1. Erarbeitung eines Krankheitsmodells, Akzeptanz und Ermutigung:
Zunächst werden die Entstehungsbedingungen und Formen von Depressionen erarbeitet, Schuldzuweisungen werden hinterfragt, Resignation und Ungeduld werden problematisiert. Gegenseitige Unterstützung zur Krankheitsbewältigung wird gefördert, Veränderungsperspektiven werden vermittelt.
2. Aufbau von positiven Aktivitäten:
Patienten werden lernen, Ihr Antriebsdefizit zu überwinden und wieder Dinge zu tun, die Freude und Zufriedenheit bereiten. Die Förderung angemessener geselliger, sportlicher und kreativer Aktivitäten führt zu einer positiven Rückwirkung auf die Stimmung. Sie trauen sich wieder etwas zu und merken, dass sich ihre Befindlichkeit verändert und dass sie allmählich wieder Lebensfreude empfinden können.
(Vor allem die Teilnahme an der Sport- und Ergotherapie soll zur Verbesserung des Selbstvertrauens, der körperlichen Fitness, der kreativen und sozialen Fertigkeiten beitragen.)
3. Verbesserung der Genussfähigkeit:
Patienten werden angeleitet, ihre Aufmerksamkeit auf angenehme Sinneswahrnehmungen zu lenken, positive Umweltreize wieder zu beachten, sich Zeit zu nehmen, um das Wohlbefinden zu stärken und damit auch Selbstbelohnungstechniken zu üben.
4. Veränderung von Gedanken:
Gedanken können die Gefühle beeinflussen. Ziel ist es, diejenigen negativen Gedanken zu identifizieren, die depressiv und mutlos machen können. Sie gilt es zu modifizieren. Statt ihrer werden positive Denkweisen erarbeitet, die helfen können, sich in eine bessere Stimmung zu versetzen. Patienten sollen erfahren, dass wertschätzende Selbstkommentierungen sich positiv auf ihre Gemütslage auswirken.
5. Wahrnehmung und Ausdruck von Gefühlen:
Gefühle, die nicht wahrgenommen und ausgedrückt werden stören das seelische Gleichgewicht, belasten den Organismus und hemmen die Kommunikationsfähigkeit. Als Folge davon werden auch die Sicherheit und das Selbstbewusstsein im sozialen Kontakt beeinträchtigt. Auch psychosomatische Beschwerden können aus zurückgehaltenen Affekten entstehen. Unsere Patienten lernen, sich selbst und anderen gegenüber wieder sensibler, offener und eindeutiger zu sein, was eine konstruktive Beziehungsgestaltung fördert.
Ein neuer Baustein in unserem Behandlungskonzept stellt die Vortragsreihe "Depressionen bewältigen und vorbeugen" dar.
Eine ausführliche Beschreibung unseres Behandlungskonzeptes bei depressiven Erkrankungen können Sie als PDF-Datei öffnen / herunterladen: