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07.05.2008 – Übergewicht und Depressionen durch zu wenig Schlaf bei Kindern
Weil der Stadt. Schlafhygiene ist in den ersten Lebensjahren von besonderer Bedeutung. Bekommt ein Kleinkind zu wenig Schlaf, so verdoppelt sich sein Risiko, später übergewichtig zu sein und erhöht sich die Gefahr, an einer Angststörung oder an Depressionen zu erkranken. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass bei älteren Kindern und Erwachsenen Schlafmangel Übergewicht begünstigt. Forscher um Dr. Elsie Taveras von der Harvard Universität haben nun gezeigt, dass dieser Zusammenhang auch bei Kleinkindern zutrifft. In einer Studie mit 915 Kindern im US-Bundesstaat Massachusetts fanden heraus, dass Kinder, die in ihren ersten beiden Lebensjahren dauerhaft weniger als 12 Stunden am Tag schliefen, im Alter von 3 Jahren doppelt so häufig übergewichtig waren wie Kinder, die länger geschlafen hatten.
Auch Fernsehen hat einen schlechten Einfluss auf das Körpergewicht. Kinder, die im Alter von 2 Jahren 2 Stunden oder länger vor dem Fernseher saßen, waren nach dieser Untersuchung mit 3 Jahren ebenfalls deutlich häufiger übergewichtig. „Mit Fernseher, Computer und Videospielen im Zimmer wird es für Kinder zunehmend schwierig, genug Schlaf zu bekommen. Diese Geräte haben daher in Kinderzimmern nichts verloren“, sagt Dr. Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). „Frühere Studien haben gezeigt, dass Schlafmangel den Hormonhaushalt verändert und zu Heißhunger und Gewichtszunahme führen kann.“
Wissenschaftler um Alice Gregory von der Universität London haben die Langzeitwirkung von Schlafmangel in der Kindheit untersucht. Die Forscher erfassten die Schlafzeiten von 2076 niederländischen Kindern zwischen 4 und 16 Jahren und befragten sie später als Erwachsene zu psychischen Beschwerden. Es zeigte sich, dass die Kinder, die weniger schliefen, als Erwachsene häufiger von Ängsten, Depressionen und aggressivem Verhalten berichteten.
„Diese Untersuchungen zeigen uns, wie wichtig es ist, dass Eltern auf regelmäßige Schlafzeiten ihrer Kinder achten. Geregelte Tagesruhe- und Nachtschlafzeiten fördern die Schlafqualität von Kleinkindern“, sagt Dr. Schaff. „Hat ein Kind dauerhaft Probleme einzuschlafen oder durchzuschlafen, sollte ein Arzt hinzugezogen werden“, rät die Kinder- und Jugendpsychiaterin.
Quelle:
BKJPP
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