Dr. rer. nat. Bernd Schneider
Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut
Koblenz. „Die Therapie von Glückspielern ist eine Psychotherapie“, ordnete der Sozialtherapeut Wolfgang Bensel die Behandlung grundsätzlich ein. Die AHG-Gesundheitsdienste in Koblenz hatten ihn und seinen Kollegen, den Koblenzer Psychologischen Psychotherapeut Dr. Martin Zobel, als Fachreferenten einer Informationsveranstaltung eingeladen. Als Gäste begrüßte der Leiter der Gesundheitsdienste, der Psychologe Dr. Bernd Schneider, Vertreter der Barmer Ersatzkasse (BEK), der Betriebskrankenkassen (BKK) und der Techniker Krankenkasse aus Koblenz. Und auch die beiden Beraterinnen der AHG-Gesundheitsdienste, Anja Wehler und Inge Waldorf.
Während sich Bensel dem pathologischen, dem krankhaften Glücksspielen widmete, erläuterte Zobel den Fachleuten der Krankenkassen im zweiten Impulsreferat das Thema der Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Und auch hier bei mit Ursachen, Symptomen und vor allem mit Behandlungsmöglichkeiten.
Ziel der Informationsveranstaltung war es, den Mitarbeitern der Krankenkassen für diese Patientengruppen Wege zu den geeigneten Kliniken auch in der Region Koblenz zu zeigen. An Fallbeispielen zeigten die Referenten und auch Dr. Schneider Wege und Möglichkeiten, die zum jeweiligen Patienten passenden Fachkranken zu finden, und wie auch wohnortnahe Kliniken in die Behandlung mit einbezogen werden können.
Bensel, der in der Psychosomatischen Fachklinik Münchwies arbeitet, betonte den Unterscheid von Glücksspiel an den sogenannten Unterhaltungsautomaten in Kneipen und der Spielsucht am Computer. Die erst genannten Patienten machen des Hauptanteil der speziellen Behandlungsplätze mit immer mehr steigenden Bedarf aus. Aber auch die Computerspielsucht wird verstärkt behandelt. Die Mehrzahl sind jüngere Menschen um die 30 Jahre. Auffallend ist, dass bei 30 Prozent zusätzlich eine stoffgebundene Abhängigkeit, etwa Alkohol und Tabletten, besteht. Einher geht eine Reduzierung der Arbeitsfähigkeit um etwa 38 Prozent. Der Anteil der Frauen bei den pathologischen Glücksspielern beträgt 15 Prozent.
Posttraumatische Belastungsstörungen, so Dr. Martin Zobel, sind eine Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis oder Erlebnis, das außerhalb des normalen Erlebens steht und eine schwerwiegende Bedrohung oder Gefahr für die betroffene Person bedeutete. Das schlimme Ereignis wurde im Gehirn aufgenommen, das dieses aber nicht richtig verarbeiten konnte. Es kehrt als kurzes Erinnerungsstück immer wieder. Wieder ausgelöst werden kann dieser belastende Vorgang durch Wahrnehmungen, die auch im weitesten Sinne an die Angst auslösende Situation erinnern. Dadurch sind diese schlechten Erinnerungen unkontrollierbar präsent. Dies ist behandlungsbedürftig im Rahmen einer Psychotherapie, betonte er.
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