Psychosomatische Fachklinik Bad Pyrmont  
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Qualitätssicherung in der Klinik

Im Bereich der stationären Psychotherapie und allgemeiner im Bereich der medizinischen Rehabilitation wird seit 1993 das Qualitätssicherungsprogramm des VdR durchgeführt (Meermann, 1995). Ergänzend zu diesem Qualitätssicherungsprogramm wurden 1998 im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED) eigene Kriterien für ein Qualitätsmanagement-System entwickelt und die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001, ergänzt um die DEGEMED-Kriterien, für alle Mitgliedskliniken verpflichtend gemacht. Die AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont wurde 1998 als erste Klinik im Rahmen der DEGEMED nach ISO 9001:1994 zertifiziert. Mittlerweile wurde unsere Klinik auch nach den neuen Normen DIN ISO 9001:2000 zertifiziert. Den Anforderungen zur Qualitätssicherung, die im § 20 SGB IX sowie im § 137d SGB V besonders genannt werden, wird durch die Zertifizierung in allerbester Weise Ausdruck verliehen.

Bei allen Verfahren der Qualitätssicherung geht es im Prinzip um drei verschiedene Formen der Qualität:
  1. Strukturqualität
  2. Prozessqualität
  3. Ergebnisqualität.

Die Qualitätsgrundsätze der DEGEMED umfassen u.a. Aspekte wie interdisziplinäre konzeptgestützte Rehabilitation, individueller Behandlungsplan unter Einbeziehung der Rehabilitanden sowie Überprüfung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Rehabilitation und beziehen sich damit auf alle drei oben genannten Qualitätsaspekte.

Die wesentlichen Veränderungen der neuen Norm ISO 9001:2000 gegenüber der früheren Norm beziehen sich u.a. auf die Betonung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, die stärkere Verpflichtung der Leitung zur Entwicklung und Verbesserung des Qualitätsmanagementsystems, die Forderung nach systematischer Ermittlung der Kundenerwartungen und nach Bewertung der Kundenzufriedenheit als Maß für die Wirksamkeit der erbrachten Leistung und die Forderung nach Vorgabe von messbaren Zielen in allen Bereichen.

Das Kernstück des Zertifizierungsverfahren ist die Erstellung eines Management-Handbuches, in dem alle wesentlichen Prozesse in der Klinik erfasst sind.

Mit dem Zertifizierungsaudit ist das gesamte Verfahren nicht abgeschlossen, sondern nur der erste Schritt in einem kontinuierlichen Qualitätssicherungsprozess gemacht. Nach dem Zertifizierungsaudit werden entsprechend einem Auditplan mehrere interne Audits durchgeführt, um die Umsetzung des Management-Handbuches in allen Bereichen der Klinik zu überprüfen. In jährlichen Abständen findet ein „Überwachungsaudit“ durch die externen Zertifizierer statt, um die weitere Umsetzung des Qualitätssicherungsprozesses zu überprüfen. Nach drei Jahren findet ein erneutes Zertifizierungsaudit statt, um das Zertifikat zu verlängern. Falls bei internen oder externen Audits Abweichungen von der Norm festgestellt werden, müssen entsprechende Prüfberichte angefertigt und notwendige Verbesserungsmaßnahmen geplant werden.

Insgesamt gesehen führt eine Zertifizierung nach ISO 9001 vor allem zu einer Sicherung und Verbesserung der Prozessqualität. Auch in gut strukturierten Kliniken kann das Vorgehen Hinweise auf Schwachstellen, d.h. nicht oder nicht eindeutig geregelte Prozesse in der Klinik, bringen. Die Normen der ISO 9001 tragen dagegen weniger zu einer Verbesserung der Strukturqualität und nur begrenzt zu einer Ergebnisqualität bei.

Daher sollten zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung der Ergebnisqualität eingesetzt werden wie z.B. Follow-up Untersuchungen. Hierzu führen wir z.B. seit Jahren am Ende der Behandlung Patientenbefragungen mit Hilfe eines Entlassfragebogens durch und haben in Zusammenarbeit mit der DAK und zwei Schwesternkliniken eine Katamnese-Studie durchgeführt, in der die Langzeitveränderungen und der Ressourcenverbrauch über einen Katamnese-Zeitraum von zwei Jahren untersucht wurden (Borgart & Meermann, 1999b, 2002, 2004; Meermann & Borgart, 2003; Zielke et al. 2001, 2004).

 

Literatur

Borgart E.-J. & Meermann R. (1999a). Qualitätssicherung in der Klinik: Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001/DEGEMED in einer psychosomatischen Fachklinik. Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 11 (47), 53-56

Borgart E.-J. & Meermann R. (1999b). Bericht über das Katamneseprojekt Psychosomatik: „Langzeitveränderungen im Gesundheitsverhalten (Ressourcenverbrauch) bei Patienten mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen nach stationärer verhaltensmedizinischer Behandlung unter besonderer Berücksichtigung arbeits- und berufsbezogener Problemstellungen“. In E.-J. Borgart, R. Meermann (Hrsg.), Stationäre verhaltenstherapeutische Psychosomatik auf dem Weg in das Jahr 2000. Schriftenreihe der Psychosomatischen Fachklinik Bad Pyrmont, Band 10

Borgart, E.-J. & Meermann, R. (2002). Bedeutung des prästationären Krankheitsverhaltens für den Therapieerfolg im Rahmen stationärer Verhaltenstherapie. In: VDR (Hrsg.), Teilhabe durch Rehabilitation. 11. Rahabilitationswissenschaftliches Kolloquium des VDR. DRV-Schriften, Band 33, Sonderausgabe der DRV, 499-500.

Borgart, E.-J. & Meermann, R. (2004). Langzeitveränderungen stationärer Verhaltenstherapie bei psychosomatischen Patienten unter besonderer Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit: Eine 2-Jahres-Katamnese. In: VDR (Hrsg.), Selbstkompetenz – Weg und Ziel der Rehabilitation. 11. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium des VDR (S. 559-560). DRV-Schriften, Band 52, Sonderausgabe der DRV.

Meermann R. (1995). Strukturelle Auswirkungen des Qualitätssicherungsprogramms der Rentenversicherung in einer psychosomatischen Rehabilitationsklinik. Praxis der Klinischen Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 8 (32), 282-290.

Meermann, R. & Borgart, E.-J. (2003). Long-term outcome effects of behavior therapy with psychosomatic in-patients: A two years follow-up. Psychosomatic Medicine, 65 (1), Supplement

Zielke, M., Borgart, E.-J. et al. (2001). Krankheitsverhalten und sozialmedizinische Problemstellungen bei Patienten vor dem Beginn stationärer Verhaltenstherapie. Projektbericht Nr. 1 im Katamneseprojekt Psychosomatik. Lengerich: Pabst Science Publishers

Zielke, M., Borgart, E.-J. et al. (2004). Gesundheitsökonomie psychosomatischer Erkrankungen – Krankheitsverhalten und Ressourcenverbrauch in der Psychosomatik und Ergebnisse verhaltensmedizinischer Behandlung und Rehabilitation unter gesundheitsökonomischen Aspekten. Lengerich: Pabst Science Publishers



Weitere Informationen

Chefarzt

Chefarzt Prof. Dr. med. Diplom Psychologe Rolf Meermann

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Rolf Meermann

Facharzt für Nervenheilkunde, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Sozialmedizin, Rehabilitationswesen

Spezialisierung:

Essstörungen, Posttraumatische Belastungsstörung, Depression und Angst 
www.prof-r-meermann.de

Kontakt:

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Fax +49 5281 619-666
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AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont
Bombergallee 10
31812 Bad Pyrmont