„Sicherheit finden“
Das Therapieprogramm von Lisa M. Najavits zur Behandlung von Posttraumatischer Belastungsstörung und Substanzmissbrauch in der AHG Klinik Bad Berleburg.
Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist in gewissem Sinne wörtlich zu verstehen: Manche Erlebnisse können Menschen so schwer emotional belasten, dass ein psychisches Trauma entsteht und sie sie nur mit Hilfe einer Traumatherapie, d.h. mit Hilfe spezieller psychotherapeutischer Methoden, bewältigen können. Bis zu 8% der Deutschen leiden mindestens einmal im Leben unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und brauchen eine Traumatherapie. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.
Bei Patienten mit einer Drogenabhängigkeit sehen die vorliegenden Zahlen noch besorgniserregender aus. Die PTBS-Rate unter Patienten in der Suchttherapie beträgt 12 bis 34 %, für Frauen 30 bis 59 %. Schätzungen gehen teilweise von noch höheren Zahlen aus.
Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung?
Die posttraumatische Belastungsstörung ist eine anhaltende Stressreaktion auf traumatische Lebenserfahrungen. Sind nicht alle Kriterien der posttraumatischen Belastungsstörung erfüllt, wird von der sog. „partiellen posttraumatischen Belastungsstörung“ gesprochen.
Ursachen der posttraumatischen Belastungsstörung
Eine psychische Traumafolgestörung wie die posttraumatische Belastungsstörung tritt als Folge traumatischer Lebensereignisse auf, wie etwa:
-
Unfälle
-
körperliche/seelische Gewalt
-
sexueller Missbrauch/Vergewaltigung
-
Naturkatastrophen
-
Kriegserlebnisse
-
lebensbedrohliche Erkrankungen
-
Todesfälle
-
Verwahrlosung
Weiterhin verursachen oder verschlimmern seelische Traumata häufig auch andere psychische Erkrankungen, etwa:
-
Alkohol- /Drogenabhängigkeit
-
Angst- /Panikstörungen
-
depressive Störungen
-
dissoziative Störungen
-
Borderline-Persönlichkeitsstörungen
-
Essstörungen
-
Zwangsstörungen
-
somatoforme Störungen
Wie erkenne ich eine posttraumatische Belastungsstörung?
Nicht jedes einschneidende Erlebnis bedarf einer Traumatherapie. Liegt eine psychische Traumafolgestörung vor, sollte die Behandlungsbedürftigkeit von Fachleuten geprüft werden. Normalerweise machen sich Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung innerhalb kurzer Zeit nach dem Ereignis bemerkbar. Sie können aber auch oft nach Jahren auftreten, z.B. wenn ein aktueller Vorfall dem damals Erlebten ähnelt: die sog. verzögerte posttraumatische Belastungsstörung. Eine behandlungsbedürftige posttraumatische Belastungsstörung äußert sich unter anderem durch:
-
ständiges Wiedererleben der traumatischen Erlebnisse belastende Gefühle wie Angst/Panik, Hilflosigkeitsgefühle, Aggressionen, Schuldgefühle, Trauer
-
starke Anspannungszustände mit Herzrasen, Schwitzen, Schlafstörungen, Albträumen, Schmerzen, Magen-Darmbeschwerden
-
Vermeidung der Auseinandersetzung mit den belastenden Ereignissen und ihren Folgen
-
dissoziative Zustände
-
selbstverletzendes Verhalten
-
Selbsttötungsgefährdung
-
Kontakt-/Beziehungsprobleme
Folgen der posttraumatischen Belastungsstörung
Wird eine posttraumatische Belastungsstörung nicht durch eine Traumatherapie behandelt, kann sie ernste Folgen für Betroffene und deren Umfeld haben, z. B.:
-
Aufrechterhaltung/Verstärkung der Symptomatik, Chronifizierung
-
Symptom-Ausweitung auf immer mehr Situationen
-
Verlust an Lebensfreude/-qualität
-
zunehmende Belastung für Partnerschaft/Familie
-
drohende Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsminderung mit finanziellen Einbußen
-
zunehmende Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen
-
soziale Isolation, Rückzug und Vereinsamung
Was beinhaltet eine Traumatherapie?
Auch wenn das Erlebte nicht mehr rückgängig zu machen ist – eine gezielte Traumatherapie mit speziellen psychotherapeutischen Methoden hilft, sich wieder zu stabilisieren und den Alltag zu bewältigen, die traumatischen Ereignisse so zu verarbeiten und in das eigene Leben zu integrieren, dass sie die Lebensqualität nicht mehr beeinträchtigen und wieder befriedigende Zukunftsperspektiven entwickelt werden können. Die Traumatherapie basiert auf einem 3-Phasen-Modell:
- Traumatherapie-Phase: Stabilisierung
Erkennen/Verstehen psychosomatischer Zusammenhänge, Erlernen traumatherapeutischer Distanzierungstechniken, Strategien zur Spannungsregulation - Traumatherapie-Phase: Konfrontation
Gezielte Traumakonfrontation zur Verarbeitung der belastenden Ereignisse und ihrer Folgen - Traumatherapie-Phase: Integratio
Akzeptanz der nicht mehr rückgängig zu machenden Erlebnisse, Aufbau neuer Lebensperspektiven, Rückfallvorbeugung
Wo finden Menschen mit einer psychischen Traumafolgestörung bzw. posttraumatischer Belastungsstörung Hilfe?
Die AHG gehört zu den bundesweit größten Therapieanbietern für psychische und psychosomatische Erkrankungen. In mehreren der 45 Standorte profitieren Patienten mit einer psychischen Traumafolgestörung wie der posttraumatischen Belastungsstörung von jahrzehntelanger Erfahrung in der Traumatherapie und einem engen wissenschaftlichen Austausch.
Gezielte Angebote für eine Traumatherapie bieten auch folgende AHG-Standorte: Bad Dürkheim, Bad Pyrmont, Berus, Daun-Am Rosenberg, Dormagen, Hardberg, Münchwies, Schweriner See und Waren.
Eine Liste ambulanter Traumatherapie-Experten bietet auch: www.degpt.de
Ein Hinweis vorab: Eine erste persönliche Hilfe und Orientierung für Menschen mit einem Trauma bzw. einer posttraumatischen Belastungsstörung bietet die AHG-Beratungshotline unter Tel. 01801-244 222* oder beratung@ahg.de.
Viele Menschen mit der Doppeldiagnose Sucht und Posttraumatische Belastungsstörung leiden unter den Anforderungen der jeweiligen Behandlungssettings. Einerseits wird für die Traumabhandlung oft Abstinenz Die Abstinenz ist der völlige Verzicht auf ein Suchtmittel (Alkohol).
In einer Therapie erlernt der Alkoholabhängige nicht, dass er nicht mehr trinken darf, sondern dass er nicht mehr trinken muss. gefordert, unter Abstinenz Die Abstinenz ist der völlige Verzicht auf ein Suchtmittel (Alkohol).
In einer Therapie erlernt der Alkoholabhängige nicht, dass er nicht mehr trinken darf, sondern dass er nicht mehr trinken muss. verschlechtern sich aber die PTBS-Symptome und in der Suchttherapie heißt es andererseits oft, sich erst einmal mit dem Thema Sucht auseinander zu setzen. Die Folge ist, dass eine Sucht- und Traumabehandlung oft nicht parallel durchgeführt wird.
Wir orientieren uns in der AHG Klinik Bad Berleburg an dem Therapieprogramm „Sicherheit finden“ von Lisa Najavits, dass eine gemeinsame Behandlung von Sucht und Trauma anhand eines gut evaluierten Manuals ermöglicht.
Wir arbeiten in halboffenen gemischten Indikationsgruppen, die einmal wöchentlich stattfinden. Die Behandlung beschränkt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf die erste Therapiephase, die Stabilisierung.
Mehr Informationen finden Sie auf www.trauma-und-sucht.de