… aber zu einer lebensbedrohlichen Krankheit werden. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene.
Besonders in der Pubertät muss jeder Mensch eine Anzahl von neuen Schritten tun. Dies betrifft die Schule mit ihren wachsenden Anforderungen nach guten Leistungen, die die berufliche Zukunft vorbereiten sollen, ebenso aber auch die Beziehungen innerhalb und außerhalb der Familie sowie die Notwendigkeit, sich allmählich von den Eltern zu lösen und eigene Wege zu gehen. Auch der Körper unterliegt in dieser Zeit großen Veränderungen und nimmt neue Formen an, so dass deutlich wird, dass Sie kein Kind mehr sind und ein neues Selbstverständnis in Ihrer Rolle als Frau (bzw. Mann) entwickeln müssen.
Am Anfang einer Ess-Störung steht häufig der Wunsch, nur ein paar Kilogramm abzunehmen und dann das angestrebte "Wunschgewicht" zu halten. Zunächst reagiert die Umwelt darauf eher positiv. Freunde und Freundinnen finden die Gewichtsabnahme gut, bewundern vielleicht auch die dazu nötige Selbstdisziplin. Diese erste Bestätigung gibt den Anstoß, die Gewichtsabnahme fortzusetzen.
Vor allem Mädchen und Frauen stehen unter dem starken Druck, dem Modeideal nahezukommen. Es entsteht der falsche Eindruck, dass allein schlanke Menschen Erfolg haben, anziehend sind oder geliebt werden. Aus all diesem resultiert, dass viele Frauen mit ihrem Körper unzufrieden sind, da sie die "ideale" Figur nicht haben und höchstwahrscheinlich auch nie bekommen werden. Das, was viele Frauen an sich selbst als "übergewichtig" beurteilen, ist statistisch gesehen ein Normalgewicht. Sehr viele machen sich so zum Sklaven dieser Modeerscheinung.
Allerdings beginnen viele Frauen und Mädchen irgendwann in ihrem Leben eine Diät, die sie nach einer Weile wieder aufgeben, ohne dadurch in eine Ess-Störung hineinzurutschen. Zur Entstehung und Aufrechterhaltung einer Ess-Störung gehört also mehr. Eine Ess-Störung wird vor allem dann entstehen, wenn das veränderte Essverhalten einen Sinn in Ihrem Leben bekommt, Ihnen bei etwas hilft, für das Sie bisher keine anderen Bewältigungsstrategien zur Verfügung hatten.
Erfahrene Therapeuten können Patienten wirkungsvoll helfen, Ess-Störungen aktiv zu bewältigen - nach dem Prinzip "Handeln – nicht behandeln lassen".