Psychosomatische Fachklinik Bad Dürkheim  
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Psychodiagnostik

Das psychologische Routinelabor (PRL)

In der Klinik werden routinemäßig psychodiagnostische Verfahren zur Überprüfung des Behandlungserfolgs eingesetzt. Unsere Patienten erhalten zu insgesamt drei Messzeitpunkten (Aufnahme, Entlassung, 1 Jahr nach Entlassung) sowohl störungsunspezifische als auch störungsspezifische Testverfahren. Die Daten aus der Routinediagnostik werden einerseits zur Überprüfung des individuellen Therapieerfolgs verwendet, andererseits zur Sicherung der Ergebnisqualität der Behandlung in unserem Haus (s. Qualitätsberichte).

 

Alle Patienten erhalten zwei störungsunspezifische Fragebögen:

HEALTH-49 (Rabung et al., 2007), die verkürzte Version der "Hamburger Module zur Erfassung allgemeiner Aspekte psychosozialer Gesundheit für die therapeutische Praxis", sind ein Selbstbeurteilungsinstrument zur multidimensionalen Erfassung allgemeiner Aspekte psychosozialer Gesundheit. Die HEALTH-49erfassen mit sechs inhaltlich eigenständigen Modulen (A bis F) die Dimensionen: Somatoforme Beschwerden, Depressivität, Phobische Ängste, Psychische und somatoforme Beschwerden, Psychisches Wohlbefinden, Interaktionelle Schwierigkeiten, Selbstwirksamkeit, Aktivität und Partizipation, Soziale Unterstützung sowie Soziale Belastung. Der Test wurde an einer großen Stichprobe von Patienten in der psychosomatischen Rehabilitation geeicht.

AVEM (Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster; Schaarschmidt & Fischer, 2008) erfasst arbeits- und berufsbezogenes Verhalten und Erleben sowohl als Folgen vorangegangener Beanspruchungen als auch als persönlichkeitsspezifische Voraussetzungen für die Bewältigung künftiger Anforderungen. In den Mustern zeigt sich, wie Arbeitsanforderungen begegnet und eigene Beanspruchungsverhältnisse mitgestaltet werden. Es ermöglicht eine Identifizierung gesundheitsförderlicher / -gefährdender Verhaltens- und Erlebensmuster in bezug auf Arbeits- und Berufsanforderungen. Folgende Dimensionen werden erfasst: Perfektionsstreben, Lebenszufriedenheit, Distanzierungsfähigkeit, Beruflicher Ehrgeiz, Subjektive Bedeutsamkeit der Arbeit, Innere Ruhe und Ausgeglichenheit, Verausgabungsbereitschaft, Erleben sozialer Unterstützung, Erfolgserleben im Beruf, Resignationstendenz bei Misserfolg und Offensive Problembewältigung. Die Normstichprobe stammt aus der Allgemeinbevölkerung.

 

In Abhängigkeit vom vorliegenden Krankheitsbild bekommen unsere Patienten zusätzlich einen störungsspezifischen Fragebogen:

AKV (Fragebogen zu körperbezogenen Ängsten, Kognitionen und Vermeidung; Ehlers & Margraf, 2001) erfasst das Ausmaß der Angst vor körperlichen Symptomen, die Auftretenshäufigkeit von katastrophisierenden, auf "körperliche Krisen" (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) oder "Kontrollverlust" (z.B. verrückt werden) gerichteten Kognitionen und das Ausmaß agoraphobischen Vermeidungsverhaltens (allein und in Begleitung einer Vertrauensperson) in diesbezüglich relevanten Situationen. Individuelle Ergebnisse können mit der Verteilung einer Normstichprobe aus Patienten mit einer vergleichbaren Angstdiagnose verglichen werden.

BDI (Beck-Depressions-Inventar; Hautzinger et al., 2001) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung der Schwere depressiver Symptomatik. Es werden folgende depressive Symptome erfragt: Traurige Stimmung, Pessimismus, Versagen, Unzufriedenheit, Schuldgefühle, Strafbedürfnis, Selbsthass, Selbstanklagen, Suizidimpulse, Weinen, Reizbarkeit, Sozialer Rückzug und Isolierung, Entschlussunfähigkeit, Negatives Körperbild, Arbeitsunfähigkeit, Schlafstörungen, Ermüdbarkeit, Appetitverlust, Gewichtsverlust, Hypochondrie, Libidoverlust. Individuelle Ausprägungen können mit kritischen Grenzwerten verglichen werden. Die Normstichprobe stammt aus der Allgemeinbevölkerung.

EDI-2 (Eating-Disorder-Inventory; Thiel et al., 1997) ist ein Selbsteinschätzungsinventar, welches auf folgenden 11 Skalen die für Anorexia und Bulimia nervosa relevanten Einstellungen und Verhaltensweisen erfasst: Schlankheitsstreben, Bulimie, körperliche Unzufriedenheit, Ineffektivität, Perfektionismus, zwischenmenschliches Misstrauen, Interozeption, Angst vor dem Erwachsenwerden, Askese, Impulsregulation und soziale Unsicherheit. Die Normstichprobe bilden Patienten mit Ess-Störungen.

FESV (Fragebogen zur Erfassung der Schmerzverarbeitung; Geissner, 2001) erfasst die verschiedenen Facetten der Schmerzbewältigung und der schmerzbedingten psychischen Beeinträchtigung. Die Schmerzbewältigung wird auf insgesamt 6 Dimensionen erfasst: Handlungsplanungskompetenzen, Kognitive Umstrukturierung und Kompetenzerleben als kognitive Bewältigungsstrategien sowie Mentale Ablenkung, Gegensteuernde Aktivitäten sowie Ruhe und Entspannungstechniken als verhaltensnahe Bewältigungsstrategien. Die schmerzbedingte psychische Beeinträchtigung wird auf folgenden 3 Dimensionen erhoben: Schmerzbedingte Hilflosigkeit und Depression, Schmerzbedingte Angst und Schmerzbedingter Ärger. Die Normstichprobe bilden Patienten mit chronischen Schmerzstörungen.

FEV (Fragebogen zum Essverhalten; Pudel & Westenhöfer, 1989) ist die deutsche Version des "Three-factor Eating Questionnaire". Dieses Verfahren erlaubt die Erfassung von drei grundlegenden psychologischen Dispositionen des menschlichen Essverhaltens: (1) kognitive Kontrolle des Essverhaltens, gezügeltes Essen, (2) die Störbarkeit des Essverhaltens und (3) erlebte Hungergefühle und deren Verhaltenskorrelate. Die Normstichprobe bilden Teilnehmer an einem Gewichtsreduktionsprogramm.

HASE (Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene; Rösler et al., 2008) sind eine Testbatterie psychometrischer Instrumente zur systematischen Erfassung eines aktuell vorliegenden ADHS-Störungsbildes sowie zur retrospektiven Erfassung möglicher kindlicher Verhaltensauffälligkeiten und deren Ausprägungsgrad. Die Skalen thematisieren die ersten drei Stufen auf dem Weg zur Diagnose eines Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndroms im Erwachsenenalter. Es geht um die retrospektive Erfassung kindlicher ADHS-Phänomene, die Überprüfung der DSM-IV bzw. ICD-10-Kriterien und die Evaluation der speziellen ADHS-Psychopathologie des Erwachsenenalters.

OCI-R (dt. Version des Obsessive-compulsive Inventory – Revised; Gönner et al., 2007) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Diagnostik und Veränderungsmessung bei Zwangsstörungen. Die Dimensionen Kontrollieren, Waschen, Ordnen, Horten, Mentales Neutralisieren und Zwangsgedanken werden zu einem Gesamtwert zusammengefasst. Individuelle Ergebnisse können mit der Verteilung einer Normstichprobe aus Zwangspatienten verglichen werden.

PDS (dt. Version der Posttraumatic Diagnostic Scale; Ehlers et al., 1996) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung des Schweregrades bzw. zur Diagnostik einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTB) nach DSM-IV oder ICD-10. Normwerte liegen derzeit noch nicht vor. Neben dem Schweregrad der Störung können Mittelwerte für folgende Symptomkomplexe gebildet werden: Wiedererleben, Vermeidung und erhöhtes Erregungsniveau. Die Ergebnisse in der PDS können auf eine akute Belastungsstörung oder eine posttraumatische Belastungsstörung mit/ohne verzögerten Beginn weisen.

PSQI (dt. Version des Pittsburgh Sleep Quality Index; Buysse et al., 1989) dient der Messung der Schlafqualität in den vergangenen 4 Wochen. Folgende Komponenten werden erfasst und zu einem Gesamtwert zusammengefasst: Subjektive Schlafqualität, Schlaflatenz, Schlafdauer, Schlafeffizienz, Schlafstörungen, Schlafmittelkonsum und Tagesmüdigkeit. Individuelle Ausprägungen können mit einem kritischen Grenzwert verglichen werden.

SES (Schmerzempfindungsskala; Geissner, 1996) erlaubt die Erfassung subjektiv erlebter chronischer und akuter Schmerzen. Sie ermöglicht eine differenzierte Beschreibung des Schmerzempfindens bzw. Bestimmung der Schmerzstärke. Dabei wird zwischen sensorischen und affektiven Aspekten der Schmerzempfindung unterschieden. Die Normstichprobe bilden Patienten mit chronischen Schmerzstörungen.

SOMS-7 (Screening für Somatoforme Störungen; Rief, 1997) berücksichtigt alle körperlichen Symptome, die für eine Somatisierungsstörung nach DSM-IV und ICD-10 als auch für die somatoforme autonome Funktionsstörung relevant sind. Er erfasst sowohl das Vorhandensein als auch die Intensität von insgesamt 52 Symptomen bei Frauen und 48 Symptomen bei Männern. Im SOMS-7 sind die Fragen auf die letzten 7 Tage bezogen. Die Normstichprobe bilden Patienten mit psychischen und psychosomatischen Störungen zu Beginn einer stationären Behandlung.

siehe auch: Zahlen- und Ergebnisqualität



Weitere Informationen

Chefarzt

Chefarzt Dr. Limbacher

Dr. med. Klaus Limbacher

Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Rehabilitationswesen

Spezialisierung:

Depressionen, sexuelle Störungen und Persönlichkeitsstörungen

Kontakt:

Tel. +49 6322 934-0 (Festnetz)
E-Mail duerkheim@ahg.de


Adresse:
AHG Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim
Kurbrunnenstraße 12
67098 Bad Dürkheim