AHG - Allgemeine Hospitalgesellschaft Aktiengesellschaft: Psychosomatik  
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Zur Problematik des Begriffs Persönlichkeitsstörung

Zur Problematik des Begriffs der Persönlichkeitsstörung. Der Begriff Persönlichkeitsstörung ist problematisch, weil er als persönliche Abwertung verstanden werden kann. Niemand möchte in seiner Persönlichkeit, die ihn als Individuum in besonderer Weise ausmacht, als gestört bezeichnet werden. Dennoch ist es wichtig, dass professionelle Helfer eine gemeinsame Sprache finden, um die Persönlichkeit eines Menschen beschreiben und einordnen zu können. Um einer einseitigen, ausschließlich negativen Sichtweise der Persönlichkeit vorzubeugen, ist es wichtig, zu betonen, dass Persönlichkeitsstörungen bei fließenden Übergängen die Extremvarianten von normalen, sozusagen gesunden Persönlichkeitsstilen sind. Persönlichkeitsstile sind in milderer Form universelle Umgangsformen und unverzichtbare Qualitäten des zwischenmenschlichen Zusammenlebens, die in unterschiedlichen Anteilen in jedem Menschen vorhanden sind. So sind Menschen mit einer „zwanghaften Persönlichkeitsstörung“ im Kern „gewissenhaft“ und eine „paranoide Persönlichkeitsstörung“ zeigt sich als extreme Ausprägung eines „wachsamen Persönlichkeitsstils“. Diese Sichtweise ermöglicht im Besonderen, jeden Persönlichkeitsstil unter dem Gesichtpunkt seiner Stärken und seiner Risiken bzw. Schwächen zu betrachten und es lassen sich therapeutische Zielsetzungen im Sinne einer Abschwächung und Flexibilisierung der extrem ausgeprägten Bereichen der Persönlichkeit ableiten. Problematisch am Begriff der Persönlichkeitsstörung ist auch, dass damit oft eine sehr pessimistische Sicht verbunden ist, dass es sich um angeborene und /oder lebenslange und nicht-veränderbare Probleme der Persönlichkeit handelt.