Dissoziation ist das Gegenteil von Assoziation – also Auflösung und Trennung statt Verbindung und Verknüpfung. Dissoziationen kommen in vielen, auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen vor. Sie bewirken Auffälligkeiten, welche von kurzen Phasen geistiger Abwesenheit bis zu lang anhaltenden Trancezuständen, von Gedächtnisausfällen bis zu Persönlichkeitsabspaltungen und von krampfähnlichen Anfällen bis zu Lähmungen gehen. Hier helfen die psychosomatischen Therapieangebote in den Kliniken der AHG, die zwar Durchhaltevermögen erfordern, aber einen oft sehr langen und intensiven Leidensweg beenden können.
Allen diesen Auffälligkeiten gemeinsam ist, dass sie nicht durch eine organisch fassbare Störung (also z. B. eine Hirnverletzung oder ein Schlaganfall) verursacht werden und dass sie während der Zeit ihres Auftretens von den Personen, welche unter ihnen leiden, nicht als Störung wahrgenommen werden können.
Dissoziationen sind Wahrnehmungen, Gefühle, Körperempfindungen, die von dem bewussten Erleben abgespalten sind. Ein Mensch, der dissoziiert ist, hat während dieser Phase den Zugang zu Teilen seiner Persönlichkeit, seines Körpers und meist auch seiner Umwelt verloren.
Die Störungen sind den Betroffenen selbst nicht unmittelbar zugänglich und werden von den Mitmenschen zwar teilweise beobachtet, jedoch in der Regel nicht verstanden und richtig eingeordnet. Deshalb führen sie meist nicht zu einem direkten Aufsuchen von psychiatrischen oder psychologischen Psychotherapeuten, welche als Spezialisten für deren Therapie zuständig sind. Stattdessen werden Dissoziationen oft als Marotten oder Launen abgetan bzw. als organisch verursachte Erkrankungen verkannt und falsch behandelt.
Eine aus einem Nicht-Verstanden-Werden erwachsende Einsamkeit und ein lang dauerndes Fortbestehen des Leidens mit tief greifenden seelischen Auswirkungen sind die Folge.
Facharzt für Nervenheilkunde, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Sozialmedizin, Rehabilitationswesen
Essstörungen, Posttraumatische Belastungsstörung, Depression und Angst
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