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Drogen- und Suchtbericht 2008: Mehr Drogentote und exzessiver Alkoholkonsum bei Jugendlichen

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Rehabilitation aktuell
05.05.2008 – Drogen- und Suchtbericht 2008: Mehr Drogentote und exzessiver Alkoholkonsum bei Jugendlichen

Berlin. „Sucht und Drogenkonsum betreffen keine kleine Randgruppe der Gesellschaft“ erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung anlässlich der Veröffentlichung des Drogen- und Suchtberichts 2008. Der Bericht zeigt, dass es trotz der Erfolge in der Drogen- und Suchtbekämpfung noch immer viel zu tun gibt. Vor allem der Alkoholkonsum von Jugendlichen bereitet den Experten Sorgen. Insbesondere das so genannte „Binge Drinking“, der exzessive Konsum von Alkohol, hat unter Jugendlichen stark zugenommen. Der Tabak- und Cannabiskonsum der Jugendlichen ist zurückgegangen.

Anlässlich der Veröffentlichung des Drogen- und Suchtberichts erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing: "Wir dürfen nicht nachlassen, uns weiter gegen Missbrauch und Sucht einzusetzen: Denn noch immer raucht in Deutschland ein Drittel der Erwachsenen, 9,5 Millionen Menschen konsumieren Alkohol in riskanter Weise, etwa 1,3 Millionen sind alkoholabhängig, mehr als 1,4 Millionen Menschen medikamentenabhängig. Etwa 600.000 vorwiegend junge Menschen missbrauchen Cannabis oder sind davon abhängig, weitere 200.000 Menschen konsumieren Opiate, Kokain, Amphetamine und Halluzinogene."

Einerseits zeigen aktuelle Studien, dass der gelegentliche Konsum von Alkohol bei Schülerinnen und Schülern im Vergleich zu 2003 leicht zurückgeht. Der Konsum von Alkopops ist drastisch gesunken. Aber gleichzeitig sind die Konsummengen von Alkohol bei den Kindern und Jugendlichen stark angestiegen. Während die 12-17-Jährigen 2005 noch 34 g reinen Alkohol pro Woche zu sich nahmen, waren es 2007 schon 50 g. Auch das so genannte "Binge Drinking" hat bei Jugendlichen stark zugenommen, d.h. der Konsum von fünf oder mehr alkoholhaltigen Getränken hintereinander. Während 2005 noch 20% der Jugendlichen ein Mal im letzten Monat "gebingt" hatten, "bingten" 2007 schon 26%. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen von 10-20-Jährigen wegen Alkoholvergiftungen hat sich von 2000 bis 2006 mehr als verdoppelt.

Eine sehr erfreuliche Entwicklung ist, dass immer weniger Jugendliche rauchen. Seit 2001 ist der Anteil der Raucher bei den Jugendlichen von 28 % (2001) auf 18 % (2007) heruntergegangen. "Das ist ein großer Erfolg für die Tabakpolitik in Deutschland", so Bätzing. "Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind und unsere Präventionsmaßnahmen greifen, dass wir aber nicht nachlassen dürfen, den Tabakkonsum insgesamt weiter zu senken.“ Durch den Konsumrückgang beim Tabak ist erfreulicherweise auch der Cannabiskonsum bei den unter 18-Jährigen zurückgegangen. Denn je intensiver Tabak konsumiert wird, desto stärker verbreitet ist die Erfahrung im Umgang mit Cannabis. Wer nicht raucht, greift auch weniger zum "Joint". Allerdings: die Gruppe der "starken Kiffer" ist dagegen mit ca. 600.000 gleichbleibend hoch.

Bei Heroinkonsumenten hat es im Jahr 2007 eine Trendwende gegeben. Die Zahl der Drogentoten ist im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 % angestiegen. Es verstarben 1.394 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen. 2006 waren es noch 1.296 Menschen. Eine klare Ursache für diese Entwicklung kann noch nicht benannt werden, weil die Auswertungsergebnisse noch nicht vorliegen. Eine mögliche Ursache könnte die veränderte Alterstruktur bei den Abhängigen sein, weil sie inzwischen älter geworden sind, aber auch der körperliche Verfall voranschreitet. Aber auch die private oder berufliche Perspektivlosigkeit von Heroinabhängigen können drogenbedingte Todesfälle begünstigen.

 

Der Drogen- und Suchtbericht steht unter www.drogenbeauftragte.de als Download zur Verfügung.