Psychosomatische Fachklinik Bad Dürkheim  
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Gruppenkonzept für ältere Patienten

Gruppenkonzept für ältere Patienten

Im Jahr 2003 wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der stationären psychotherapeutischen Behandlung bei Patienten im höheren Lebensalter befasste und ein entsprechendes Behandlungskonzept entwickelte. Dies führte dazu, dass die Behandlung älterer Patienten in der Klinik optimiert werden konnte, dass vermehrt auch über 60-jährige Patienten aufgenommen werden konnten, die zur Nutzung dieses Angebots gezielt überwiesen wurden.

Neben den vielfältigen allgemeinen Therapie-, Freizeit- und Sportangeboten, die unsere Klinik vorhält, stehen im Mittelpunkt der Therapie bei älteren Patienten eine entsprechend nach den Erfordernissen modifizierte Einzeltherapie und eine altershomogene Therapiegruppe, an der bei entsprechender Indikationsstellung Patienten während der gesamten Therapiedauer teilnehmen. Ziel dieser ressourcenorientierten Problemlösegruppe ist es, ein Forum für die eigene Altersgruppe zu bilden, das gegenseitige Kennenlernen älterer Patienten zu erleichtern, die Hemmschwelle über Lebensprobleme zu sprechen zu senken und insbesondere interpersonelle Problemlösearbeit über altersentsprechende Probleme zu ermöglichen.

Im Herbst 2003 starteten wir mit einer entsprechenden Gruppe, in der wir aufgrund der zunächst zu geringen Anzahl von über 60-jährigen, die daran teilnehmen konnten, das Mindestalter der Teilnehmer auf 57 Jahre absenkten. Es wurde deutlich, dass nicht alle älteren Patienten in der Klinik bereit waren, an einer Problemlösegruppe teilzunehmen, teilweise stand auch die Teilnahme an anderen gleichzeitig laufenden Gruppen im Vordergrund. Die Gruppe wird als halboffene Gruppe geführt, nach Anmeldung ist die Teilnahme (bis zu einer Gruppengröße von zwölf Teilnehmern) möglich. Die Gruppe findet zweimal wöchentlich für etwa 75 bis 90 Minuten statt. Tatsächlich nahmen bislang zwischen sechs und zehn Patienten regelmäßig an dieser Gruppe teil, im Durchschnitt für acht Gruppensitzungen. Abgesehen von wenigen Abbrüchen von Patienten, die nach wenigen Sitzungen die Gruppe auf eigenen Wunsch verließen, ist die Teilnahme sehr stabil. Folgende Problembereiche werden von den Patienten eingebracht und bearbeitet:

  • Transition von der Arbeit in den “Ruhestand”, Verlust von Aufgaben, Suche nach sinnvoller Betätigung und sozialer Teilhabe, ggf. auch finanzielle der familiäre Problemstellungen aus diesem Rollenwechsel
  • Trauer nach Partnerverlust, Tod von Kindern oder anderen nahen Angehörigen, Enttäuschung von Hoffnung und Missglücken von gemeinsamen Lebenskonzepten
  • Partnerprobleme, problematische Beziehung zu den Kindern, Probleme mit pflegebedürftigen oder senilen Eltern
  • Arbeitsprobleme als ältere Arbeitnehmer, Umgang mit vermehrter Belastung, mit Arbeitsverdichtung oder Flexibilitätsanforderungen, Umgang mit jüngeren Vorgesetzten oder Kollegen, insgesamt Konflikte und Stress am Arbeitsplatz.
  • Umgang mit Alterungsprozessen, geringerer Attraktion, zunehmender Erkrankung oder Schmerzen.

Interessanterweise fehlen bei den Themensammlungen Probleme, die biographisch weiter zurückliegen.

Die Interventionen der Gruppenleiter sind lösungs- und kompetenzorientiert. Häufig kommt es zu Einzelarbeiten in der Gruppe mit Problem- und Zielanalysen, gegenseitiger Unterstützung und Rückmeldung. Bei manchen Themen ergibt sich ein offenes Gruppengespräch mit Erfahrungsaustausch, gegenseitiger Bestärkung und Entwicklung von neuen Perspektiven.

Nach halbjähriger Erprobung dieser Gruppe können wir das folgende vorläufige Resümee ziehen: Die Patienten kommen gern in diese Gruppe. Nach kurzer Anlaufzeit sind sie in der Lage, über ihre Problematik und ihre Lebenssituation zu berichten. Konkretisierung der Probleme und lösungsorientiertes Vorgehen scheint den Bedürfnissen der älteren Patienten zu entsprechen. Die Beiträge der Patienten enthalten wesentlich häufiger Unterstützung und Ermutigung, Hinweis auf positive Problemlösungen als kritische Stellungnahmen oder negatives Feedback. Die Wahrnehmung oder der Ausdruck von Emotionen, die sich auf Interaktionen zwischen den Gruppenteilnehmern oder auf die Gruppensituation im Hier und Jetzt zu beziehen, scheinen dem Patienten schwerer zu fallen.

Ansprechpartner: W. Vesenbeckh



Weitere Informationen

Chefarzt

Chefarzt Dr. Limbacher

Dr. med. Klaus Limbacher

Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Rehabilitationswesen

Spezialisierung:

Depressionen, sexuelle Störungen und Persönlichkeitsstörungen

Kontakt:

Tel. +49 6322 934-0 (Festnetz)
E-Mail duerkheim@ahg.de


Adresse:
AHG Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim
Kurbrunnenstraße 12
67098 Bad Dürkheim