AHG - Allgemeine Hospitalgesellschaft Aktiengesellschaft: Psychosomatik  
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Abhängige Persönlichkeitstörung

Anhänglicher Persönlichkeitsstil und Abhängige Persönlichkeitsstörung

Anhänglicher Persönlichkeitsstil.

Anhängliche Menschen haben sich den Beziehungen in ihrem Leben verschrieben und kümmern sich um andere, was ihr Leben lebenswert macht. Sie legen höchsten Wert auf dauerhafte Bindungen, bemühen sich, ihre Beziehungen zusammenzuhalten und sind dabei loyal, hilfsbereit und fürsorglich. Um Harmonie bemüht, neigen sie zu höflichem und taktvollem Verhalten ohne zu widersprechen und fallen durch besondere Rücksichtnahme auf. Anhängliche Menschen ziehen die Gesellschaft anderer dem Alleinsein vor, sie möchten eher folgen als führen, sind kooperativ und bemühen sich, ihr Verhalten zu ändern, wenn sie kritisiert werden.

Abhängige Persönlichkeitsstörung.

Bei der abhängigen Persönlichkeitsstörung steht ein tiefgreifendes und überstarkes Bedürfnis im Vordergrund, versorgt zu werden, das zu unterwürfigem und anklammerndem Verhalten und ausgeprägten Trennungsängsten führt.

Betroffene benötigen häufig ausgiebige Ratschläge oder Bestätigung von anderen, bevor sie alltägliche Entscheidungen treffen können. Bei der Organisation wichtiger Lebensbereiche, wie z. B. der Planung des Alltags oder bei Geldangelegenheiten, sind sie von anderen, meist einer einzelnen Person, abhängig. Aus Angst, die Unterstützung und den Rückhalt zu verlieren, ohne die sich die abhängige Person schwach, hilflos und lebensunfähig fühlt, fällt es den betroffenen Menschen sehr schwer, anderen zu widersprechen oder eine andere Meinung zu vertreten. Es wird alles Erdenkliche getan, um die Versorgung und Zuwendung anderer zu erhalten. So werden beispielsweise freiwillig unangenehme Aufgaben übernommen. Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung fällt es schwer, Aufgaben zu beginnen oder daran zu bleiben, wenn ihnen niemand dabei hilft. Dies geschieht nicht aus mangelnder Motivation oder Tatkraft, sondern auf dem Hintergrund tiefsitzender Selbstzweifel. Die Betroffenen sind sich beispielsweise sicher, dass andere Menschen Dinge besser können. Aus der Überzeugung heraus, ohne eine enge Beziehung nicht lebensfähig zu sein, gehen Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung schnell wieder eine andere Beziehung ein, wenn eine enge Beziehung endet. Auf dem Boden dieser Überzeugung, die Hilfe und Unterstützung des anderen zum Überleben zu benötigen, besteht bei den Betroffenen eine ständige Angst davor, alleine gelassen zu werden, obwohl dafür kein offensichtlicher oder greifbarer Grund vorliegt. Daraus resultiert häufig ein anklammerndes Verhalten und nicht selten werden vor diesem Hintergrund Demütigungen und Misshandlungen durch andere klag- und wehrlos hingenommen.