Im Rahmen eines kooperativen Katamneseprojektes zwischen den AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont, AHG Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim und AHG Klinik Berus - Europäisches Zentrum für Psychosomatik und Verhaltensmedizin und der DAK Hauptverwaltung Hamburg wurden in der AHG Psychosomatischen Klinik Bad Pyrmont eine Reihe von Forschungsfragen bearbeitet.
Klinisch-psychologische Langzeitveränderungen bei psychosomatischen Patienten durch stationäre Verhaltenstherapie : Eine 2-Jahres-Katamnese
Borgart, E.-J., Meermann, R.
Ziel der Untersuchung:
In einer 2-Jahres-Katamnese wurden die klinisch-psychologischen Langzeitveränderungen bei psychosomatischen Patienten untersucht, die sich durch eine stationäre psychotherapeutische Behandlung nach einem interdisziplinären verhaltensmedizinischen Konzept ergeben. Im einzelnen wurden die Veränderungen verschiedener Symptombereiche und Beschwerdekomplexe sowie mögliche Geschlechtsunterschiede geprüft.
Methodik:
Untersucht wurden insgesamt 338 Patienten der AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont, AHG Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim und AHG Klinik Berus - Europäisches Zentrum für Psychosomatik und Verhaltensmedizin, wobei von 223 Patienten komplette Katamnese-Daten vorliegen. Die Patienten erhielten ein individualisiertes, multimodales kognitiv-verhaltenstherapeutisches Therapieprogramm (s. Borgart & Meermann, 2004).
Am Anfang und am Ende der Behandlung sowie zwei Jahre nach Entlassung wurden die Patienten persönlich untersucht und füllten Fragebogen hinsichtlich verschiedener Symptombereiche und des Therapieerfolgs aus
Ergebnisse:
Die Ergebnisse zeigen, dass die positiven Veränderungen durch ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Behandlungsprogramm, gemessen durch Selbsteinschätzungen verschiedener Symptombereiche und Beschwerdekomplexe, auch zwei Jahre nach Abschluss der Behandlung noch weitgehend stabil sind. Es verbessern sich zahlreiche klinisch-psychologische Parameter, u.a. psychosomatische Beschwerden, Depressionen, Ängste, Strategien der Krankheitsverarbeitung, Schlafstörungen und allgemeine Lebenszufriedenheit.
Diese Veränderungen gehen einher mit objektiven Veränderungen des Krankheitsverhaltens im 2-Jahres-Zeitraum nach der stationären Behandlung (s. Borgart, 2003; Zielke et al., 2004). Die Langzeiteffekte einer stationären verhaltenstherapeutischen Behandlung konnten demonstriert werden, was im Sinne der Evidenz-Basierung die Effektivität und Effizienz einer psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahme deutlich macht.
Literatur:
Borgart, E.-J. (2003). Bedeutung des prästationären Krankheitsverhaltens für den Therapieerfolg im Rahmen stationärer Verhaltenstherapie. Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 16 (62), 196-203.
Borgart, E.-J. & Meermann, R. (2004). Stationäre Verhaltenstherapie – Behandlungskonzepte und Therapiemanuale. Bern: Huber.
Zielke, M., Borgart, E.-J., Meermann, R. et al. (2004). Ergebnisqualität und Gesundheitsökonomie verhaltensmedizinischer Psychosomatik in der Klinik. Lengerich: Pabst Science Publishers.