Der diesjährige Tönissteiner Medienpreis wurde im Rahmen der Fachtagung „Wenn Erfolg süchtig macht – Lifestyle-Drogen im Beruf“ der AHG Klinik Tönisstein verliehen. Ziel des Preises ist es, Journalisten zu ehren, die sich um die Berichterstattung im Kontext Sucht besonders verdient gemacht haben. Diesjähriger Gewinner ist Jens Tönnesmann, Redakteur der Wirtschaftswoche. Die AHG Klinik Tönisstein ist mit 85 Beschäftigten und einem einzigartigen Kurzzeittherapiekonzept auf die Behandlung von Suchtkrankheiten spezialisiert. Sie ist Teil der AHG, die sich mit 45 Kliniken und Therapiezentren der Behandlung chronisch Kranker widmet.
Die AHG Klinik Tönisstein stellt ihre jährliche Fachtagung stets unter das Dach eines aktuellen Themas. Ziel ist es einerseits das betreffende Thema fachlich zu diskutieren und es andererseits in der Öffentlichkeit publik zu machen. Der diesjährige Medienpreis wurde für herausragende journalistische Berichterstattung über Sucht im beruflichen Kontext ausgelobt. „In unserer Praxis erleben wir tagtäglich, wie wenig korrekte Information über Suchterkrankungen in der Öffentlichkeit vorhanden sind. Unsere Patienten müssen unter den Folgen dieser Unkenntnis oft leiden. Daher ist uns sachliche Medienberichterstattung extrem wichtig“, erläutert Dr. Hubert Buschmann, Chefarzt der AHG Klinik Tönisstein, die Motivation zur Auslobung des Preises.
Tönnesmann hat mit seinem Beitrag „Auf dem Karrieretrip“ (erschienen in der Wirtschaftswoche Nr. 43, 20.10.2008) ein detailliertes Bild von Sucht im beruflichen Kontext gezeichnet. „Konkurrenzdenken, Deadlines und Leistungsdruck stressen Banker und Broker, Manager und Macher. Um im Wettbewerb mithalten zu können, greifen sie zunehmend zu wirksamen aber gefährlichen Tabletten und Drogen“, so Tönnesmann in seinem Artikel. „Aus unserer Perspektive als behandelnde Fachklinik können wir dieses Phänomen eindeutig bestätigen. Viele Beschäftigte stehen unter erheblichem Druck im Beruf. Ob aus falschem Ehrgeiz oder überzogenen Erwartungen von Vorgesetzten - der Weg zum Doping ist oft nicht weit und sorgt zunächst für schnelle Abhilfe. Fatal ist der relativ kurze Gewöhnungsprozess. Herr Tönnesmann erhält den diesjährigen Tönissteiner Medienpreis, da er ein oftmals tabuisiertes Thema sachlich korrekt und vielschichtig beleuchtet“, so Dr. Hubert Buschmann.
Nach unterschiedlichen Stationen in Presse und Öffentlichkeitsarbeit kam Tönnesmann Mitte 2008 als Redakteur mit dem Themenschwerpunkt „Beruf und Arbeitswelt“ zur Wirtschaftswoche. Der 1978 in Köln geborene Journalist kann auf Veröffentlichungen in renommierten Medien wie Die Zeit, Handelsblatt, Financial Times Deutschland zurückblicken. 2007 erhielt er den Ecosense- Nachwuchsjournalistenpreis. Bereits 2004 wurde er mit dem Medienpreis der Bundesvereinigung für Logistik geehrt.