Ergebnisse zum Behandlungsschwerpunkt: Traumatherapie
Im Zeitraum von 2001 bis 2005 wurden insgesamt 541, im Jahr 2005 125 Patientinnen und Patienten mit PTSD an der AHG Klinik Berus stationär behandelt, Traumafolgestörungen werden darüber hinaus v.a. als Anpassungsstörungen, depressive oder Angststörungen diagnostiziert, wenn die Kriterien der PTSD nicht vollständig erfüllt sind. Die Rücklaufquote bei der laufenden 1-Jahres-Katamnese betrug zuletzt ca. 56%.
Die Ergebnisse belegen nicht nur deutliche traumaspezifische Effekte zwischen Aufnahme- und Entlassungszeitpunkt, sondern sprechen auch für gute Langzeiteffekte der stationären Traumabehandlung. Die Komorbiditätsraten sind im Traumabereich sehr hoch (durchschnittlich 3,7 Diagnosen pro Person). Bei einer Untersuchung der Traumagruppe gaben 51 Teilnehmerinnen und Teilnehmer insgesamt 141 traumatische Ereignisse an. Trauma-Typ I (kurzfristige, einmalige Ereignisse wie Unfälle, Überfälle usw.) gaben 53% an, 47% berichteten von lang andauernden, sequentiellen Ereignissen (z.B. langjährige Gewalt in der Familie oder Partnerschaft, sequentieller sexueller Missbrauch) und waren dem Trauma-Typ II zuzuordnen. Hohe Effektstärken (ES > .08) zeigten sich in traumaspezifischen Messinstrumenten wie der PDS (Foa et al., 1996, dt. Ehlers et al., 1996) sowohl für die Veränderung zwischen Aufnahme- und Entlassungszeitpunkt (durchschnittliche Behandlungsdauer 54 Tage) als auch zwischen Aufnahmezeitpunkt und 1 Jahr nach Klinikentlassung. Entscheidend war hierbei die Reduktion des Vermeidungsverhaltens.
Die Zufriedenheit der Traumagruppenteilnehmer mit dem Thereapieerfolg insgesamt war auch 1 Jahr nach Klinikentlassung nahezu unverändert hoch: 80,7% waren immer noch „eher zufrieden“ bis „sehr zufrieden“ gegenüber 83,9% zum Entlassungszeitpunkt.
