Wie entscheiden wir, warum handeln wir zuweilen „aus dem Bauch heraus“, und können wir Verhalten nachhaltig beeinflussen oder verändern? Auf der Suche nach neuen Akzenten für die Rehabilitation bei Verhaltensstörungen laden Wissenschaftler der AHG zum Expertendiskurs über die „Neurobiologie des menschlichen Verhaltens“ nach Düsseldorf ein.
Wo werden Entscheidungen getroffen, kann man Verhalten messen und dem Denken zusehen? Diesen und ähnlichen Fragen gehen Wissenschaftler aus ganz Deutschland am 20. und 21. Juni beim 2. Forum des Wissenschaftsrates der AHG Allgemeinen Hospitalgesellschaft in Düsseldorf nach. Mit dem diesjährigen Schwerpunktthema will das Expertenforum neue Ansätze in der Neurobiologie und Verhaltensmedizin diskutieren, die künftig auch für die Rehabilitation bei Verhaltensstörungen von Bedeutung sein könnten. Mit bundesweit 45 Standorten widmet sich die AHG, eine der größten Unternehmensgruppen ihrer Art, seit über drei Jahrzehnten der Behandlung chronisch kranker Menschen, vor allem bei Sucht und psychosomatischen Erkrankungen.
Unter dem Titel „Neurobiologie des menschlichen Verhaltens“ gehen Wissenschaftler in der kommenden Woche den oft unergründlichen Wegen des menschlichen Verhaltens auf den Grund. Dabei zeigen neue Befunde der Sozialpsychologie und der Neurowissenschaften, aber auch der experimentellen Wirtschaftsforschung, dass unser Verhalten nicht nur vom rationalen Kalkül, sondern auch sehr stark über Emotionen gesteuert wird.
Die Medizin-Technik macht es möglich: Dank hochmoderner Untersuchungsverfahren in der Kernspintomografie können Wissenschaftler heute dem Gehirn beim Denken zusehen. Besonders aktive Hirnteile lassen sich am Bildschirm farblich markieren und das Zusammenspiel einzelner Areale – etwa bei einer Entscheidung - verfolgen. Gleichzeitig scheinen persönliche, möglicherweise genetisch bedingte Abweichungen der Denkstrukturen zu existieren und schließlich beeinflussen auch unsere Umwelt und das soziale Umfeld unser Entscheidungsverhalten. In der Schnittmenge dieser wissenschaftlichen Zweige ist seit den 1990er Jahren die Neuroökonomie entstanden, in Deutschland mit dem Neuroökonomischen Zentrum der Universität Bonn an der Spitze. In ihr wird die Komplexität menschlicher Entscheidungen erforscht. Ziel ist es, ein genaueres Modell des menschlichen Verhaltens und Veränderungspotentials zu erhalten - als eine bessere Grundlage nicht nur etwa für wirtschaftspolitische Entscheidungen, Regeln in Organisationen, sondern auch für therapeutische Ansätze in der Verhaltensmedizin.
Nach dem letztjährigen „1. Forum „Alter und Rehabilitation“ lädt der AHG-Wissenschaftsrat am 20. und 21. Juni nun erneut Experten aus ganz Deutschland in das Innside Premium Hotel, Derendorfer Allee 8, nach Düsseldorf ein.
Der 20. Juni steht mit den folgenden fünf hochkarätigen Referenten ganz im Zeichen des diesjährigen Themenschwerpunktes:
Prof. Dr. med. Christian E. Elger
Direktor der Klinik für Epileptologie - Klinischer Direktor des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen, Universität Bonn
Prof. Dr. rer. pol. Armin Falk
Direktor des Instituts für experimentelle Wirtschaftsforschung - Vorstandsvorsitzender des Neuroökonomischen Zentrums, Universität Bonn
Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth
Institut für Hirnforschung, Abteilung Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie, Universität Bremen
Prof. Dr. phil. Martin Reuter
Direktor der Abteilung Differentielle Psychologie - Mitglied des Vorstandes des Neuroökonomischen Zentrums, Universität Bonn
Prof. Dr. med. Bernd Weber
Leiter der Abteilung Bildgebung / Neurokognition - Mitglied im Vorstand des Neuroökonomischen Zentrums, Universität Bonn
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