Störungen des Sprechens (Dysarthrien) liegen bei 20-62% der MS-Patienten vor. Diese beinhalten Artikulationsstörung, gestörte Lautstärkeregelung, Betonung oder Tonhöhensteuerung und gestörte Atmung. In der logopädischen Untersuchung werden das Sprechen, die Sprechmuskulatur und die Atmung analysiert. Therapeutisch wird an der Lockerung der Artikulationsorgane, der Aussprache, der Regulation von Artikulation, Betonung, Pausen und dem Sprechtempo gearbeitet.
Atem- und Entspannungsübungen unterstützen die Therapie.
Ein Weiterer Schwerpunkt besteht in der Diagnostik und Therapie von Schluckstörungen. Bei schwer behinderten MS-Patienten sind bis zu 65% der Patienten betroffen. Die Diagnostik beinhaltet neben der logopädischen die neurologische und Hals-Nasen-Ohren ärztliche Untersuchung des Schluckvorganges und ggf. die apparative – endoskopische- Untersuchung des Schluckens.
In der Therapie werden Ernährungsempfehlungen erarbeitet (Langsames Schlucken, aufrechte Haltung, kleine Portionen, Essen mit Soße anreichern, weiche Konsistenz), ein Kau-, Schluck- und Trinktraining durchgeführt, die Atmungsarbeit, Kopf- und Kieferkontrolle sowie die Kopf- und Körperhaltung optimiert.