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Jahrbuch Sucht: Keine Entwarnung beim Alkohol

Aktuelles

Rehabilitation aktuell
27.01.2009 – Jahrbuch Sucht: Keine Entwarnung beim Alkohol

Nach wie vor trinken die Deutschen pro Kopf zuviel. Mit knapp zehn Litern reinen Alkohol liegen sie weltweit auf Platz sechs. Das geht aus dem aktuellen Jahrbuch Sucht hervor, das am 20.1. in Berlin vorgestellt wurde. Das Konsumniveau sei trotz leichter Rückgänge immer noch inakzeptabel hoch, erklärte Dr. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V., Hamm. Die AHG bietet in insgesamt 22 ihrer Kliniken und Therapiezentren ein breites Behandlungsspektrum bei der Rehabilitation von Alkohol- oder Medikamentenabhängigen und in der Drogentherapie. Nachweislich erreicht jedes Jahr die Hälfte der hier behandelten 4.500 Betroffenen eine dauerhafte Abstinenz Die Abstinenz ist der völlige Verzicht auf ein Suchtmittel (Alkohol).
In einer Therapie erlernt der Alkoholabhängige nicht, dass er nicht mehr trinken darf, sondern dass er nicht mehr trinken muss.
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Dunkelziffer weit höher

Laut Jahrbuch waren 2007 schätzungsweise 9,5 Millionen Menschen von legalen Suchtmitteln abhängig. Der hohe, ganz alltägliche Konsum legaler Suchtmittel, wie Tabak und Alkohol, sei im Problembewusstsein der Gesellschaft noch nicht angekommen, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen. Er betreffe jedoch zahlenmäßig die meisten Menschen. Würde man – Mehrfachabhängigkeiten ausgeschlossen – alle  Schätzzahlen zu Missbrauch und Abhängigkeit von Tabak bis pathologischem Glückspiel in Deutschland addieren, so käme man auf die stattliche Zahl von rund 10 Mio. Abhängigen. Rechnet man nicht-abhängige Tabak- und Cannabiskonsumenten sowie die Zahl der riskant Alkoholkonsumierenden hinzu, sind ca. 36 Mio. Menschen von Substanzproblemen betroffen. Das sind ca. 45 Prozent der Bevölkerung.

Für Menschen mit einer Suchtgefährdung oder Suchterkrankung bietet Deutschland ein differenziertes, wirksames, leistungsfähiges und vernetztes Angebot der Hilfen mit dem Ziel, die „Teilhabe“ an Arbeit und am Leben in der Gemeinschaft zu erhalten. Über 1.000 Beratungsstellen, 11.000 Therapieplätze in der Rehabilitation und 10.000

Selbsthilfegruppen bilden den Kern der Suchthilfe.

 

AHG: Effektive Hilfe für ein selbstbestimmtes Leben

In 22 Kliniken und Therapiezentren der AHG vermitteln die Ärzte und Therapeuten den Betroffenen nicht, dass sie nicht mehr trinken dürfen, sondern dass sie nicht mehr trinken müssen. Am Beginn jeder Rehabilitationsbehandlung stehen eine umfassende medizinische und psychologische Eingangsdiagnostik und die Klärung der sozialen und beruflichen Situation des Patienten. Die Therapie erfolgt in enger Abstimmung und unter aktiver Mitwirkung des Patienten entlang eines individuell abgestimmten Behandlungsplans.

Ziel ist es, den Patienten zum „Experten und Manager seiner eigenen Gesundheit“ zu machen. Es gilt, die Krankheitsfolgen zu bewältigen, ein zufriedenes, selbstbestimmtes Leben zu erreichen, individuelle Ressourcen konsequent zu nutzen und messbare Behandlungserfolge zu erzielen sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die berufliche Integration möglich zu machen.

Für die durch den gesellschaftlichen Wandel neu entstehenden Erkrankungen wie beispielsweise Spielsucht oder Internetsucht werden in der AHG Forschungsprojekte durchgeführt und Behandlungsprogramme entwickelt. Das Spektrum der angebotenen Therapien ist konsequent erweitert worden – dazu gehören auch frühe Behandlungsformen bei schädlichem Gebrauch, kurze Intensivbehandlung bei sozial integrierten Betroffenen, Wiedereingliederung (Adaption) und die Weiterbehandlung bei schweren Schädigungen (Soziotherapie).

 

Weiterführende Quelle:

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

www.dhs.de