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Effektivere QM-Strukturen für die AHG

Zertifikatsübergabe in der AHG-Unternehmenszentrale.(Vorne) Norbert Glahn (re.) und Heinz-Jürgen Naß.(Hinten) Thomas Konermann, Vertriebsleiter Deutschland derTÜV Rheinland Cert/LGA InterCert
Zertifikatsübergabe in der AHG-Unternehmenszentrale.(Vorne) Norbert Glahn (re.) und Heinz-Jürgen Naß.(Hinten) Thomas Konermann, Vertriebsleiter Deutschland derTÜV Rheinland Cert/LGA InterCert

Aktuelles

AHG aktuell
01.08.2011 – Effektivere QM-Strukturen für die AHG

„Mehr in Qualität und weniger in die Verwaltung der Qualität investieren“

Mit einer neuen, schlankeren und zentralen Zertifizierungsstruktur optimiert die AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft das Qualitätsmanagement ihrer 45 Kliniken und Therapiezentren. Künftig werden alle Audits im Stichprobenverfahren des bundesweiten Gesundheitsdienstleisters durch die LGA InterCert GmbH (TÜV Rheinland Group) betreut. Die erfolgreiche Zertifizierung der AHG-Unternehmenszentrale wurde jetzt zum „Kick-Off“ des neuen Systems.

Düsseldorf. Verfahrensanweisungen, interne Audits, Sitzungen, Kennzahlen – für Kliniken und Therapiezentren ist ein Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 mit einem hohen zeitlichen und auch finanziellen Aufwand verbunden. Kommen dann noch mehrere Standorte innerhalb eines Konzerns zusammen, potenziert sich der Aufwand – zum Nachteil des Systems. Bei der AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft, einem der großen Therapieanbieter für psychosomatische Krankheiten, Abhängigkeitserkrankte und in der Soziotherapie, hat man das Problem erkannt und geht deshalb jetzt neue Wege. „Höchstmögliche Qualität ist seit über 35 Jahren ein Wesenszug der AHG“, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende Norbert Glahn die Bedeutung des Themas. „Gerade darum haben wir uns dazu entschlossen, mehr in die Qualität und weniger in die Verwaltung der Qualität zu investieren.“

Zentrale übernimmt Leitfunktion für Standorte

Die erfolgreiche Zertifizierung der AHG-Unternehmenszentrale in Düsseldorf war eine entscheidende Voraussetzung für das zukünftig schlankere, effizientere QMSystem. Das Zertifikat nahmen die AHG-Vorstände Norbert Glahn und Heinz-Jürgen Naß jetzt aus den Händen von Thomas Konermann entgegen, Vertriebsleiter Deutschland der TÜV Rheinland Cert/LGA InterCert. „Damit wird uns nicht nur bescheinigt, dass unser Qualitätsmanagementsystem in der Zentrale der Norm entspricht“, so Heinz-Jürgen Naß, „sondern auch, dass wir es geschafft haben, die neue Struktur mit der Zentrale der AHG in Düsseldorf als künftig führende Stelle erfolgreich zu etablieren.“

Gemeinsames Handeln – weniger Aufwand

Vor rund zwei Jahren war in einer Expertengruppe der AHG die Idee entstanden, die bestehenden Einzelverträge der Kliniken und Therapiezentren mit Zertifizierungsgesellschaften in einem Vertragsverhältnis zu bündeln und zentral zu steuern. Damit sollte einerseits das Qualitätsmanagement noch enger an die Leitziele des Konzerns gebunden, andererseits der zeitliche und finanzielle Aufwand für alle Stellen deutlich gesenkt werden. Da die überwiegende Mehrzahl der AHG-Kliniken und -Therapiezentren bereits seit Jahren zertifiziert ist und auch die Richtlinien der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation mustergültig umsetzt, stand einer Realisierung der Idee nichts im Weg.

Schrittweise zu noch mehr Qualitäts- und Wissenstransfer

In einem ersten Schritt wurden die zahlreichen bestehenden Vertragsverhältnisse mit verschiedenen Zertifizierungsgesellschaften überprüft und bei der LGA InterCert gebündelt. Diese wird künftig jährlich die AHG-Unternehmenszentrale und per Stichprobenverfahren die einzelnen Kliniken und Therapiezentren überprüfen. Die LGA InterCert ist dabei in der Lage, alle Standorte nach unterschiedlichen Anforderungen zu zertifizieren. Und in 80 Prozent der Fälle arbeiten die Häuser sogar mit demselben Auditorenteam zusammen. – Ein entscheidender Baustein, von dem vor allem der standortübergreifende Wissens- und Erfahrungstransfer innerhalb der AHG profitiert. Außerdem wird die nun konzerneinheitlich und systematisch erhobene Qualitätskennzahl künftig auch in der AHG-umfassenden Balanced Scorecard Balanced Scorecard ist ein System aus Kennzahlen. Wie kann ein Unternehmen die Vision und Strategie der Führungsspitze in das tägliche Handeln auf allen Ebenen übersetzen? Eine Antwort auf diese Frage heißt Balanced Scorecard. Das Konzept wurde von Robert S. Kaplan und David P. Norton Anfang der Neunzigerjahre an der Harvard University entwickelt, um die Erreichung strategischer Ziele messbar zu machen und mit konkreten Maßnahmen zu verknüpfen. Die Balanced Scorecard umfasst sowohl finanzielle als auch nicht-finanzielle Indikatoren. Ausgehend vom Kennzahlensystem für das Gesamtunternehmen lassen sich für einzelne Organisationseinheiten separate Scorecards mit Vorgaben für das Tagesgeschäft entwickeln. Im Idealfall erfährt der einzelne Mitarbeiter dadurch, welcher konkrete Beitrag von ihm erwartet wird. Die Balanced Scorecard eignet sich nicht nur für Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit wird sie auch von Non-Profit-Organisationen und der öffentlichen Verwaltung verwendet – und zunehmend im Health-Care-Bereich. einen wichtigen Platz einnehmen.

Deutliche Einsparungen erreicht

Und auch in monetärer Hinsicht kann sich der Erfolg des neuen Systems sehen lassen: Durch die Einführung des Stichprobenverfahrens wird das Aufwand-Nutzen-Verhältnis des QM-Systems nicht nur deutlich verbessert, auch die Kosten werden um rund 60.000 Euro pro Jahr gesenkt. „Die Umsetzung dieses Systems war nur möglich, weil wir als gut organisiertes Unternehmen unsere Standorte, Arbeitsschwerpunkte und Prozesse genau kennen“, so Rainer Schultes, Leiter Qualitätsmanagement der AHG, „Deshalb können wir den Aufwand für alle reduzieren und gleichzeitig unsere hohen Ansprüche noch übertreffen.“ Und auch der Vorstand ist zufrieden. „Die AHG zeigt damit wieder einmal ihre Vorreiterrolle bei der Einführung effizienter QM-Systeme“, ergänzt Vorstandsvorsitzender Norbert Glahn. „Wir treten heute einmal mehr den Beweis an, dass der Qualitätsgedanke nicht nur statisch im Gesamtunternehmen verankert ist, sondern dass wir damit auch den lebendigen, gemeinsamen Lern- und Verbesserungsprozess zwischen unseren über 3.000 Beschäftigten befördern können.“ Dem selbstgesteckten Ziel, im Jahr 2018 das am besten organisierte Unternehmen in seinem Segment im Gesundheitssektor zu sein, kommt der in 11 Bundesländern tätige Therapieanbieter damit einen großen Schritt näher. Und von der Qualität der Dienstleistung und der Effizienz interner Prozesse werden vor allem die von der AHG behandelten, meist chronisch erkrankten Menschen profitieren.