Sprunghafter Persönlichkeitsstil.
Für sprunghafte Menschen ist das Leben eine Achterbahn. Sie brauchen immer eine tiefe, romantische Beziehung zu einem anderen Menschen und treten voller Leidenschaft und Intensität mit dem Leben und anderen Menschen in Kontakt. Sie reagieren auf jeden und finden in allem, was ein anderer sagt oder tut, eine emotionale Bedeutung. Sie sind daher leicht geschmeichelt und erfreut, genauso schnell aber am Boden zerstört oder enttäuscht. Sie zeigen, was sie fühlen, sind hemmungslos, spontan, lieben Spaß und haben keine Angst vor Risiken. Phantasievoll und neugierig treten sie anderen Kulturen, Rollen und Wertsystemen entgegen, experimentieren gerne und sind bereit neuen Pfaden zu folgen.
Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung findet sich ein tiefgreifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten sowie eine deutliche Impulsivität.
Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung sind verzweifelt bemüht, tatsächliches oder erwartetes Verlassenwerden zu vermeiden. Selbst geringfügige Anlässe, z.B. wenn jemand eine Verabredung absagt oder sich verspätet, führen zu intensiven Ängsten oder aber auch unangemessener Wut. Ein Muster instabiler, aber intensiver Beziehungen ist charakteristisch für Personen mit dieser Störung. Ein Muster von Idealisierung und Abwertung ist kennzeichnend für ihre Beziehungen. Es kommt zu plötzlichen und dramatischen Änderungen in der Sichtweise von anderen, besonders dann, wenn Menschen mit dieser Störung sich zurückgewiesen fühlen. Häufig liegt eine Identitätsstörung vor. Diese ist gekennzeichnet durch ein auffällig und durchgängig instabiles Selbstbild und schwankende Selbstwahrnehmung. Dies kann sich darin äußern, dass die betreffende Person plötzlich ihre Zielsetzungen, ihre beruflichen Pläne, religiösen Anschauungen, Wertvorstellungen oder Einschätzung der eigenen sexuellen Orientierung ändert. Betroffene Menschen zeigen impulsives Verhalten bei potentiell selbstschädigenden Aktivitäten, z.B. Glücksspielen, bei Substanzmissbrauch, risikoreichem Geschlechtsverhalten oder rücksichtslosem Fahren. In der Lebensgeschichte kommt es häufig zu wiederholten Suizidhandlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder auch zu selbstverletzendem Verhalten, z.B. Aufritzen oder Schneiden der Haut mit einer Rasierklinge. Selbstschädigende Verhaltensweisen werden oft durch Erlebnisse drohender Trennung oder Zurückweisung ausgelöst. Selbstverletzende Handlungen treten häufig im Rahmen der drohenden Überflutung von Angstgefühlen auf. Der dadurch ausgelöste konkrete Schmerz gibt Sicherheit, ist leichter zu ertragen als das innere Empfinden und lenkt von diesem ab. Bei Menschen mit dieser Störung findet sich häufig eine Instabilität der Gefühlslage, da sie schnell auf alle Impulse aus ihrer Umgebung reagieren. Die Stimmung kann sehr abrupt von dysphorischer Grundstimmung auf Wut, Angst oder Verzweiflung umschlagen, wobei diese Zustände gewöhnlich nur einige Stunden und selten länger als einige Tage dauern. Die betroffenen Personen leiden häufig unter einem chronischen Gefühl der inneren Leere. Personen mit dieser Störung haben oft heftige Wutausbrüche oder verspüren eine langanhaltende Wut. Die Wut ist häufig so extrem, dass die betreffende Person Schwierigkeit hat, sie zu kontrollieren. Wutausbrüche treten auch hier insbesondere bei wahrgenommener Zurückweisung oder Vernachlässigung durch den Partner oder eine andere wichtige Bezugsperson auf. Wird die Belastung als besonders extrem erlebt, kann es vorübergehend zu paranoiden Vorstellungen oder dissoziativen Symptomen kommen, die gewöhnlich von geringem Ausmaß oder kurzer Dauer sind.
