MEDIAN Kliniken
 
Springen Sie direkt zu folgenden Bereichen:
Hauptnavigation | Suche | Inhalt |

Bereichsnavigation

 


Aktuelle Forschungsprojekte

DE-RENA Smartphone
Smartphone DE-RENA

DE-RENA

Umsetzungsprojekt zur Rehabilitationsnachsorge mit einer Smartphone-App für depressive Patientinnen und Patienten


Stefan Schmädeke, MEDIAN Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim
 
  
 
 
 
 

 

 

 

Was ist DE-RENA?                                                                                         

DE-RENA ist ein ambulantes Nachsorgeangebot mit Smartphone-App für depressive Patientinnen und Patienten nach stationärer psychosomatischer Rehabilitationsbehandlung. Ziel des Nachsorgeangebots ist es, den Transfer der gelernten Verhaltensstrategien in den Alltag zu unterstützen, Rückfällen vorzubeugen und die Nachhaltigkeit der Therapieerfolge zu steigern. DE-RENA umfasst die therapeutische und technische Vorbereitung auf die Nachsorgephase am Ende der stationären Behandlung sowie die Nutzung der Nachsorge-App in der poststationären Phase, begleitet von telefonischen Kontakten mit einem Verhaltenstherapeuten der Klinik als persönlichem Coach.

Zentrales Element der DE-RENA-Nachsorge ist die Tagesplanung und –bewertung über die App unter Berück-sichtigung der von den Patientinnen und Patienten angestrebten Balance ihrer Lebensbereiche. Die Nachsorge-App bietet die Möglichkeit,

  • Verhaltensvorsätze zu formulieren,
  • diese in ihrer Tagesplanung mit der Kalenderfunktion der App kontinuierlich in ihrem Alltag zu berücksichtigen,
  • Bewertungen ihres Handelns vorzunehmen,
  • Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung zu dokumentieren und in der weiteren Handlungsplanung zu berücksichtigen und
  • kontinuierliches Feedback ihres Befindens und der Realisierung ihrer Vorsätze zu erhalten.

Alle 14 Tage füllen die Patientinnen und Patienten über die App einen Depressionsfragebogen aus. Der Verlauf der bisherigen Werte, wird den ihnen, aber auch dem Coach in der Klinik, rückgemeldet. Verläufe können den auch für die Tagesbewertungen dargestellt werden:

  • Wie hat sich das Tagesbefinden entwickelt?
  • Wie hat sich das Befinden in einzelnen Lebensbereichen gemacht?
  • In welchen Lebensbereichen ist das Befinden gut? In welchen fühle ich mich nicht gut?
  • Wie komme ich mit der Umsetzung meiner Vorsätze voran? Was klappt schon gut, wo fällt die Umsetzung noch schwer?

Die Patientinnen und Patienten bekommen somit unmittelbar Rückmeldungen wo sie gerade stehen, werden für Fortschritte verstärkt und auf Schwierigkeiten hingewiesen wodurch sie sich selbst und ihr Verhalten besser im Blick behalten. Aber auch der Coach in der Klinik sieht wo sein Patient in der Nachsorge gerade steht. In telefonischen Kontakten kann er auf auffällige Verläufe reagieren und mögliche Schwierigkeiten, aber auch Fortschritte, gezielt mit dem Patienten besprechen.

DE-RENA ist eine Weiterentwicklung der von unserer Arbeitsgruppe durchgeführten Projekte eCoaching und eATROS, in denen eine hohe Akzeptanz sowie die Wirksamkeit für die Smartphone-Nachsorge in randomisierten kontrollierten Studien nachgewiesen werden konnte (Bischoff et al., 2010, 2013, 2014; Schmädeke et al., 2015). Die technische Weiterentwicklung hin zu einer Nachsorge-App, die sich Patienten auf ihr eigenes Smartphone laden können, ermöglicht einen kosteneffizienten Einsatz in der Regelversorgung.

Umsetzungsprojekt

In einer Ein-Gruppen-Prä-Post-Studie soll das DE-RENA-Nachsorgeprogramm hinsichtlich seiner Umsetzbarkeit in unterschiedlichen Reha-Kliniken, der Akzeptanz bei den Behandlern und Patienten sowie seiner Wirksamkeit evaluiert werden. Das von der DRV Bund finanzierte und von der DRV Rheinland-Pfalz mitgetragene Pilotprojekt wird an der AHG-Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim und im Rehabilitationszentrum Bad Salzuflen der DRV Bund umgesetzt werden.Geplant ist der Einschluss von 200 Patienten. Projektstart des zweijährigen Modellprojektes ist Dezember 2016.

Fragestellungen

Es werden vier Hauptfragestellungen untersucht:

1. Lässt sich DE-RENA als Nachsorgeangebot für die psychosomatische Rehabilitation in der Regelversorgung implementieren?

2. Gelingt es die Therapeuten in den Kliniken durch eine entsprechende Schulung von der Sinnhaftigkeit von DEPRENA zu überzeugen?

3. Kann bei den Patienten eine ausreichende Akzeptanz für DE-RENA aufgebaut und aufrecht erhalten werden?

4. Gelingt es mit DE-RENA die in der stationären Behandlung erreichten Therapieerfolge aufrecht zu erhalten bzw. zu verstetigen?

Die explorativen Nebenfragestellungen lauten:

1. Wie ist das optimale Verhältnis zwischen Aufwand (Intensität der App-Nutzung, Häufigkeit und Dauer der telefonischen Kontakte) und Nutzen (Depressivität im Verlauf und am Ende der Nachsorge)?

2. Welche Charakteristika weisen Patienten auf, die an der DE-RENA-Nachsorge teilnehmen?

3. Welche Patienten profitieren von DE-RENA?

 

Nutzen und Verwendungsmöglichkeit

Mit DE-RENA kann auch für jene Patienten ein Nachsorgeangebot geschaffen werden, denen eine Teilnahme an IRENA aufgrund zu großer Entfernung oder Unvereinbarkeit mit dem beruflichen Alltag sonst nicht möglich wäre. Nach erfolgreicher Implementierung könnte die DE-RENA als Angebot in die Regelversorgung übernommen und auch in anderen Reha-Einrichtungen eingeführt werden. Auf der Grundlage der Erfahrungen aus dem Modellprojekt sollte es möglich sein, den Aufwand bei einer Durchführung in der Routine abzuschätzen.

Literatur

Bischoff, C., Schmädeke, S., Dreher, C., Adam, M., Bencetic, D., Limbacher, K. (2010). Akzeptanz von elektronischem Coaching in der psychosomatischen Rehabilitation. Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin, 31, 274-287.

Bischoff, C., Schmädeke, S., Adam, M., Dreher, C., Bencetic, D., Limbacher, K. (2013). Wirksamkeit von Handheld-gestütztem Selbstmanagement (E-Coaching) in der Rehabilitationsnachsorge. Verhaltenstherapie,23, 243-251.

Bischoff C, Schmädeke S. (2014). Akzeptanz Smartphone-gestützter Rehabilitationsnachsorge bei depressiven         Patienten. Verhaltenstherapie und Verhaltensmodifikation, 4,.

Schmädeke, Bischoff, C. (2015). Wirkungen Smartphone-gestützter, psychosomatischer Rehabilitationsnachsorge (eATROS) bei depressiven Patienten. Verhaltenstherapie,25/3.

Kontakt

Dipl.-Psych. Stefan Schmädeke

Leitender Psychologe

MEDIAN Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim

Telefon: 06322 934238

E-Mail: stefan.schmaedeke@median-kliniken.de



Weitere Informationen

Chefärztin

Chefärztin Frau Dr. Martina Huck-Breiter

Dr. med. Martina Huck Breiter

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Sozialmedizin,
Spezielle Psychotraumatherapie (DeGPT)

Kontakt:

Tel. +49 6322 934-0 (Festnetz)
E-Mail duerkheim-kontakt@median-kliniken.de


Adresse:
MEDIAN Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim
Kurbrunnenstraße 12
67098 Bad Dürkheim