Sie wurden entwickelt auf dem Hintergrund der klinischen Erfahrungen, dass verschiedene Erkrankungen bzw. die verschiedenen Problembereiche grundsätzlich auch verschiedene Behandlungskonzepte und unterschiedliche inhaltliche Schwerpunktbildungen erforderlich machen. Die Gruppentherapien werden beschrieben nach dem vorrangigen Störungsbild und dem hauptsächlichen Behandlungsziel. Da für die Teilnahme an einer solchen Gruppe eine ausführliche diagnostischer Bewertung und Entscheidung erforderlich ist, werden sie auch als indikative Gruppen bezeichnet.
Die zunehmende Differenzierung der störungsspezifischen Verhaltenstherapie entspricht den Konzeptentwicklungen, die die moderne Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin als Ganzes genommen hat. Sie ist wesentlich dafür verantwortlich, dass für immer mehr spezifische Problembereiche differenziert ausgearbeitete Behandlungskonzepte entwickelt und erprobt wurden, die die Wirksamkeit vor allem der stationären Behandlung wesentlich erhöht und die Akzeptanz bei den Patienten in weitestgehendem Masse verbessert haben.
Die Themenzentrierung fördert die Mitarbeit der Patienten, weil die thematischen Gliederungen der Behandlungskonzepte unmittelbar einsichtig sind. In die Durchführung der Behandlungsbausteine können die jeweils notwendigen Fachdisziplinen einer Klinik ohne Probleme eingebunden werden. Die Diagnostik und die Bearbeitung spezieller Verhaltensweisen der betroffenen Patienten ist wesentlich erleichtert, weil es viele Ähnlichkeiten zwischen den Patienten gibt und der Zusammenhalt in der Therapiegruppe (=Gruppenkohäsion) als einem wichtigen Element erfolgreicher Gruppenarbeit ergibt sich durch die Behandlung nahezu identischer Problembereiche fast von selbst.
