Da man Bulimikerinnen aufgrund des vorhandenen Normalgewichtes häufig ihre Erkrankung nicht ansieht, diese zusätzlich dazu neigen, ihre Ess-Brechsucht im heimlichen auszuleben, ist eine der ersten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und gegenüber den Behandlern.
Die AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont bietet zur verhaltenstherapeutischen Behandlung von Bulimia nervosa ein vielfältiges stationäres Behandlungsprogramm, das die seelischen und gedanklichen Hintergründe der Störung, das Essverhalten und das Ziel einer Verringerung bzw. Beendigung des regelmäßigen Erbrechens berücksichtigt. Zusätzlich stellt dabei eine Stabilisierung des Gewichtes entweder auf dem aktuellen Niveau oder bei Untergewicht Im Gegensatz zum Übergewicht gibt es für Untergewicht keine eindeutige medizinische Grenze. Gewichtsgrenzen zwischen Normal- und Unter-/ Übergewicht werden mit Hilfe des BMI (= Body Mass Index, gelegentlich auch Quetelets-Index genannt) berechnet: BMI=Gewicht dividiert durch Körpergröße zum Quadrat (BMI=kg/ m2) Normalgewicht bewegt sich im Bereich eines BMI von 20 - 25, für eine Frau von 1,60 m Körpergröße bedeutet das einen Gewichtsbereich von ca. 51 - 64 kg.
Die Untergewichtsgrenze bei der Definition von Magersucht liegt bei einem BMI von 17,5, bei o.g. Frau also ca. 46 kg. Wenn Sie Ihren Body-Mass-Index bestimmen möchten klicken sie bitte hier: zum BMI Rechner auf ein minimal gesunderhaltendes Gewicht (definiert durch einen BMI von 20) ein wesentliches Therapieziel dar. Die Patienten werden geschult, sich selber in Bezug auf ihr Essverhalten zu beobachten, Auslöser für ihre Ess-Brechanfälle zu erkennen und darauf aufbauend schrittweise Bewältigungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Parallel dazu wird eine gesunde Fünf-Mahlzeiten-Struktur eingeübt, die den körperlichen Gegebenheiten der Patientin und ihren Alltagsbelastungen angemessen ist.
Zusätzlich werden auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen der Bulimia nervosa besprochen. Dabei kommen biographische Faktoren genauso zur Sprache wie Aspekte des Akzeptierens des eigenen Aussehens und des eigenen Körpers. Die meisten Therapiemaßnahmen finden innerhalb von Gruppen mit gleicherkrankten jungen Frauen statt.
In einem letzten Behandlungsschritt werden dann die im Rahmen des stationären Aufenthaltes erreichten Erfolge im Alltag der Patientinnen überprüft, dabei ist ein wichtiger Punkt die Frage des Umgangs mit Rückfällen.
Für Angehörige von Essgestörten Patientinnen bietet die Psychosomatische Fachklinik Bad Pyrmont zusätzlich eine regelmäßige Angehörigengruppe (alle vier Wochen sonntags) unter fachpsychotherapeutischer Anleitung an. Termine können telefonisch unter +49 5281 619-0 erfragt werden.