Gruppenkonzept für übergewichtige Patienten
Basis des Konzeptes der Adipositas-Essstörungsgruppe ist das Anti-Diät-Konzept unter Berücksichtigung der Leitlinien zur Behandlung der Adipositas der Deutschen Adipositas-Gesellschaft.
Ziele der Behandlung sind der Aufbau von Fertigkeiten zur langfristigen, moderaten und “nebenwirkungsfreien” Gewichtsreduktion mit langfristiger Stabilisierung des erreichten niedrigeren Körpergewichtes; die positive Beeinflussung bestehender Begleiterkrankungen (wie arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus II, Hyperlipidämie);die Verbesserung des Gesundheitsverhaltens; der Aufbau suffizienterer kurz- und langfristiger Strategien zur adäquateren Bewältigung psychosozialer Belastungssituationen; die Verbesserung der psychischen und physischen Belastbarkeit. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Identifikation und Modifikation dysfunktionaler Muster bezogen auf das Essverhalten (“Essen als Ersatz”), Aktivitätsverhalten und Ernährungsverhalten (“Fettpräferenz”).
Thematische Inhalte der Esstörungsgruppe sind: Analyse des Essverhaltens, Funktionalität der Essstörung, Aufbau eines geregelten Essensrhythmus, Entwicklung langfristiger Strategien im Umgang mit der Adipositas, Vermittlung adipositasassoziierter medizinischer Störungen, gemeinsames Kochen/Essen, Imaginations- und Genussübungen. Bei der Behandlung stehen verhaltenstherapeutische Interventionen (Selbstmanagement, Verhaltensanalyse, Informationsvermittlung, Motivationsförderung, Stimuluskontrolle, Kognitive Umstrukturierung, Stressmanagement, Soziales Kompetenztraining, Rückfallprophylaxe), Bewegungstherapie/Körpererfahrung, Ernährungsberatung, gemeinsames Kochen und Essen in der Therapieküche im Vordergrund.
Ansprechpartner: R. Kriszt