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Erfolgreicher Dialog über „Sucht im Alter“

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Rehabilitation aktuell
09.04.2010 – Erfolgreicher Dialog über „Sucht im Alter“

Mit dem „Hersfelder Forum“, einer bundesweit einzigartigen Veranstaltungsreihe, bringt die AHG Klinik Wigbertshöhe das schwierige Thema „Alter und Sucht“ in die Fach-Öffentlichkeit und stellt zugleich ihr spezielles Behandlungsangebot „+50“ vor. Für die AHG ist die steigende Anzahl abhängigkeitserkrankter älterer Menschen mit Blick auf den demografischen Wandel ein wichtiges Ziel für ihre Behandlungsangebote der Zukunft.

Die Idee hat die AHG Klinik Wigbertshöhe in Bad Hersfeld mittlerweile bundesweit bekannt gemacht: Vor sieben Jahren rief man dort das Hersfelder Forum „Alter und Sucht“ ins Leben. Mit der Veranstaltungsreihe sollte allen, die beruflich mit der Altersgruppe der über 50-Jährigen zu tun haben, die Möglichkeit geboten werden, Informationen auszutauschen, mit älteren suchtkranken Menschen und den behandelnden Experten der AHG ins Gespräch zu kommen. In diesem Jahr ging es Ende März um das Thema „Lebensfreude im Alter“. Gleichzeitig präsentierte die Klinik, die sich seit drei Jahrzehnten der Behandlung suchtkranker Menschen von 18 bis 80 Jahren widmet, ihr Konzept „+50“ zur Behandlung Suchterkrankter im Alter.

Mit dem Alter unzufrieden

Wie negativ in der Gesellschaft das Thema Alter besetzt ist, zeigte im Rahmen der Veranstaltung Prof. Dr. Anne Lützenkirchen von der Hochschule Fulda. In den Buchhandlungen fänden sich zahlreiche Anti-Aging-Ratgeber, Bücher über Demenz und anderen Krankheiten des Alters, in der Presse werde vor den negativen Folgen der Alterspyramide gewarnt; Veröffentlichungen zum Thema Freude und Zufriedenheit im Alter seien jedoch rar gesät, so die Wissenschaftlerin. Soziologen sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten Unzufriedenheitsdilemma: Obwohl es den Deutschen der älteren Generation objektiv betrachtet so gut wie lange nicht mehr geht, ist die Unzufriedenheit mit der eigenen Situation größer als in vielen armen Ländern. Der alternde Mensch sei stärker als in den Lebensphasen zuvor auf ein funktionierendes Sozialwesen angewiesen, referierte die Expertin. Neben einer guten Gesundheitsversorgung und der materiellen Absicherung sei das soziale Miteinander ein wichtiger Baustein für die Lebensfreude im Alter.

Typische Suchtbiographien vorgestellt

Dr. Michael Ellwardt und Jean-Christoph Schwager, Therapeuten der AHG Klinik Wigbertshöhe und Leiter der beiden „+50“-Gruppen spannten den thematischen Bogen in die Praxis. Dr. Ellwardt beleuchtete in seinem Vortrag den Zusammenhang zwischen Depression und Sucht und arbeitete die Unterschiede typischer  Biographien älterer suchtkranker Frauen und Männer heraus, die Ursache der Entstehung einer Suchterkrankung im Alter sind. Schwager schließlich stellte das Konzept +50 der Klinik vor und wies auf die Schwierigkeiten und Vorurteile hin, mit denen ältere Suchtkranke noch immer in der Gesellschaft zu kämpfen haben.

Offenes Gespräch mit Betroffenen

Über die Vorträge hinaus stand das Gespräch mit Patienten der beiden „+50“- Gruppen in Bad Hersfeld im Mittelpunkt. Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer von der Offenheit und Bereitschaft der älteren Patienten, über ihre Suchterkrankung und die Hintergründe der Suchtentwicklung zu sprechen. Fazit der Tagung: Suchtmittelabhängigkeit im Alter macht einsam, krank und unglücklich; Veränderung und Abstinenz Die Abstinenz ist der völlige Verzicht auf ein Suchtmittel (Alkohol).
In einer Therapie erlernt der Alkoholabhängige nicht, dass er nicht mehr trinken darf, sondern dass er nicht mehr trinken muss.
ist auch im fortgeschrittenen Alter machbar und wünschenswert und Lebensfreude ist im Alter für den Suchtkranken nur erlebbar durch eine suchtmittelfreie Lebensweise.

 

Kontakt:

AHG Klinik Wigbertshöhe

Jean-Christoph Schwager, Sozialtherapeut

Am Hainberg 10-12

36251 Bad Hersfeld

Tel.: +49 6621 18522

Fax: +49 6621 18585

Mail: jschwager@ahg.de

Internet: www.ahg.de/wigbertshoehe