Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionserkrankung durch das Bakterium Borrelia burgdorferi. Der Erreger Ist weltweit verbreitet, die Infektion erfolgt über einen Zeckenbiss. Die Dauer des Zeckenbisses beeinflusst die Infektionswahrscheinlichkeit, ebenso das unsachgemäße Entfernen mit Zerquetschen der Zecken.
In Deutschland nimmt der Durchseuchungsgrad der Zecken nach Süden zu: Regional liegt die Durchseuchung bei bis zu 50%, im Mittel in Deutschland bei etwa 20%. Vom Robert-Koch-Institut wird die Wahrscheinlichkeit einer Borrelieninfektion mit 1:300 nach einem Zeckenbiss angegeben, wobei in Hochrisikogebieten von einer deutlich höheren Gefahr auszugehen ist. Die Häufigkeit von Neuerkrankungen in Deutschland liegt bei 50.000 bis 160.000 Fällen /Jahr.
Die Borreliose läuft in drei Stadien ab:
Parallel zu den Organmanifetationen kann es zu Allgemeinsymptomen wie Schwäche, Gelenkbescherden, Fieber kommen.
Im Stadium I (etwa 1-4 Wochen nach Zeckenbiss) kommt es zur sogenannten „Wanderröte“ (Erythema migrans): Eine sich langsam ausdehnende Hautrötung welche gleichermaßen von innen verblasst. Diese Hauterscheinung kann über Monate bestehen bleiben Dieses Krankheitsstadium fehlt aber bei ca. 50% der Patienten.
Im Stadium II kann es zu verschiedenen Organmanifestationen kommen. Neben Herz- und Gelenkbeschwerden ist aus neurologischer Sicht der M. Bannwarth hervorzuheben: Durch eine Entzündung von Nervenwurzeln oder Hirnnerven kann es zu schmerzhaften Gefühlsstörungen und Lähmungen kommen, diese können lokal an die Beschwerden eines Bandscheibenvorfalles denken lassen oder auch einer Polyradiculitis ähneln, häufig sind auch Gesichtslähmungen im Rahmen eines Hirnnervenbefalles.
Bei dem Verbleib von Erregern im Körper kann es über Jahre zu chronischen, in Abständen wiederkehrenden Symptomen kommen: Für dieses Stadium III. typisch sind erneut Hauterscheinungen (Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer), Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis), kardiale Manifestationen und Befall des peripheren und zentralen Nervensystems mit der Folge einer Polyneuropathien oder einer Enzephalomyelitis – einer Entzündung von Gehirn und/oder Rückenmark.
Die Diagnose erfolgt serologisch über den Nachweis von Antikörpern, wobei verschiedene Verfahren zur Verfügung stehen (ELISA, Immunoblot, Immunfluoreszenstest), welche sukzessive angewandt werden können, sofern die Aussagekraft nicht eindeutig ist. Daneben kann auch im Nervenwasser eine Antikörperproduktion im Nervensystem nachgewiesen werden, welches den Befall des Nervensystems anzeigt. Antibiotika helfen in allen Stadien der Erkrankung.