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Mehr psychische Erkrankungen bei Frauen

Aktuelles

Rehabilitation aktuell
08.04.2008 – Mehr psychische Erkrankungen bei Frauen

Hamburg. Psychische Erkrankungen nehmen vor allem bei Frauen zu. Das zeigen die jetzt erschienene Gesundheitsreports 2008 der Techniker Krankenkassen (TK) und der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK). Nach den Zahlen der TK war statistisch gesehen jede Arbeitnehmerin 2007 knapp zwei Tage mit einer psychischen Diagnose krank geschrieben. Damit haben Fehltage durch psychische Krankheiten bei Frauen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent zugenommen. Neben den Fehlzeiten stieg auch der Anteil der Frauen, die von einer psychischen Erkrankung betroffen waren, um über sieben Prozent. Statistisch gesehen waren im letzten Jahr 5,3 von 100 Arbeitnehmerinnen psychisch bedingt arbeitsunfähig, bei den Männern waren es nur 2,7 von 100 Beschäftigten.

Die Zahlen der DAK zeigen ein ähnliches Bild. Die psychischen Erkrankungen sind die viertgrößte Krankheitsart. 10,2 Prozent des Krankenstandes gingen auf psychische Erkrankungen zurück. Die Fehltage sind nach einem Stillstand in 2006 aktuell wieder gestiegen: Bei den Männern um 5,2 Prozent und bei den Frauen um 7,8 Prozent.

 

Depressionen: hohe Dunkelziffer bei Männern

Trotzdem gibt es bei Männern keine Entwarnung: Die Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen stiegen bei ihnen 2007 nach DAK-Angaben im Vergleich zu 2000 um 18,4 Prozent. Dies ist umso auffälliger, als das gesamte Volumen der Krankheitstage im gleichen Zeitraum um zehn Prozent zurück ging. Wichtigste Einzeldiagnose bei psychischen Erkrankungen ist die Depression. Bei Männern ist nach Ansicht der Experten von einer hohen Dunkelziffer bei dieser Krankheit auszugehen. Sie neigen eher dazu, ihre depressiven Symptome nicht wahrzunehmen, sie zu bagatellisieren oder gar zu verleugnen. Auch zeigen Männer bei dieser Erkrankung häufiger andere Symptome wie Aggressionen, erhöhte Risikobereitschaft und Wutausbrüche. Frauen verhalten sich eher passiv und traurig. Ursache sind vermutlich andere Rollenerwartungen an das männliche Geschlecht. Die DAK appelliert, dass besonders die Haus- und Betriebsärzte sich stärker dem Phänomen „Männerdepression“ zuwenden.

 

Quellen:

www.tk-online.de

www.dak.de