinik medizinisch betreut. Zur apparativen Ausstattung gehören:
Labor
EKG
Belastungs-EKG
Langzeit-Blutdruckmessung
Sonografie
Lungenfunktionsuntersuchung
Bei entsprechender Indikation erfolgt die Überweisung für spezielle Untersuchungen an niedergelassene Ärzte Region. Es besteht eine enge Kooperation mit dem Kreiskrankhaus Daun (Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Orthopädie, Anästhesiologie, Urologie, Stroke Unit Eine Stroke unit ist als Schlaganfall-Intensivstation konzipiert und konzentriert einerseits alle notwendigen Diagnostikmöglichkeiten zur Diagnose und Differenzialdiagnose von Schlaganfällen einschließlich im Hause rund um die Uhr verfügbarer Bildgebung. Neben einer intensiven kontinuierlichen Überwachung des Patienten (u.a. Atmung, Blutdruck, Puls, Temperatur, …) erfolgt eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Neurologen, Neurochirurgen, Internisten, und Radiologen bezüglich der zu ergreifenden therapeutischen Konsequenzen. Für ein möglichst positives Gesamtergebnis der Behandlung ist ein sofortiger Beginn von Ergotherapie, Krankengymnastik und Sprachtherapie zu gewährleisten.), das auch, wenn notwendig, eine notärztlicher Versorgung sicher stellt.
Wenn notwenig kann im Rahmen der Behandlung eine Diätberatung erfolgen.
Eine Lehrküche vermittelt Kenntnisse und hilft bei der Herstellung ausgewogenen Gerichten.
Wir halten wir einen ärztlichen 24-Stunden-Vorder- und -Hintergrunddienst sowie eine pflegerische Rund-um-die-Uhr-Präsenz vor.
Sozialmedizinische Beurteilung
Neben der medizinischen - psychotherapeutischen Behandlung ist die sozialmedizinische Beurteilung im Rahmen einer psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahme von großer Bedeutung.
Auf der Grundlage der Sozialgesetzgebung hat die Rehabilitationseinrichtung die Aufgabe, Menschen bei der beruflichen Reintegration nach längerer Arbeitsunfähigkeit infolge Erkrankung hinsichtlich ihrer Leistungs- und Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Diese Aufgabe sollte, falls notwendig, mit als Behandlungsziel formuliert und umgesetzt werden. Das Behandlungsteam zusammen mit dem Sozialdienst setzt diese Beurteilung zusammen mit dem Patienten während der Behandlung um. Der Sozialdienst ist auch Ansprechpartner für versicherungs-/ versorgungsrechtl. Fragen.
Freizeit und Erholung
Eine psychosomatische Rehabilitationsbehandlung beinhaltet auch die Möglichkeit zu regenerieren und sich zu erholen. In diesem Zusammenhang können unsere Patienten eine großzügig gestaltete Sauna mit Wellnessbereich und einen Fitnessraum nutzen. Es besteht die Möglichkeit zur Schwimmbadmitbenutzung. In Hinblick auf die Freizeitgestaltung werden von Klinikseite die unterschiedlichsten Angebote vorgehalten.
Weitere Informationen
Chefarzt Dr. med. Michael Rolffs
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Spezialisierung:
Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Somatisierungsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen, kognitive Verhaltenstherapie, Hypnose, Psychopharmakotherapie, psychiatrisch-psychotherapeutische Krisenintervention
Kontakt:
Tel. +49 6592 201-1201
Fax +49 6592 201-1105
E-Mail rosenberg@ahg.de
Adresse:
AHG Kliniken Daun - Am Rosenberg
Schulstr. 6
54550 Daun